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Fahrbericht Cupra Leon Plug-in-Hybrid: Mit Olé an die Ladesäule

Fahrbericht Cupra Leon Plug-in-Hybrid
Mit Olé an die Ladesäule
Die Frontpartie unterscheidet sich durch größere Lufteinlasse recht deutlich vom Genspender mit Seat-Logo.
© Foto: Cupra

Jetzt hat auch die junge spanische Marke Cupra ihr erstes Modell mit Plug-In-Hybrid. Rein elektrisch kann der auch als Kombi angebotene Cupra Leon gut 50 Kilometer weit unterwegs sein.

Von Peter Maahn/SP-X

Sport und Elektro passen doch zusammen. Das sagen jedenfalls die Verantwortlichen der noch jungen Seat-Tochter Cupra und knöpften sich das Erfolgsmodell Seat Leon vor. Nicht eine der normalen Varianten des spanischen Golf-Pendants. Um ihn zum Cupra Leon zu adeln, musste schon etwas Besonderes her. Als erster elektrifizierter Cupra bietet der Leon die Kraft der zwei Herzen aus 1,4-Liter-Benziner und starkem Elektromotor. Zusammen liefert das Duo 180 kW / 245 PS und kann so auch den Leistungshunger sportbegeisterter Cupra-Fans stillen.

Moment mal, das Hybrid-Modell des normalen Seat Leon, von dem der Cupra schließlich abstammt, ist doch ein ganzes Stück schwächer, bietet ebenso wie der VW Golf eHybrid "nur" 150 kW / 204 PS. Stimmt, um den normalen Leon im Seat-Stall in einen Cupra zu verwandeln, mussten die Ingenieure tiefer ins Regal des VW-Konzern greifen. Und dort steht ja auch der erwähnte potentere Stromer bereit, der zum Beispiel auch im VW Tiguan zu finden ist. Für gut 52 Kilometer reicht die Kraft, wenn er nach der strengeren WLTP-Norm gemessen wird. Wie weit er wirklich kommt, bestimmt aber vor allem der Fahrer mit seinem rechten Fuß.

Sportliche Akzente innen wie außen

Rundgang vor der ersten Tour, die Frontpartie unterscheidet sich durch größere Lufteinlasse recht deutlich vom Genspender mit Seat-Logo. Grillrahmen, Frontschürze und Außenspiegel in dunkel gehaltenem Chrom. Seitenschweller sorgen für optische Dynamik, am Heck grüßen ein geriffelter Diffusor und zwei Doppelrohre im Brillen-Look. Innen fällt das typische Cupra-Lenkrad mit dem Startknopf im Lenkrad und die kupferfarbenen Umrandungen der Luftdüsen auf. Mit Seat gemein hat er das pfiffige Automatikhebelchen in der Mittelkonsole, das die Größe einer Streichholzschachtel hat.

Beim Start ist automatisch der Elektromodus aktiv, der erst dann seinen Verbrenner-Kollegen um Mithilfe bittet, wenn das Gaspedal kräftiger getreten wird. Wer sich zurückhält, kann ein übliches Stadtgebiet aber weitgehend ohne den Benziner durchqueren. Und da liegt nun mal der tiefere Sinn der Plug-In-Hybrid-Technik. Lokal abgasfrei dort, wo es den Fußgängern und Anwohnern guttut, wenn keine Gase produziert werden. Der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Kita. Die kurzen Wege könnten also die Domäne auch eines Cupra Leon sein, wenn denn der Fahrer mitspielt und zum Beispiel die rasanten Ampel-Spurts den anderen überlässt.

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Cupra Leon Plug-in-Hybrid - Fahrbericht

Später auf der Landstraße wird durch Antippen im zehn Zoll großen Zentralmonitor der Hybrid-Modus aktiviert. Jetzt entscheidet die Bordelektronik, welcher Antrieb die Arbeit übernimmt. Sie kann den Vierzylinder bei jeder Entlastung des Gasfußes blitzartig lahmlegen, nutzt beim Rollen die Umwandlung der freiwerdenden Energie zum Laden des Akkus oder schaltet bei ausreichendem Batteriestand zum Beispiel im Stop-and-go-Verkehr oder in Tempo-30-Zonen auf E-Betrieb um. Schöne neue Hybrid-Welt also, die unterm Strich wirklich was bringen könnte, wenn die neue Sanftheit hinterm Steuer auch im Kopf des Fahrers ankommt.

Die Zurückhaltung könnte sich dann auf der Autobahn auszahlen, wenn beide Motoren zusammen agieren. Der Cupra hat schließlich 245 PS unterm Blech, versteht sich als Sportwagen mit Alltagstauglichkeit und kostet entsprechend mehr als der ziviler Leon von Seat. Der vermeintliche Nachteil eines nur 1,4-Liter großen Vierzylinders wird durch die Power des Stromers wieder wettgemacht. Damit dem auf längeren flotten Strecken nicht der Saft ausgeht, wird ein Teil der klassischen Motorkraft zum Laden der Batterie genutzt. Das steigert zwangsläufig dessen Spritverbrauch.

Zwei Gesichter

Im praxisnahen Idealfall, so argumentieren die Verfechter dieser Zwillings-Technik, ist auch der Cupra an Wochentagen im Stadtverkehr elektrisch unterwegs und wird abends wieder aufgeladen. Und wenn es am Wochenende übers grüne Land geht, ist er halt ein gewohnter Benziner. Der aber auch Spaß bringen kann: Dank der guten Eigenschaften des Basis-Leon bringt er vieles mit, was einen sportlichen Kompakten ausmacht. Das Rumwedeln auf kurvigen Landstraßen gehört zu seiner Kernkompetenz. Und wenn dann noch die gedrückte Taste mit dem Cupra-Logo für entsprechende akustische Untermalung und Auspuff-Röcheln sorgt und das elektronisch geregelte Fahrwerk scharf gestellt ist, ist die Welt der Freizeitsportler endgültig wieder im Lot.

Unterm Strich bleibt auch der Cupra Leon ein Kompromiss, um das Verbrenner-Zeitalter zu verlängern. Aber vielleicht sind wir ja doch bereit, vieles Erlernte oder Angewöhnte von einst zu verdrängen und das Spiel mit den beiden Herzen zum neuen Fahrspaß zu erklären. Der Spanier jedenfalls ist bereit dazu.

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Cupra Leon / Cupra Leon Sportstourer

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