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Renault-Blamage: Carlos Ghosn bleibt im Sattel

Renault-Blamage
Carlos Ghosn bleibt im Sattel
Carlos Ghosn: "Ich habe mich getäuscht, wir haben uns getäuscht."
© Foto: Renault/AHO-Montage

Der Renault-Chef schloss am Montagabend einen Rücktritt infolge der vermeintlichen Spionageaffäre aus, will aber auf einen Millionen-Bonus verzichten. Die Regierung droht mit Konsequenzen.

Carlos Ghosn bleibt. Der Renault-Chef schloss am Montagabend einen Rücktritt infolge der vermeintlichen Spionageaffäre aus, kündigte aber an, auf seinen Bonus in Höhe von 1,6 Millionen Euro zu verzichten. Der Verwaltungsrat, der am Nachmittag in einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen war, habe dies bereits akzeptiert. Die französische Regierung reagierte am Dienstag verärgert auf die überraschende Wende in der Affäre.

Ghosn hatte sich zuvor bei den drei Managern, die im Januar überraschend entlassen worden waren, entschuldigt. Renault hatte ihnen vorgeworfen, strategische Informationen über die Entwicklung von Elektroautos an die chinesische Konkurrenz weitergegeben zu haben. "Ich habe mich getäuscht, wir haben uns getäuscht und nach den Ausführungen des Staatsanwalts sieht es so aus, als ob wir absichtlich getäuscht wurden", sagte der Renault-Chef im Fernsehen. Die drei Manager sollten entschädigt werden und wieder Posten bei dem Konzern bekommen, falls sie dies wünschten.

Die Entschuldigung von Konzernchef Ghosn sei noch nicht das Ende der Geschichte, betonte Industrieminister Eric Besson am Dienstag dem Sender RTL. "Es wird eine Untersuchung durch einen externen Experten geben, um die Verantwortlichkeiten exakt zu bestimmen." Regierungssprecher François Baroin zeigte sich überrascht, dass Renault einem Betrüger auf dem Leim gegangen sei. "Ich finde es ungewöhnlich, dass sich ein so großes Unternehmen so dilettantisch verhält und sich in eine Geheimagenten-Affäre unterster Schiene verwickeln lässt."

Nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist Renault vermutlich auf einen Betrüger aus deeigenen Sicherheitsabteilung hereingefallen. Dieser hatte dem Unternehmen versichert, dass ranghohe Mitarbeiter strategische Information über die Entwicklung der Elektroautos an die chinesische Konkurrenz weitergebe. Für die Informationen, die sich später als falsch herausstellten, hat Renault nach Angaben des Staatsanwalts mehr als 300.000 Euro bezahlt.

Opposition macht sich über Ghosn lustig

Oppositionschefin Martine Aubry forderte Ghosn indirekt zum Rücktritt auf und machte sich darüber lustig, dass er bei einem Jahreseinkommen von 9,2 Millionen Euro auf den Bonus in Höhe von 1,6 Millionen Euro verzichten wolle. "Wenn er seinen Bonus verzichtet, wird er kaum am Hungertuch nagen", sagte sie dem Sender France Info.

Die Justiz ermittelt unterdessen gegen den Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung, der die Affäre ins Rollen gebracht hatte. Er war am Wochenende festgenommen worden, als er in die Elfenbeinküste ausreisen wollte. Die Entwicklung des Elektroautos gilt als wichtigstes Projekt des Unternehmens. Derzeit sind mehr als 100 Patente angemeldet. (dpa)

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