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Handy am Steuer: Ministerium will schärfere Kontrollen

Das Bundesverkehrsministerium hat die Länder aufgefordert, Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer schärfer zu kontrollieren.
© Foto: Allianz

Geht es nach dem Bundesverkehrsministerium, soll das Hantieren mit dem Handy während der Fahrt nicht nur härter bestraft, sondern auch schärfer kontrolliert werden.


Datum:
04.01.2017
6 Kommentare

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Nicht nur höhere Strafen, sondern auch konsequente Verfolgung: Das Bundesverkehrsministerium hat die Länder aufgefordert, Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer schärfer zu kontrollieren. Bereits im November 2016 hatte die Behörde unter Leitung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt eine deutliche Erhöhung der Bußgelder und eine Ausweitung des Verbots auf Tablets und ähnliche Geräte angekündigt.

Nun soll offenbar erst einmal geltendes Recht auch umgesetzt werden. "Wichtiger als pauschale Forderungen für höhere Bußgelder ist eine bessere Kontrolle der Einhaltung unserer Regeln", erklärte das Ministerium auf Anfrage der Radioprogramme "NDR Info" und "N-JOY". "Die Länder müssen ihre Kontrollen verstärken und die bestehenden Möglichkeiten zur Ahndung von Verkehrssünden auch ausschöpfen."

Hintergrund der Forderung: Laut einer Studie der TU Braunschweig sind 7,3 Prozent der Fahrer auf der Autobahn und 4,5 Prozent im Stadtverkehr mit dem Handy in der Hand unterwegs. Daher sollen die Bußgelder nach Ansicht des Verkehrsministeriums von 60 auf 100 Euro, in schweren Fällen gar auf 200 Euro angehoben werden.

Es fehlt Personal

Zur Abschreckung aber reichen schärfere Vorschriften allein nicht aus, erklärt der Braunschweiger Verkehrspsychologe Prof. Mark Vollrath: "Man kann nicht einfach nur ein neues Gesetz einführen und dann hoffen, dass alles dadurch besser wird, wenn man nicht auf der Polizeiseite auch entsprechende Anstrengungen unternimmt und die Polizei durch mehr Personal oder gezieltere Kontrollen unterstützt." Daher begrüßt der Experte den aktuellen Vorstoß des Ministeriums.

Das Problem: Für flächendeckende Kontrollen fehlt Personal. Und Verstärkung ist nicht zu erwarten, sagt der stellvertretende GdP-Vorsitzende Arnold Plickert "NDR Info" und "N-JOY": "Bei der Polizei gibt eigentlich immer eine andere Richtung: Wenn zu wenig Personal da ist, dann versucht man als erstes, Personal aus dem Bereich der Verkehrsdienste herauszuziehen. Das ist für uns der völlig verkehrte Weg." (mid/ts)

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KOMMENTARE


Unknown Passenger

04.01.2017 - 16:58 Uhr

Richtig so... ich kann gar nicht nachvollziehen, warum immer noch so viele Leute ihr Telefon im Auto ans Ohr halten, selbst in hochmodernen Fahrzeugen, die allesamt über eine FSE verfügen sollten. Manchmal sieht es so aus, als ob die Jenigen immer noch zeigen wollen: Schaut her, ich habe ein Mobiltelefon.Kontrollieren, bestrafen und fertig ist. Mit den zu erwartenden Einnahmen kann ja das erforderliche Personal finanziert werden.


hein

04.01.2017 - 20:58 Uhr

Den Worten von "Unknown Passenger" kann ich nur Zustimmen. Es wird Zeit das die Politik seinen Reden auch Taten folgen lässt. Zudem ist es unverständlich, dass wir in Deutschland eine so geringe Strafe im Verhältnis zu unseren europäischen Nachbarn ansetzt. Alle reden von EUROPA. Wie wäre es den mit Anpassung der Strafen (oder ist die Lobby so stark?). Was aber immer mehr zu beobachten ist und mir richtig Angst macht. Immer mehr LKW-Fahrer haben während sie durch die Stadt, durch Kreisverkehre fahren ihr Handy am Ohr. Sind den alle der Meinung, dass sie ihre Brummer trotzdem optimal beherrschen?


Teilefuzzi

05.01.2017 - 10:51 Uhr

Das liegt wohl daran, das viele Leute einfach nicht in der Lage sind ihre tollen Mobiltelefone mit der FSE zu koppeln.


opelpiet

05.01.2017 - 13:46 Uhr

Trunkenheit am Steuer! hatte ich doch in letzter Zeit das Gefühl, das wird ständig mehr. Wenn man dann bei dem Überholen solcher taumelnden Fahrzeuge ins Auto schaut, stellt man fest, das hier nur eben eine Nachricht per Handy geschrieben wird. Es telefoniert ja keiner mehr mit dem Handy. Warum gibt es keine Technik die dieses ganz einfach im Auto unterbindet? Statt dessen führt man gesetzlich lieber die Reifendruckkontrolle ein. Die Verkehrskontrollen sind ja leider anders gelagertBei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 10 km/h ist man sofort fällig, welches meines Erachtens ein bedeuten geringeres Risiko darstellt.


B.Trachter

05.01.2017 - 14:18 Uhr

zunächst müssen die Kontrollen verschärft werden oder erst einmal eingerichtet. Ich rausche immer mit gut 20 Km/h über der Geschwindigkeitserlaubnis (125 bei 100, etc.). Ich werfe jeden Morgen 1 Euro ins "Tempo-Schwein". Davon bezahle ich dann max. 2 mal im Jahr das Knöllchen (20,- Euro) und am Jahresende ein tolles Abendessen mit Freunden. (Scherz!) Aber so agieren wohl seeehr viele (>90%).Und technisch sollte im Auto ohne FSE nichts mit dem Handy möglich sein. Nur es gibt ja auch Beifahrer, die telefonieren oder Texte verschicken. Das kann man technisch nur schwer differenzieren. Eine Aufgabe für die Fachleute.


Unknown Passenger

05.01.2017 - 15:51 Uhr

Aber genau das ist ja das Dilemma, es gibt schlicht und ergreifend zu wenig Personal, weil sie sich und unsere Sicherheit kaputt gespart haben. Aber wo keiner kontrolliert hält sich halt nicht jeder an die Regeln. Das ist dann beim Telefon so, wie auch bei der Geschwindigkeit.Darüber hinaus sehe ich jeden Tag Menschen unangeschnallt im Auto oder Kinder die ohne Kindersitz auf der Rückbank toben.Oder noch besser.... Harakiri-Piloten, die in der Autobahnauffahrt wenden, weil sie merken, dass sie in einen Stau geraten oder, wenn sie schon drin sind, den Standstreifen als ihre exklusive Fahrspur ansehen.Kennt ihr eventuell auch die Cowboys der Landstraße, die im Stau ihren LKW so positionieren, dass auf der noch fließenden linken Spur nicht mehr an ihnen vorbei kommt?Alles Kandidaten, die mit entsprechendem Personaleinsatz zur Kasse gebeten werden können, es danach eventuell verstanden haben und unsere Straße ein Stück weit sicherer machen.


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