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Gefahrenabwehr: Wie reagiert man auf einen Geisterfahrer?

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In den meisten Fällen gehen Falschfahrten glimpflich aus. Wenn es allerdings zu einem Horrorcrash auf der Autobahn mit einem Geisterfahrer kommt, können die Folgen dramatisch sein und Wracks wie dieses hinterlassen, wo die Insassen kaum eine Überlebenschance hatten.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Fast täglich verirrt sich auf den gut 13.000 Kilometern des deutschen Autobahnnetzes ein Autofahrer auf die Gegenfahrbahn. Meist erkennen die Falschfahrer ihren Fehler und alle Beteiligten kommen mit dem Schrecken davon. Die Gefahr durch Falschfahrer ist aber eine keineswegs zu unterschätzende Gefahr.


Datum:
02.10.2023
Lesezeit:
4 min
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Nachweislich auf sogenannte "Geisterfahrer" zurückzuführen waren beispielsweise im Jahr 2018 insgesamt 87 Unfälle auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen zu, bei denen 15 Menschen ihr Leben verloren. Wie Autofahrer am besten reagieren, wenn ihnen ein Falschfahrer entgegenkommt oder sie womöglich selbst in falscher Richtung unterwegs sind, verraten die ARAG Experten.

Teures Falschfahren

So weisen die Spezialisten der Rechtsschutz-Versicherung zunächst darauf hin, dass das Fahren entgegen der Fahrtrichtung in Deutschland ein Bußgeld von bis zu 200 Euro, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot nach sich zieht. Wurden zusätzlich andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, kann es sich sogar um eine Straftat handeln, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren und einem Fahrverbot geahndet wird.

Unaufmerksamkeit, aber auch Suizid-Absicht als Ursachen

Laut einer Auswertung des ADAC treten 38 Prozent der Vorfälle am Wochenende auf; mehr als 70 Prozent der Verursacher sind Männer. Warum ein Verkehrsteilnehmer zum Geisterfahrer wird, kann viele Gründe haben. Manchmal ist es einfach "nur" Unaufmerksamkeit. Es gab aber auch schon Fälle, in denen Autofahrer ihren Wagen absichtlich in den Gegenverkehr gelenkt haben, um auf diese Weise Suizid zu begehen. Solche Wahnsinnsfälle sind laut Verkehrspsychologen jedoch die Ausnahme. Meist führen mangelnde Orientierung gepaart mit schlechter Sicht und einer ruhigen Verkehrslage zu Geisterfahrten.

Wie reagiert man am besten?

Der Sofort-Tipp der ARAG lautet unmissverständlich: "Runter vom Gas! Reduzieren Sie die Geschwindigkeit und schalten Sie Ihre Warnblinkanlage an. Dann fahren Sie auf die äußere rechte Fahrspur. Dort behalten Sie den Seitenstreifen im Blick, um notfalls ausweichen zu können. In dieser Situation sollten Sie auf keinen Fall überholen. Halten Sie vielmehr genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Außerdem sollten Sie weiterhin auf den Verkehrsfunk achten, um zu erfahren, wann die Gefahr durch den Falschfahrer vorbei ist. Wenn Sie sich unsicher fühlen, sollten Sie die Autobahn bei der nächsten Gelegenheit verlassen. Fahren Sie entweder auf einen Parkplatz oder an der nächsten Abfahrt von der Autobahn."

Selbst auf der falschen Spur...

Und für den Fall, dass man wider Erwarten selbst zum Falschfahrer geworden ist, haben die ARAG-Experten ebenfalls klare Verhaltens-Empfehlungen parat: "Wenn Ihnen auf der Autobahn plötzlich nicht ein Fahrzeug entgegenkommt, sondern hunderte, ist Ihnen das passiert, was wohl fast alle Autofahrer für unmöglich halten. Sie sind als Geisterfahrer auf der Gegenfahrbahn unterwegs. Schalten Sie, sobald Sie Ihren Irrtum bemerken, das Licht und die Warnblinkanlage ein. So warnen Sie andere Verkehrsteilnehmer. Sie sollten auf keinen Fall wenden oder es auch nur versuchen! Fahren Sie stattdessen an den nächstgelegenen Fahrbahnrand. Stellen Sie das Fahrzeug dann dicht neben der Leitplanke ab und verlassen Sie vorsichtig das Auto. Begeben Sie sich hinter die Leitplanke und rufen Sie die Polizei unter dem Notruf 110."   (fi/wkp)

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