Smart #2: Bald ist er wieder da

28.04.2026 05:56 Uhr | Lesezeit: 4 min
Smart Concept #2 bei der Premiere
Smart Concept #2: Schwungvolle Premiere auf der Auto China 2026
© Foto: Smart

Der Smart kommt als Zweisitzer zurück. Diesmal gibt es nur die elektrische Version. Sie soll knapp 300 Kilometer mit einer Batterieladung schaffen und sogar Energie an externe Geräte abgeben.

Quer in eine Parklücke zu passen, war die herausragende Eigenschaften des Smart Fortwo. Dennoch endete 2024 die Smart-Story. Zu dem Zeitpunkt gehörte die Marke bereits zu gleichen Teilen Mercedes-Benz und Geely. Mit den Modellen #1, #3 und #5 kamen deutlich größere Autos im SUV-Format auf den Markt 

"Die Pläne für eine Neuauflage des Zweisitzers lagen jedoch immer in der Schublade", sagt Tong Xiangbei, Global CEO von Smart. Doch Corona, weltpolitische Unwegsamkeiten sowie die Wirtschaftlichkeit eines kleinen E-Autos für den Hersteller verzögerten bis heute die Umsetzung. "Als Hersteller eines einzigen Zweisitzers hätten wir nicht überleben können", erklärt Europa-Chef Wolfgang Ufer.  Da habe die Erweiterung der Modellpalette auf größere Autos geholfen. 

"Heute ist die Antriebstechnik für ein E-Auto deutlich effizienter. Wir haben uns bei Geely bedient und daraus unsere Plattform entwickelt", ergänzt Ufer. Kurz vor Beginn der Automesse in Peking hat das Unternehmen das Konzeptfahrzeug erstmals vorgestellt. Der Smart #2 wird 1,90 Meter breit und 2,79 Meter lang. So kommt der Kleinstwagen auf einen Wendekreis von 6,95 Metern.  


Smart Concept #2

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Energieabgabe per V2L

Während die Länge beim Wenden und Einparken von Vorteil ist, limitiert sie den verfügbaren Platz für die Batterie. Da es bis zu Serienversion noch dauert, liefert Smart noch keine finalen technischen Daten. Die genaue Batteriekapazität wird nicht genannt, doch soll die Reichweite knapp unter 300 km liegen. Das wäre grob das doppelte der ersten elektrischen Version. Deren Batterie speicherte knapp 17 kWh. Der smart #2 kann mit Gleichstrom schnell laden. In unter 20 Minuten wird von 10 bis 80 Prozent Batteriekapazität geladen. Sogar eine Energieabgabe (V2L) mithilfe eines Adapters an externe Geräte wird möglich sein. 

Eigene Plattform 

Technisch basiert der #2 auf der neu entwickelten Plattform Electric Compact Architecture (ECA). Produziert wird der #2 in China bei Geely. Das Design stammt vom Mercedes-Benz Global Design Team aus Stuttgart. Das Showcar wirkt in perlmutt-weiß mit goldenen Akzenten wie ein Mode-Accessoire auf Rädern. Die senkrecht stehenden LED-Lichtpunkte unter den Scheinwerfern zeigen auch Botschaften wie die Modellbezeichnung #2. Ob diese Funktion in der Serienversion zugelassen wird, ist offen. Wie bei Konzeptautos üblich, sind einige Rundungen sowie die Reifen Wunschvorstellungen der Designer, die es so nicht auf die Straße schaffen werden.  


Auto China 2026 – Impressionen

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Kleinstes E-Auto

Einen Preis nennt das Unternehmen ebenfalls nicht. Die Zielmarke dürfte für die Einstiegsversion knapp unter 20.000 Euro liegen. Mit seinen 2,79 m wird der #2 das kleinste E-Auto auf dem Markt. Fiat 500 und Leapmotor 03 messen beide 3,62 m. Der Dacia Spring liegt bei 3,70 m. Noch kürzer ist der elektrische Opel Rocks mit 2,41 m, doch zählt der zu den Leichtkraftfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. 

Smart #6 kommt nicht nach Europa

Auf der Messe zeigt der Hersteller auch den smart #6. Der trägt den Zusatz EHD, was für Electric Hybrid Drive steht. Die Limousine mit Fließheck ist ein Plug-in-Hybrid, der nicht auf den deutschen Markt kommt. „Wir sehen uns als E-Automarke. Das würde nicht passen“, sagt Ufer.  

