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Tempolimit: Zwei Studien, zwei Ergebnisse

© Foto: picture alliance/Christian Ohde/chromorange

Kurz vor der Bundestagswahl tobt der Streit ums Tempolimit mit großer Intensität. Jetzt sind zwei Umfragen mit sich widersprechenden Aussagen publiziert worden.


Datum:
23.09.2021
Autor:
aum/jm
Lesezeit: 
3 min
2 Kommentare

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Früher kam das Thema alle paar Jahre aufs Tapet, inzwischen wird die Diskussion alle paar Wochen angeheizt: Die Rede ist vom Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Kurz vor der Bundestagswahl wurden zwei neue Studien vorgestellt, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. So hat der Automobilclub Mobil in Deutschland eine Untersuchung in Auftrag gegeben, derzufolge mehr als jeder zweite Autofahrer ein Tempolimit von 130 km/h ablehnt. 52 Prozent wollen sich nicht vom Staat vorschreiben lassen, bei diesem Tempo vom Gas zu gehen.

Zu einem anderen Ergebnis kommt eine Studie des Direktversicherers Allianz Direct, die jedoch eine andere Auswahl der Bevölkerung befragt hat – nämlich neben Autofahrern auch Menschen, die ausschließlich zu Fuß, per Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Außerdem verzichtete die Allianz-Direct-Studie darauf, Menschen mit einem Alter von über 45 Jahren zu befragen.

Das Ergebnis: 39 Prozent der befragten Gruppe wollen höchstens Tempo 130, weitere 32 Prozent können sich mit einem höheren Tempolimit – das allerdings nicht politisch diskutiert wird – anfreunden. Allianz Direct folgert aus der Befragung der Teilgruppe: 71 Prozent der Deutschen befürworteten ein Tempolimit. Interessanterweise ist die Ablehnung einer Begrenzung gerade unter den jüngsten Befragten am größten.

Die Argumente pro und contra Tempolimit sind seit langem ausgetauscht. Befürworter führen niedrigere Unfallzahlen und geringere Emissionen ins Treffen, während die Gegner einer Beschränkung auf Statistiken verweisen, wonach die deutschen Autobahnen sicherer sind als tempobeschränkte Schnellstraßen in anderen Ländern und die erhöhten Emissionen praktisch nicht ins Gewicht fielen.

Das sind die Positionen der Parteien

Das Thema ist politisch hart umkämpft, die Parteien haben sich positioniert: Die CDU/CSU lehnt Tempolimits ab, wenngleich CSU-Chef Markus Söder im vergangenen Jahr von der einst strikten Linie abgerückt ist (wir berichteten). FDP und AfD sprechen sich ebenfalls für die freie Wahl der Geschwindigkeit aus, wobei die AfD ergänzend fordert, existierende Beschränkungen zu überprüfen. Mit der SPD wird es dagegen keinen neuen "Autokanzler" nach Vorbild von Gerhard Schröder geben: Sie will Tempo 130. Die Grünen bringen daneben eine weitere Absenkung auf 120 km/h für Ballungsräume ins Spiel – und für die Linkspartei ist 120 generell die absolute Obergrenze. (aum/jm)

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KOMMENTARE


Dieter M. Hölzel

27.09.2021 - 00:00 Uhr

Kaffeesatz lesen bei Studien ? In meinem Autofahrerleben bin so um 4 Mio. KM gefahren, hatte keinen Unfall und eilig war ich unterwegs. Fliehkraft heißt das große Zauberwort und wird meist unterschätzt. Versicherer wie die ALLIANZ möchten am liebsten das Autos nur in der Garage stehen und höchstens 100 kmh gefahren wird, so wie die Schrankwand im Wohnzimmer steht aber gut versichert ist. Die Mehrheit der weiblichen und männlichen Verkehrsteilnehmer wollen das nicht, aber stets wird eine andere " Sau " durchs Dorf getrieben, die GRÜNEN tun sich da besonders hervor wg. dem CO2, wo Deutschland mit knapp 2 % weltweit beteiligt ist. Zwar wird gerade das hohe Lied der Elektro Mobilität gesungen, aber damit wird CO2 nicht signifikant weltweit sinken, ebenso mit KMH Geschwindigkeit auf deutschen BAB nicht.


Alter Zausel

28.09.2021 - 00:00 Uhr

Was ergibt so eine Studie für einen Sinn ? Warum werden Prämieneinnahmen der Versicherten für so einen Unsinn verplempert ? Warum gibt es dann - trotz Tempolimit - so viele schwere Unfälle mit LKW die auf Autobahnen nur 80 Km/h fahren dürfen ? Schlafen die bei dem Zockeltempo evtl. ein ? Gibt es für Pkw Fahrer die Pflicht schneller als 130 km/h zu fahren ? Warum soll ich auf den wenigen, nicht reglementierten Abschnitten je nach Witterungs- u. Verkehrslage nicht 150, 160 oder 180 km/h fahren dürfen ? Für ein starres Tempolimit gibt es keinen Grund! Fahrlehrer sollten in der 1. Fahrstunde auf der BAB selbst am Steuer sitzen und den Anfängern zeigen wie z.B. Beschleunigungs- u. Verzögerungstreifen zu nutzen sind. Und die Allianz sollte Fußgänger u. Radfahrer lieber mal fragen warum sie Schilder u. Ampeln missachten und LKWs übersehen! Das rettet nämlich auch Leben - sogar das eigene! Ich gehe übrigens auch viel zu Fuß, besitze ein Fahrrad, habe alle Führerscheinklassen, eine Fahrlehrerausbildung - fahre auch mal über 200 Km/h und bin trotzdem kein Raser im negativen Sinn. Angepasste Geschwindigkeit ist das Zauberwort! Ein jeder kehre vor seiner Türe - da ist Dreck genug!


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