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Förderung von E-Mobilität: "Leidtragende sind mittelständische Unternehmen"

Förderung von E-Mobilität
"Leidtragende sind mittelständische Unternehmen"
Wirtschaftsminister besucht Autohaus (v.l.n.r.): Nina Eskildsen, Bernd Buchholz und Arne Joswig.
© Foto: kfz-sh.de, Eva Biederbeck
Zum Themenspecial Elektromobilität

Die Elektromobilität und die Herausforderungen für das lokale Kfz-Gewerbe waren die zentralen Themen eines Besuchs von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Buchholz im Autohaus Lensch.

Bei der Förderung von Elektromobilität im Autohaus muss das Kfz-Gewerbe derzeit dicke Bretter bohren – nicht nur auf Bundesebene. Auch regional setzt sich die Branche mit Nachdurck für mehr staatliche Unterstützung ein. So hatten Arne und Hartmut Joswig, Geschäftsführer des Autohauses Lensch in Neumünster, Ende Januar Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zu Gast. Gemeinsam mit der Präsidentin des Kfz-Landesverbands, Nina Eskildsen, informierten sie den FDP-Politiker umfassend über die großen Herausforderungen für die Betriebe.

"Wir hoffen, dass wir Herrn Buchholz zeigen konnten, mit welchen Kosten für die Händler die Implementierung von E-Mobilität einhergeht, die durch die Förderungen der Bundesregierung bei weitem nicht gedeckt werden können", sagte Arne Joswig laut einer Mitteilung. Sein Bruder Hartmut bekräftigte: "Leidtragende sind mittelständische Unternehmen. Es muss zur Gegenfinanzierung eine große Anzahl von Elektroautos verkauft werden, um ein Return-in-Invest zu erreichen. Der Kunde wartet aber weiterhin ab."

Seitens der Bundesregierung gibt es strenge Reglementarien für die Förderung der Elektromobilität: Nicht nur 24 Stunden zugängliche Ladesäulen, sondern auch die Nutzung von Ökostrom sind verpflichtend. Auch muss spezielles Werkzeug angeschafft und das Personal entsprechend geschult werden. Entsprechend hoch sind die Investitionskosten der Autohäuser. Zuletzt sorgte die Ablehnung von Förderbescheiden durch die zuständige Bundesanstalt für Empörung in der Branche.

Kommt ein landeseigenes Förderprojekt?

"Bei der Elektromobilität geht es um die Umsetzung von gesellschaftlichen bzw. politischen Forderungen, denen kein tragfähiges Geschäft gegenübersteht", unterstrich Kfz-Präsidentin Eskildsen. Ihr Verband berichtete in einer Mitteilung von einem "offenen, streckenweise auch kontroversen Dialog" zwischen Buchholz und den Branchenvertretern. Der Minister habe konkret zugesagt, sich für die Beschleunigung des Genehmigungverfahrens für ein landeseigenes Förderprojekt einzusetzen sowie weitere Gespräche zur Erleichterung administrativer Hürden zu führen. Man danke Buchholz für die klaren Worte und das Bekenntnis zum mittelständischen Kfz-Gewerbe in Schleswig-Holstein.

Vorausgegangen war dem Firmenbesuch eine Ende 2019 in den Medien ausgetragene Meinungsverschiedenheit. Auf die Forderung des Kfz-Verbandes, dass die Mitgliedsbetriebe für die Einführung der E-Mobilität öffentliche Unterstützung bräuchten, hatte Buchholz damals ablehnend reagiert. (rp)


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