Für das Joint Venture verlief der Modellwechsel zu den größeren E-Autos in Deutschland durchwachsen. Laut Kraftfahrtbundesamt wurden im vergangenen Jahr 4.700 Autos zugelassen. 2021 waren es noch rund 21.000 über alle Antriebsarten hinweg. Allerdings läuft es außerhalb Deutschlands besser. In Europa verkaufte smart im vergangenen Jahr 25.000 Fahrzeuge.  

Smart #2 als Zugpferd

Den Modellen im SUV-Format fehlt in Europa noch Bekanntheit. „Das werden wir mit dem #2 ändern“, sagt Ufer, „Wenn Leute für ihn in unsere Läden kommen, entdecken sie unser gesamtes Angebot.“ Die Serienversion des smart #2 feiert im Oktober 2026 beim Autosalon in Paris Premiere. Die Auslieferung ist für Anfang 2027 geplant. 


Smart #2 (Vorserie)

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Smart Europa-Chef Wolfgang Ufer im Interview

Smart hat gerade einen Klassiker wiederbelebt. Darüber sprachen wir mit Wolfgang Ufer, seit März Europa-Chef und vorher als CEO in Deutschland für die Einführung der neuen Modelle #1, #3 und #5 verantwortlich

Warum ist der #2 für Smart so wichtig?

W. Ufer: Weil der klassische Zweisitzer zur DNA der Marke gehört. Viele Kunden hätten in den letzten Jahren genau dieses Modell vermisst. Für Smart ist die Rückkehr deshalb nicht nur emotional, sondern auch strategisch wichtig.

Worin liegt die größte Herausforderung bei einem so kleinen Elektroauto?

W. Ufer: Ein kompaktes Auto mit guter Reichweite, Sicherheit und moderner Technik zu bauen, ist anspruchsvoll. Genau darin besteht die Ingenieursleistung, die wir jetzt gemeistert haben.

Wie positioniert Smart das Auto preislich und wer ist die Zielgruppe?

W. Ufer: Smart will kein Billigauto anbieten. Der #2 soll viele Zielgruppen ansprechen – vom jungen Fahrer bis zum älteren Stadtbewohner. Meine Mutter ist 86 und fährt noch immer ihren Fortwo. Die Nutzung reicht vom stylischen Zweitwagen bis zum praktischen City-Car als Erstfahrzeug. Gleichzeitig bewegt sich das Fahrzeug auf Premium-Niveau.

Was spricht derzeit für ein Auto mit nur zwei Sitzplätzen?

W. Ufer: Der Wagen kehrt in ein Segment zurück, in dem es viele treue Bestandskunden gibt — vor allem in Europa. In Deutschland sind noch immer 350.000 Fortwo zugelassen. Gleichzeitig profitieren unsere neueren Modelle davon, wenn die Aufmerksamkeit für die Marke insgesamt steigt.

Ist Europa oder China der wichtigere Markt für dieses Auto?

W. Ufer: Europa ist ganz klar der Heimatmarkt. Ohne Europa hätte es das Fahrzeug in dieser Form nicht gegeben. In China gibt es ebenfalls Interesse und positive Rückmeldungen aus dem Vertriebsnetz, aber in Europa ist die Historie des Zweisitzers besonders stark, und dort warten viele Kunden seit Jahren auf einen Nachfolger.

Welche Ausstattung und Assistenzsysteme sind geplant?

W. Ufer: Smart will für dieses Fahrzeugsegment ein gutes Paket bieten, das Auto aber nicht überladen. Bestimmte aktuelle Komfort- und Sicherheitsfunktionen werden vorhanden sein. Natürlich kann der #2 nicht dieselbe Ausstattungsfülle wie größere Modelle bieten. Das Fahrzeug wird vernetzt und modern sein, aber seiner Klasse entsprechen.

Warum sollten Kunden einen #2 kaufen?

W. Ufer: Es sind nicht allein die puren technischen Fakten. Es ist das Gesamtpaket: Qualität, die Zweifarblackierung, Kreativität im Design und eine Hochwertigkeit, die den früheren Fortwo schon ausgezeichnet hat. Genau diese Mischung wird auch den neuen #2 prägen.




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