Hohe Durchfallquoten belasten Fahrschüler: Verbände und Politik fordern Reformen

11.02.2026 08:55 Uhr | Lesezeit: 4 min
Fahrschule Führerschein Fahrlehrer
Die Anmeldungen bleiben aus und viele Schüler rasseln durch die Prüfungen. Steigende Kosten verstärken die Diskussion über Reformen der Fahrausbildung.
© Foto: Vlad - stock.adobe.com

Die Führerscheinprüfung bleibt für viele eine Hürde: Hohe Durchfallquoten belasten Fahrschüler, während Reformen für günstigere Ausbildung auf sich warten lassen. Parallel fordert das Bündnis Sahra Wagenknecht staatliche Gutscheine für Jugendliche, um die Kosten abzufedern.

Der Weg zum PkwFührerschein bleibt für viele junge Menschen schwierig. Wie aus aktuellen Zahlen des TÜV‑Verbands hervorgeht, fielen 2025 rund 44 Prozent der Prüflinge durch die Theorieprüfung, 37 Prozent scheiterten in der praktischen Prüfung. Damit bewegen sich die Durchfallquoten auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr. Insgesamt wurden über alle Klassen hinweg 2,04 Millionen Theorie- und rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen abgelegt – ein neuer Höchststand.

Jüngerebesser 

Unter 18‑Jährige erreichen deutlich bessere Ergebnisse. Laut TÜV‑Verband fallen in dieser Gruppe nur 35 Prozent durch die theoretische und 24 Prozent durch die praktische Prüfung. Fachbereichsleiter Richard Goebelt nennt das Begleitete Fahren als wichtigen Erfolgsfaktor. Beim ersten Prüfungsversuch liegen die Erfolgsquoten klar höher: 63 Prozent bestehen die Theorie, 65 Prozent die Praxis.

Kostensteigerungen belasten 

Der zunehmende Aufwand bei den Prüfungen fällt in eine Phase deutlich gestiegener Ausbildungskosten. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder arbeitet an einer Reform, die den Führerscheinerwerb günstiger und digitaler gestalten soll. Nach Angaben von Fahrlehrerverbänden warten viele angehende Fahrschüler derzeit ab, weil sie auf sinkende Kosten hoffen. Digitale Lernmittel sollen laut TÜV‑Verband gestärkt werden, zugleich warnen Prüforganisationen vor pauschalen Absenkungen der Anforderungen.

Finanzhilfe gefordert

Das Bündnis Sahra Wagenknecht geht in der Debatte einen Schritt weiter und fordert direkte staatliche Unterstützung. Parteichef Fabio De Masi schlägt einen „Mobilitätsgutschein“ von bis zu 2.000 Euro für Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten vor. Er soll von Bund und Ländern finanziert werden und alternativ auch für Bahnfahrten gelten. Die Kosten von rund einer Milliarde Euro jährlich sollen unter anderem durch Kürzungen bei der ElektroautoFörderung gedeckt werden.

Nach Vorstellung des BSW sollen vor allem Jugendliche profitieren, die den Führerschein bereits mit 17 erwerben und durch früheres Fahren mehr Sicherheit gewinnen. Die Forderung fällt in eine Phase, in der viele Bewerber an finanziellen Grenzen stehen. Der TÜV‑Verband verweist auf zusätzliche Belastungen durch wiederholte Prüfungen: Jede nicht bestandene Prüfung verursache Zeit- und Kostenaufwand, der sozial schwächere Gruppen stärker treffe.

Schnieder will neue Eckpunkte vorlegen

Bundesverkehrsminister Schnieder will nach weiteren Beratungen mit den Ländern neue Reformvorschläge vorlegen. Ziel ist ein transparenter, bezahlbarer Erwerb des Führerscheins, ohne die Verkehrssicherheit zu gefährden. Zwischen finanzieller Entlastung, digitaler Modernisierung und stabilen Prüfungsstandards bleibt die Politik damit in einem schwierigen Spannungsfeld.


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