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Infrastruktur an der Kapazitätsgrenze: Mehr Autos, mehr ÖPNV-Nutzer

Infrastruktur an der Kapazitätsgrenze
Mehr Autos, mehr ÖPNV-Nutzer
Bisher sieht es nicht so aus, als würde sich Deutschland vom Individualverkehr verabschieden.
© Foto: picture alliance / Michael Kappeler/dpa

Verkehrswende? Bisher sieht es nicht so aus, als würde sich Deutschland vom Individualverkehr verabschieden. Trotz Klimakrise wächst vor allem eins: die Zahl der Autos.

In Deutschland gibt es immer mehr Autos, aber nicht mehr Straßen. Mehr Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel, aber das Schienennetz wächst kaum mit. Investiert wird vor allem in Autobahnen – und in den Osten. Diese Bilanz zieht das Statistische Bundesamt in Wiesbaden aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts und eigenen Berechnungen.

Demnach stieg die Pkw-Dichte in Deutschland zwischen 2009 und 2019 um zwölf Prozent. Zuletzt kamen durchschnittlich 569 Autos auf 1.000 Einwohner, wie die Statistiker am Freitag mitteilten. Zehn Jahre zuvor waren es 509.

Im Saarland war die Pkw-Dichte am größten: 640 Autos je 1.000 Einwohner wurden dort gezählt. Danach folgten Rheinland-Pfalz (619) und Bayern (613). Mit Abstand am wenigsten Pkw pro 1.000 Einwohner gab es in Berlin (335). Auch andere Stadtstaaten haben wegen des besseren öffentlichen Nahverkehrs vergleichsweise wenige Autos pro Einwohner.

Mehr Straßen für die wachsende Zahl von Autos gibt es aber nicht. "Während die Zahl der Autos in Deutschland seit Jahren steigt, stagnierte die Länge des Straßennetzes", teilten die Statistiker mit. Von 1995 bis 2019 wuchs das überörtliche Verkehrsnetz um rund 1.200 Kilometer. Alle Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zusammen waren damit im vergangenen Jahr 230.000 Kilometer lang.

Nach der deutschen Wiedervereinigung standen vor allem Straßen in den östlichen Bundesländern im Fokus. Im Osten wuchs die Länge der Straßen im überörtlichen Verkehr zwischen 1995 und 2019 um 3,4 Prozent. Im Westen ging im selben Zeitraum die Straßenlänge sogar zurück, wenn auch nur um 0,4 Prozent.

Bau-Boom im Osten

Dichter wurde vor allem das Autobahnnetz. Die Gesamtlänge aller Autobahnen in Deutschland erhöhte sich von 1995 bis 2019 um 18 Prozent. Alle Autobahnen zusammengezählt ergaben zuletzt gut 13.100 Kilometer. In den östlichen Bundesländern wurde mehr gebaut. Die Gesamtlänge im Osten wuchs um 57 Prozent auf 3.050 Kilometer. In Westdeutschland wurde das Netz um knapp zehn Prozent auf 10.100 Kilometer ausgebaut.

Das Straßennetz in Deutschland ist der Statistik zufolge fast sechsmal so dicht wie das Schienennetz. 2019 standen knapp 230.000 Kilometer Straße etwa 42.000 Kilometern Schienen gegenüber –Straßenbahnen eingerechnet. Das Schienenstreckennetz legte zwischen 2005 und 2019 bundesweit nur um 1,5 Prozent zu. Während der Bestand im Westen um 0,6 Prozent schrumpfte, wurde das Netz im Osten um 6,6 Prozent erweitert.

Dennoch fahren mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Zahl der beförderten Personen in Bussen und Bahnen wuchs von 10,6 Milliarden im Jahr 2010 auf 11,4 Milliarden im Jahr 2019 – ein Plus von acht Prozent. Die Zahl der ÖPNV-Nutzer in den östlichen Bundesländern nahm stärker zu als in den westlichen. Besonders stark war dabei das Wachstum in Berlin mit 24,6 Prozent. (dpa)


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