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Wirtschaftsmagazin: VW-Konzern erwägt Börsengang von Porsche

Investoren spekulieren schon seit Jahren, dass die VW-Ertragsperle Porsche zu Geld gemacht werden könnte.
© Foto: picture alliance/Michael Debets/Pacific Press Agency

Die schweren VW-Nutzfahrzeuge sind teils schon an der Börse, auch Daimler spaltet seine Geschäfte auf. Auf der Suche nach Geldquellen soll Volkswagen nun erwägen, Porsche-Anteile aufs Parkett zu bringen. Die E-Investitionen und der Wettkampf mit Tesla kosten Milliarden.


Datum:
18.02.2021
4 Kommentare

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Bei Volkswagen bekommen die Planspiele für einen möglichen Börsengang der Tochter Porsche einem Bericht zufolge neuen Schub. Die Ausgabe eigener, am Finanzmarkt handelbarer Aktien der Sportwagen- und SUV-Marke könnte Konzernchef Herbert Diess zusätzliches Geld in die Kasse spülen. So ließen sich die hohen zweistelligen Milliarden-Investitionen für E-Mobilität und Digitales in den kommenden Jahren besser bezahlen. Auch in puncto finanzielle Schlagkraft gegenüber Tesla könnte man wohl ein wenig aufholen.

Das Unternehmen erwäge diverse Möglichkeiten, den Börsenwert zu erhöhen - dazu gehöre mittelfristig eine Porsche-Erstnotiz, schrieb das 'Manager Magazin' am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Allerdings werde VW in einem solchen Fall höchstens 25 Prozent der Anteile abgeben, man kalkuliere dafür mit einem Wert von 20 bis 25 Milliarden Euro. Ein Mitglied der Konzernspitze verwies laut dem Blatt zudem darauf, dass es 2021 damit nichts mehr werde. Volkswagen selbst wollte sich zum Thema offiziell nicht äußern. Aus dem Umfeld des Autobauers hieß es, es würden allgemein weiter verschiedene Szenarien geprüft, wie sich einzelne Bereiche neu ordnen ließen.

Die im Dax notierte VW-Vorzugsaktie lag am Nachmittag im Plus. Investoren spekulieren schon seit Jahren, dass die Ertragsperle Porsche zu Geld gemacht werden könnte, das die Wolfsburger angesichts des Branchenumbruchs gut gebrauchen könnten. Analysten zufolge kommt der Wert der Tochter nicht recht zur Geltung. Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE ist bereits an der Börse.

Konzern wertvoller machen 

Ein zentrales Ziel von Diess ist es, den Konzern wertvoller zu machen. 2019 brachte VW die Nutzfahrzeug-Holding Traton in kleinerem Stil an die Börse. Neue Nahrung hatte das Thema auch bekommen, nachdem der Auto- und Lkw-Bauer Daimler jüngst eine Aufspaltung angekündigt hatte, was am Finanzmarkt gut angekommen war.

Die traditionellen Autobauer geraten bei Investoren im Vergleich mit dem E-Auto-Pionier Tesla zunehmend ins Hintertreffen. Das Unternehmen von Elon Musk aus Kalifornien bringt mittlerweile etwa drei Mal so viel Börsenwert auf die Waage wie VW, Daimler und BMW zusammen.

Aktuell liegt die sogenannte Marktkapitalisierung - also die Kurssumme aller umlaufenden Aktien - bei gut 630 Milliarden Euro. Für VW sind es knapp 90, für Daimler rund 70 und für BMW 46 Milliarden Euro. Indes spiegeln sich in diesen Zahlen nicht unbedingt auch realwirtschaftlichen Grundlagen wider, sondern vor allem die Erwartungen der Märkte ans künftige Geschäft.

Umbau kostet Milliarden 

Diess will den Konzern vom reinen Fahrzeugbauer zu einem software- und servicegetriebenen Mobilitäts- und Technologiekonzern umformen. Das verschlingt Milliarden über Milliarden, wird andererseits jedoch auch als unumgänglich erachtet, um sich gegenüber der Marktmacht etwa der amerikanischen und asiatischen IT-Riesen sowie Newcomern wie Tesla abzusichern. Apple testet Technik fürs autonome Fahren - seit Jahren halten sich auch hartnäckig Gerüchte, die Firma könnte mit Partnern in den Autobau selbst einsteigen. Google investiert große Summen in Technologien rund um das autonome Fahren.

