Volvo: Der Showroom ist dort, wo die Kunden sind

17.08.2026 16:29 Uhr | Lesezeit: 2 min
Volvo: Der Showroom ist dort, wo die Kunden sind
Volvo bringt seine Elektroautos direkt zu den Menschen.
© Foto: Volvo

Volvo bringt seine Elektroautos direkt zu den Menschen: Mit der Electric Tour macht der Hersteller auf Urlaubsinseln und zentralen Plätzen in Deutschland Station. Im Mittelpunkt steht dabei der neue EX60, der potenzielle Kunden mit hoher Reichweite und kurzen Ladezeiten überzeugen soll.

Autos werden zunehmend digital konfiguriert. Gekauft werden sie in der Regel erst dann, wenn der Kunde das Produkt erlebt hat. Auch bei Elektroautos spielt die persönliche Erfahrung nach wie vor eine entscheidende Rolle. Genau an diesem Punkt soll die zweite Phase der Volvo Electric Tour ansetzen.

Bis zum 29. September bringt der schwedische Hersteller seine vollelektrische Modellpalette an Orte, an denen Menschen Zeit haben: auf Urlaubsinseln, zentrale Stadtplätze und stark frequentierte Aufenthaltsorte. Nach einer ersten Tournee durch fünf deutsche Städte in Kooperation mit den 25hours Hotels verlagert Volvo das Konzept nun nach Sylt, Frankfurt am Main, Norderney, Ingolstadt und Düsseldorf.

Skandinavisches Ambiente statt Messestand

Herzstück jeder Station ist ein temporäres Volvo Studio, das eher an einen skandinavischen Wohnraum als an einen klassischen Messestand erinnert. Holzverkleidungen, große Fensterflächen, Lounge-Bereiche und Angebote für Familien sollen Besucher zum Verweilen einladen.

Ziel ist es, die Hemmschwelle für den Erstkontakt mit Elektromobilität möglichst niedrig zu halten. Wer im Urlaub entspannt über eine Promenade schlendert oder auf einem Innenstadtplatz Zeit mitbringt, ist oft offener für neue Eindrücke als im Alltag zwischen Termindruck und Berufsverkehr. Volvo versucht deshalb, das Fahrzeugerlebnis beim Händler durch die Ansprache potenzieller Kunden im Lebensalltag zu ergänzen.

EX60 im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt steht der neue Volvo EX60. Das elektrische Mittelklasse-SUV basiert als erstes Modell auf der neuen SPA3-Plattform und soll laut Hersteller Reichweiten von bis zu 810 Kilometern nach WLTP ermöglichen. Die Schnellladung von zehn auf 80 Prozent soll in bestimmten Varianten innerhalb von 16 Minuten erfolgen.

Neben dem EX60 stehen auch EX30, EX40, ES90 und EX90 für Probefahrten bereit. Besucher können die Fahrzeuge direkt vor Ort testen oder vorab online reservieren. Für die einstündigen Testfahrten genügt die Vorlage von Führerschein und Ausweis.

Volvo
Interessant ist das Konzept laut Volvo auch aus Handelssicht.
© Foto: Volvo

Vorteile für den Handel

Interessant ist das Konzept laut Volvo auch aus Handelssicht. Denn die Electric Tour versteht sich ausdrücklich nicht als Alternative zum stationären Vertrieb. Vielmehr fungiert sie als vorgelagerte Kontaktplattform. Die vor Ort generierten Interessentenkontakte werden anschließend an die zuständigen Handelspartner weitergegeben, die den Beratungs- und Verkaufsprozess übernehmen.

Volvo nutzt die Roadshow damit als Instrument zur Lead-Generierung und zur Markenbildung gleichermaßen. Der Handel hat dabei folgenden Vorteil: Viele Einstiegsfragen zur Elektromobilität lassen sich bereits vor der Kontaktaufnahme mit dem Betrieb beantworten. Kunden sammeln erste Fahr- und Nutzungserfahrungen, vergleichen Modelle und gewinnen ein Gefühl für Reichweite und Alltagstauglichkeit. Das eigentliche Beratungsgespräch beginnt damit nicht bei null, sondern auf einer deutlich fundierteren Basis.

Mobile Markenwelten als Teil der Vertriebsstrategie

Gleichzeitig macht die Tour deutlich, wie sich die Vertriebslandschaft verändert. Der Anspruch der Kunden an Erlebnis, Beratung und Flexibilität steigt, so der schwedische Hersteller. Man müsse daher neue Wege finden, um Aufmerksamkeit für die Produkte zu erzeugen. Mobile Formate und temporäre Markenwelten seien dabei kein neues Instrument. Neu ist allerdings die Konsequenz, mit der sie inzwischen als Bestandteil der Vertriebsstrategie genutzt werden.

Ob die Strategie aufgeht, wird sich zeigen

Ob daraus tatsächlich zusätzliche Verkäufe entstehen, wird sich erst später zeigen. Fest steht jedoch: Wer Fahrzeuge verkaufen will, muss sie erlebbar machen. Gerade bei Elektroautos ersetzt keine Website die Probefahrt. Volvo geht deshalb mit seinem Showroom auf Reisen und bringt die Fahrzeuge dorthin, wo potenzielle Kunden Zeit haben, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Für den Handel könnte genau darin der eigentliche Wert der Electric Tour liegen: Sie schafft neue Kontakte, bevor der Kunde überhaupt das Autohaus betritt.

 


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