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Neuer Investor in Sicht: Autohaus Willy Tiedtke vor Rettung

Neuer Investor in Sicht
Autohaus Willy Tiedtke vor Rettung
80 Jahre Willy Tiedtke
Audi-Standort von Willy Tiedtke
© Foto: Willy Tiedtke

Die Investorensuche bei Willy Tiedtke ist auf der Zielgeraden. Den Zuschlag dürfte wohl Auto Wichert bekommen. Noch sind aber verschiedene Bedingungen des Deals zu klären.

Das insolvente Autohaus Willy Tiedtke in Hamburg hat wieder eine Zukunftsperspektive. Wie die mit dem Investorenprozess betraute Kanzlei Schultze & Braun am Donnerstagabend mitteilte, hat der vorläufige Gläubigerausschuss "einstimmig dem Angebot eines namhaften Unternehmens aus der Branche" zugestimmt. Den Namen des Unternehmens wolle man erst bekannt geben, wenn die aufschiebenden Bedingungen für eine Übernahme in den nächsten Wochen erfüllt seien.

Kurz zuvor hatte sich der Lokalrivale Auto Wichert bereits als möglicher Retter ins Spiel gebracht. Man bestätige sein Interesse an einem Zusammenschluss mit Willy Tiedtke, erklärten die Geschäftsführer Bernd Glathe und Bernd Kußmaul in einer Mitteilung. "Wir haben bei der dort angestoßenen Investorensuche teilgenommen, weil wir uns von einem Zusammenschluss weitere Impulse für unser geplantes Wachstum versprechen", so Glathe. Kußmaul betonte, dass vor einem möglichen Zuschlag noch verschiedene Voraussetzungen zu klären seien.

Die Wichert Gruppe ist derzeit mit rund 1.200 Mitarbeitern und 17 Betrieben in Hamburg und Norderstedt aktiv. Das Markenspektrum umfasst Audi, VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge, Skoda und Seat. Mit Übernahmen im Autohandel hat das inhabergeführte Unternehmen Erfahrung: 2007 schluckte Wichert den Walter Köster Kraftfahrzeughandel, 2009 folgte KG Junge.

Sanierung ohne Stellenabbau

Nach Darstellung des Wichert-Managements sollen im Falle einer Übernahme sämtliche Arbeitsplätze und alle aktiven Standorte von Willy Tiedtke erhalten bleiben. Darüber zeigte sich Geschäftsführer Alexander Tiedtke besonders erleichtert: "Dass alle Beschäftigten bleiben können, ist eine erfreuliche Nachricht. Wir haben in unserem Unternehmen ein hervorragendes Team und deshalb bin ich besonders froh darüber, dass wir alle Arbeitsplätze sichern konnten."

Der Hamburger Traditionshändler hatte Anfang Oktober die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt (wir berichteten). Grund war, dass die weitere Finanzierung des Unternehmens nicht mehr gesichert werden konnte. Betroffen von der Pleite sind rund 300 Mitarbeiter an fünf Standorten in der Region. Gegründet 1935, ist Willy Tiedtke der älteste Vertragspartner für die Marken Audi, Skoda und Volkswagen in Hamburg.

Als ein Auslöser für die finanzielle Schieflage gelten Probleme mit Diesel-Leasingrückläufern mit Euro-5-Norm, deren Restwerte infolge des Abgas-Skandals beim Volkswagen-Konzern stark gelitten haben. Sanierungsexperte Gerrit Hölzle von der Kanzlei Görg hatte nach Bekanntwerden der Insolvenz gegenüber lokalen Medien bestätigt, dass die Dieselaffäre zu Umsatzeinbußen bei Willy Tiedke geführt habe. Zugleich sprach er von "möglichen Managementfehlern". Hölzle begleitete zusammen mit seinem Kollegen Thorsten Bieg das Autohaus durch die Eigenverwaltung.

Den Angaben zufolge könnte der Zusammenschluss schon zum 1. Januar 2019 wirksam werden. Der vom Gericht bestellte Sachwalter Nils Krause von Schultze & Braun hob die kurze Dauer der Restrukturierung hervor: "Zwischen dem Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung und dem erfolgreichen Abschluss der Sanierung liegen dann gerade einmal knapp drei Monate. Insofern zeigt dieses Beispiel, wie gut ein solches Verfahren zur schnellen Sanierung von Unternehmen beitragen kann, wenn es intensiv vorbereitet und strukturiert durchgezogen wird." (rp)

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