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Europa: IEA-Chef warnt vor Sprit-Engpässen im Sommer

Fatih Birol: "Wir sind in Kriegszeiten, in einer Energiekrise, und wir sollten uns lieber vorbereiten auf noch schwierigere Zeiten."
© Foto: IEA

Fatih Birol leitet die Internationale Energie-Agentur. Der Experte sieht die aktuelle Energiekrise für "viel größer" als die Ölschocks der Siebzigerjahre – und fordert weitere Sparmaßnahmen.


Datum:
31.05.2022
Autor:
dpa
Lesezeit: 
3 min
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Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt angesichts der angespannten Märkte für Rohöl vor einem Spritmangel in Europa. "Auf den Ölmärkten könnte es im kommenden Sommer eng werden", sagte Birol dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" laut Vorabmeldung. "Wenn die Haupturlaubssaison in Europa und den USA losgeht, wird die Treibstoffnachfrage steigen. Dann könnte es zu Engpässen kommen: etwa bei Diesel, Benzin oder Kerosin, besonders in Europa."

Die europäischen Länder seien "nicht nur auf Rohöllieferungen von außerhalb angewiesen, sondern auch auf Importe von Ölprodukten", so Birol weiter. "Und da verhängen einige Exportländer wie China gerade erste Ausfuhrverbote; sie wollen ihre eigenen Verbraucher absichern."

Die aktuelle Energiekrise hält der IEA-Chef für "viel größer" als die Ölschocks der Siebzigerjahre – und sie wird nach seiner Einschätzung auch länger dauern. "Damals ging es nur um Öl", sagte Birol. "Jetzt haben wir eine Ölkrise, eine Gaskrise und eine Stromkrise zugleich."

Forderung nach Tempolimit

Um Sprit zu sparen, fordert Birol auch von der Bundesrepublik mehr Maßnahmen als das Neun-Euro-Ticket für den regionalen Bus- und Bahnverkehr, das an diesem Mittwoch startet. "Deutschland sollte jetzt ein Tempolimit einführen, wenigstens für die Dauer des Krieges", so Birol. "Das würde doch keine große Veränderung für den Lebensalltag der Menschen bedeuten. Wir sind in Kriegszeiten, in einer Energiekrise, und wir sollten uns lieber vorbereiten auf noch schwierigere Zeiten. Und ein paar Kilometer pro Stunde langsamer zu fahren, das ist nur ein winziger Kompromiss, verglichen mit dem Leiden der Menschen in der Ukraine."

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