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Kommentare () Kommentare (0) 05.12.2018

Seat-Handel

Hochstimmung trotz Vertragskündigung

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Hochstimmung trotz Vertragskündigung
Seat-Händlerbeiratssprecher Schulz: "Wir haben ein super Jahr hinter uns."
© Foto: SMW-Autovertrieb GmbH

Deutschlands Seat-Autohäuser blicken trotz WLTP-Lieferproblemen auf ein hervorragendes Geschäftsjahr. Das beherrschende Thema auf der Händlerversammlung waren aber die neuen Verträge, die bald unterschriftsreif sein sollen.

Von Armin Wutzer/AUTOHAUS

Die Umsatzrendite liegt bei rund zwei Prozent, die meisten Händler haben dank einer Zuwachsrate von 16 Prozent ihre Jahresziele schon Ende November erreicht und der Auftragsbestand für das kommende Jahr beträgt mittlerweile bereits rund 35.000 Fahrzeuge. Zahlen wie diese sorgten auf der jährlichen Mitgliederversammlung des Seat-Händlerbeirats in Berlin für beste Laune. "Wir haben ein super Jahr hinter uns. Die Stimmung in den Betrieben ist ausgesprochen gut", sagt Benno Schulz, der Vorsitzende des Seat-Händlerbeirats, im Gespräch mit AUTOHAUS. Insgesamt waren rund 150 Vertragspartner der spanischen Marke in die Hauptstadt gekommen, darunter auch etliche Neumitglieder.

Ein paar "kleine schwarze Wolken", die die Hochstimmung trübten, gab es aber dann doch: Eine von ihnen war das Thema Händlerverträge. Diese hatte Seat im Oktober gekündigt und damit zunächst für etwas Verunsicherung gesorgt. Mittlerweile steht fest, dass rund 35 Partner keinen neuen Vertrag bekommen. Unabhängig von der Vertragskündigung hatte Seat zuvor bereits rund 30 weiteren Händlern signalisiert, dass sie keine Zukunft im Seat-Händlernetz hätten. All das sorgte zwar nicht für Begeisterung, ein großer Aufschrei blieb auf der Händlertagung allerdings aus. Das liegt nach Ansicht von Schulz vor allem am Vorgehen von Seat: Der Importeur habe die betroffenen Händler noch vor der offiziellen Kündigung in persönlichen Gesprächen darüber informiert dass sie kein neues Vertragsangebot erhalten, über die Gründe aufgeklärt und gute Abfindungsangebote vorgelegt. "Das ist anständig und sauber abgelaufen", urteilt Schulz.

Einigung noch in diesem Jahr angestrebt

Die Verhandlungen für die neuen Verträge gehen indes zügig und dem Vernehmen nach in guter Atmosphäre voran. Nach derzeitiger Planung sollen die Verhandlungen bereits am 19. Dezember in die vierte und letzte Runde gehen und noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen. Die neuen Vereinbarungen sollen dann bis 30. März unterschrieben sein und zwei Jahre später in Kraft treten. Ein ähnlich straffer Zeitplan ist für die Serviceverträge geplant, die nach den Händlerverträgen auf der Agenda stehen. Eine Befristung der Abkommen ist übrigens ausdrücklich nicht geplant.

Inhaltlich wird das neue Vertragswerk weitgehend identisch zu den VW- und Skoda Händlerverträgen und diesen zum Teil sogar wörtlich gleichen. "Unsere Kollegen haben sehr gut verhandelt. Mehr als VW und Skoda können wir kaum erreichen", sagt Schulz. Es liege daher nahe, nicht noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Es gebe lediglich zwei Punkte, die die Seat-Händler merklich anders regeln wollen: Die Ausgleichszahlungen, wenn Händler aus dem Netz ausscheiden, sowie die Vermarktung von Gebrauchtwagen. Es zeichne sich zudem ab, dass aufgrund der Vorarbeit von VW und Skoda im Seat-Vertrag viele Regelungen eindeutiger und konkreter festgelegt werden könnten als bei den Schwestermarken, so Schulz.

Loyalitätsbonus gefordert

Neben den neuen Verträgen besprachen die Seat-Vertragspartner auf der Versammlung zudem das Thema Loyalitätsbonus und forderten – genau wie ihre Skoda-Kollegen – einen Bonus in der Höhe wie ihn VW-Vertragshändler erhalten haben. "Ich verstehe nicht, warum wir hier ungleich behandelt werden. Wir alle haben Leasing-Rückläufer, die uns belasten", betont Schulz. Für Diskussionen sorgten in Berlin auch die langen Lieferzeiten infolge des neuen WLTP-Prüfzyklus'. Diese führten dazu, dass einige Kunden Bestellungen stornierten oder gar nicht erst aufgaben. So betrug beispielsweise die Wartezeit für den Ateca etwa sechs Monate und für den Arona rund vier Monate.

Seit Anfang des Monats habe sich die Lage jedoch spürbar entspannt, sagt Schulz. Das sowie die für 2019 geplante Modelloffensive mit dem großen SUV Tarraco und dem neuen Leon sorgen daher bei vielen für einen optimistischen Blick in die Zukunft. Der Händlerverband hält sogar eine durchschnittliche Umsatzrendite von 2,2 bis 2,3 Prozent für realistisch.

Verknüpfung mit "Seat Partner Dialog" hat sich bewährt

Vertreter von Seat waren bei der Tagung übrigens nicht zu Gast, da am darauf folgenden Tag in Berlin der "Seat Partner Dialog" stattfand (wir berichteten). Dort stellten sich die Führungskräfte des Importeurs dann Fragen, die die Mitglieder des Händlerverbands bereits am Tag zuvor einreichen konnten. "Das hat sehr gut geklappt", lobt Schulz. Die Seat-Vertreter seien keiner Frage ausgewichen und es habe sehr offene Gespräche gegeben. Die Verknüpfung der beiden Veranstaltungen habe sich daher aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe nicht nur logistisch sondern auch inhaltlich bewährt.

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