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Hoher Verbrauch, höhere Abgaben: Bundestag beschließt Kfz-Steuer-Reform

Ab 2021 steigt für neue Autos mit hohem Spritverbrauch die Kfz-Steuer.
© Foto: picture alliance/imageBROKER/Christian Ohde

Um Klimaziele zu erreichen, sind deutlich mehr E-Autos nötig. Damit Kunden umsteigen, wird nun die Kfz-Steuer geändert. Doch wirkt die Reform?

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Ab 2021 steigt für neue Autos mit hohem Spritverbrauch die Kfz-Steuer. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend eine Reform der Kfz-Steuer. Das soll die Bürger dazu bringen, sparsamere Pkw zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind nicht betroffen. Die Kraftfahrzeugsteuer wird künftig stärker daran ausgerichtet, wie viel CO2 ein Fahrzeug ausstößt. Die CO2-Komponente wird gegenüber dem Hubraum stärker gewichtet. Umweltschützer und die Grünen kritisierten, die Reform bringe dem Klimaschutz zu wenig.

Zur Reform gehört auch, dass die bereits geltende Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge bis zum 31. Dezember 2025 verlängert wird, sie soll bis längstens Ende 2030 andauern.

Reform diene Klimaschutz

Um Klimaziele zu erreichen, müssen vor allem beim Verkehr Emissionen gesenkt werden. Zwar steigen auch durch höhere staatliche Kaufzuschüsse die Neuzulassungen von E-Autos, sie liegen aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Die Bundesregierung betonte, die Reform diene dem Klimaschutz, zugleich aber solle Mobilität bezahlbar bleiben. Bei der Kfz-Steuer handelt es sich um eine Bundessteuer. Sie bringt dem Bund pro Jahr rund neun Milliarden Euro ein.

Kritik kam von Umweltschützern und Grünen. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Mit ihrer dürftigen Reform wird die Bundesregierung den Umstieg auf saubere E-Autos oder sparsamere Pkw kaum beschleunigen."

Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion kommt zu dem Ergebnis, die von der Bundesregierung geplante Reform sei zu wenig ambitioniert, um eine solche Lenkungswirkung zu entfalten - nämlich Kunden dazu zu bewegen, emissionsärmere Fahrzeuge zu kaufen.

Durchschnittlich verteuere sich die Kfz-Steuer pro Jahr um 15,80 Euro, bei vielen Autos ändere sich nichts. Deutschland habe im europäischen Vergleich geringe CO2-basierte Kfz-Steuern, zugleich aber stießen Neuwagen in Deutschland mit am meisten CO2 aus.

Nicht viel mehr als Aktionismus

Der Verkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Jens Hilgenberg, sagte, die Reform sei nicht viel mehr als Aktionismus. "Anreize zum Kauf von emissionsärmeren oder gar sogenannten lokal emissionsfreien Fahrzeugen statt hoch emittierender Karossen gibt es kaum. Das Fahren von Autos mit hohem Spritverbrauch muss aber deutlich teurer und unattraktiver werden, wenn es die Bundesregierung mit dem Klimaschutz ernst meint."

Auch ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand erklärte, die aktuelle Reform könne nur ein erster Schritt sein. "Perspektivisch müssen wir die Kfz-Steuer konsequent und vollständig am CO2-Ausstoß ausrichten, um eine optimale Lenkungswirkung zu erzielen." Der vorliegende Gesetzentwurf sei dennoch ein vertretbarer Kompromiss zwischen mehr Anreizen für Klimaschutz und bezahlbarer Mobilität. (dpa)

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KOMMENTARE


Rudi S.

18.09.2020 - 12:07 Uhr

Vielleicht hätte sich der Bundestag vorher darum kümmern sollen, dass auch 1.) alltagstaugliche E-Kfz, 2.) bezahlbare E-Kfz und 3.) ausreichende Ladestellen entwickelt werden. Aber Abzocke beim Autofahrer geht ja immer noch vor bei Hr. Scheuer!


Martin

18.09.2020 - 18:13 Uhr

Ich kann nur Rudi S. zustimmen, ich fahre derzeit einen VW Caddy mit AHK. Es gibt auf dem Markt kein vergleichbares E-Fahrzeug, das die Eigenschaften des aktuellen Fahrzeugs auf sich vereinen (Laderaum ca. 2 ccm, Zuladung 600 kg, AHK mit 1,5 t Hängerbetrieb, akzeptable Reichweite). Darüber hinaus stehen die Anschaffungskosten für eine E-Auto im Vergleich zum konventionellen KfZ und ev. Einsparungen beim Treibstoff/Wartung in keinem akzeptablen Verhältnis.


K.Bäumener

20.09.2020 - 09:43 Uhr

Die von Ideologien geprägten Entscheidungen der Regierung ignorieren den kompletten Wertverlust von Verbrennern und damit den finanziellen Schaden der Besitzer. Stattdessen holt man jetzt in Abzocke-Manier die Steuerkeule in mehrfacher Hinsicht raus (Kfz-Steuer und Mineralöl ab Januar 21). Diese diktatorischen Maßnahmen werden dem Bürger dann als Wohltat für die Umwelt verkauft! Für wie blöd hält man uns eigentlich?Es wird aller höchste Zeit, dass seitens der Verbände der Kfz-Wirtschaft, der Automobilclubs etc. und der Autobesitzer ein massiver Protest gegen diese Maßnahmen organisiert wird.


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