Fiat will laut Medienberichten beim notleidenden US-Hersteller Chrysler einsteigen. In einem ersten Schritt plane Fiat, bis Mitte des Jahres 35 Prozent an Chrysler zu übernehmen, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag im Internet unter Berufung auf Insider. Zusätzlich verhandelten die beiden Autobauer über eine spätere Aufstockung auf sogar 55 Prozent. Eine Ankündigung der Partnerschaft stehe unmittelbar bevor und könne noch an diesem Dienstag erfolgen. Im Zentrum der Kooperation stünden Klein- und Mittelklassewagen, hieß es übereinstimmend in mehreren Medien. Die beiden Konzerne äußerten sich zunächst nicht. Nach den Berichten wurde die Fiat-Aktie an der Mailänder Börse am Dienstag vom Handel ausgesetzt. Der Schritt sei "in Erwartung einer Mitteilung" erfolgt, hieß es. Der Turiner Konzern habe auf die Frage nach dem Einstieg mit dem klassischen "Kein Kommentar" geantwortet, was aber als ein "Nicht-Dementi" gelesen werden müsse, meinte die römische "La Repubblica" am Dienstag. Allerdings sei gleichzeitig der Dialog zwischen Fiat und dem französischen Hersteller Peugeot über eine mögliche Fusion noch ganz und gar nicht abgeschlossen. Ob eine Fiat-Ankündigung noch am Dienstag kommen könnte, war nach italienischen Medienberichten zunächst offen, zumal sich der Verwaltungsrat des Unternehmens am Donnerstag trifft. Beide Hersteller leiden derzeit massiv unter der Talfahrt am Automarkt und der Konjunkturkrise. Chrysler ist nach General Motors und Ford der kleinste der drei großen US-Autobauer. Der Hersteller ist derzeit nur mit Hilfe von Notkrediten der US-Regierung überlebensfähig und sucht dringend Partner. Zuletzt liefen Gespräche mit dem japanischen Hersteller Nissan. Chrysler gehört zu gut 80 Prozent dem US-Finanzinvestor Cerberus, die restlichen knapp 20 Prozent hält noch der deutsche Daimler-Konzern. Daimler wollte den Anteil zuletzt schnellstmöglich verkaufen, konnte sich aber mit Cerberus beim Preis nicht einigen.
Medien: Fiat will sich bei Chrysler einkaufen
Der italienische Autobauer plant mit der Übernahme von 35 Prozent der Anteile den Neustart in den USA. Laut Medienberichten sollen künftig der Fiat 500 und Alfa-Modelle über das Chrysler-Netz verkauft werden.