"Unsere Marktbewertung steckt noch im Bereich der alten Autoindustrie", sagte Diess kürzlich der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Das führt zu gravierenden Nachteilen für uns beim Zugang zu benötigten Ressourcen." Frisches Geld würde der VW-Gruppe aber auch bei der Überwindung der derzeitigen Absatzflaute durch die Corona-Pandemie helfen. Das Jahr 2020 schloss der Konzern mit einem Verkaufsminus von gut 15 Prozent ab. Zwar gelang ein Jahresendspurt, und auch die Auslieferungen von Elektro- und Hybridwagen legten für sich genommen stark zu. Dies lag allerdings auch an den staatlichen Kaufzuschüssen sowie - bei anderen Antrieben - an Vorzieheffekten bei Kunden durch das Ende der Mehrwertsteuer-Senkung.

Während des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr flossen bei VW wegen geschlossener Werke bei weiterlaufenden Kosten zeitweilig bis zu zwei Milliarden Euro pro Woche an Liquidität ab. Das Unternehmen gab daher bereits neue Anleihen aus, um das verfügbare Finanzpolster zu stabilisieren. Den sogenannten Netto-Cashflow im Auto-Kerngeschäft gab der Konzern zuletzt mit rund sechs Milliarden Euro an. Vorläufige Finanzdaten zum Corona-Jahr 2020 werden ab Ende Februar erwartet. (dpa)

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KOMMENTARE


Peter Storch

18.02.2021 - 17:44 Uhr

Der Vorstand hat in Bezug auf den bevorstehenden Konzernumbau gesagt, das es „KEINE heiligen Kühe geben wird“. Somit passt ein solches Planspiel auch gut in die Überlegungen. Mit einem Verkauf eines ordentlichen Minderheitsanteil non Porsche, erhält der Konzern einen beträchtlichen Liquiditätsschub. Der wird auch dringend benötigt, damit er E- Autoanteil zügig ausgebaut werden kann. Die Corona-Pandemie und auch der Abgasbetrug haben ( ..und werden auch noch kosten...) wahrscheinlich mehr gekostet, als man sich das gewünscht hat. Desweiteren stellt sich die Frage, ob das Produkt Porsche in Zukunft noch den gleichen Stellenwert innehaben wird, wie einstmals. Die Umstellung auf E- Mobilität wird immer mehr kleine Fahrzeuge fordern und andere Mobilitätskonzepte ins Spiel bringen. Da wird sich auch Porsche mit auseinandersetzen MÜSSEN, denn die Geschwindigkeitsbegrenzungen stehen ( voraussichtlich ) vor der Tür. Wer benötigt da noch ein Kraftwerk mit Rädern und „400 PS plus“.


Börsianer

18.02.2021 - 17:47 Uhr

DAS WÄRE EINE ABSOLUTE UNVERSCHÄMTHEIT- erst die alten PORSCHE Aktionäre quasi über nacht ENTEIGNEN mit PAH003 und das Autogeschäft auslagern- und dann das Fell des BÄREN an der BÖRSE nochmal VERHÖKERN! GEHT GARNICHT!


Canem le Benoit

18.02.2021 - 17:53 Uhr

Aha, der Konzern braucht Geld! Den Teilverkauf von Traton habe ich noch verstanden, denn man behält ja ohnehin das Zepter in der Hand. Aber wenn VW nun beginnt seine Wurzeln zu veräußern, muß man sich sicher mehr Sorgen machen. Offenbar ist das Liquiditätsloch größer als vermutet und auch das Tafelsilber ist hier keine Hürde mehr.


Annotator

19.02.2021 - 08:04 Uhr

Zu Tesla: Die haben Januar 2021 gerade mal 453 Auto verkauft. (In Deutschland)Ein Lacher ! Überschätzt Die mal nicht.


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