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Kommentare () Kommentare (0) 13.03.2018

Temporäre Händlerverträge

Plant VW Rückzug vom Lande?

Temporäre Händlerverträge
Plant VW Rückzug vom Lande?
Dirk Weddigen von Knapp: Verhandlungen könnten sich bis ins zweite Halbjahr 2018 hinziehen.
© Foto: Tim Wegner für VAPS

Die Ankündigung von Volkswagen, einigen Händlern künftig nur noch temporäre Verträge anbieten zu wollen, hat den Partnerverband aufgeschreckt. Generell laufen die Verhandlungen über die künftige Zusammenarbeit zäh.

Nach Darstellung des VW- und Audi-Partnerverbands (VAPV) will sich der Volkswagen-Konzern weitgehend aus dem ländlichen Raum zurückziehen. Anders als bisher betont, sehe die Volkswagen AG in der Kündigung der Verträge mit seinen Händlern und Service-Partnern offenbar doch ein Mittel, um eine Netzbereinigung vorzunehmen, sagte Verbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp am Montag auf der Mitgliederversammlung in Hannover. "Einigen unserer Partner wurde angekündigt, dass man ihnen nur noch temporäre Verträge bis zum 31. März 2023 anbieten werde und dass diese danach aus dem Netz ausscheiden müssten." AUTOHAUS hatte darüber bereits am Montag berichtet.

Vor 800 Händlern machte der Verbandschef laut einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung deutlich, dass man nicht wisse, wie viele Partner genau betroffen seien. Die ersten Meldungen zeigten aber eine Tendenz, dass Volkswagen den Rückzug vom Lande plane. Weddigen von Knapp: "Das Ausscheiden in ländlichen Gebieten kann dazu führen, dass Volkswagen dort zukünftig wahrscheinlich keine Rolle mehr spielen wird." Er kündigte an, die Vergabe temporärer Verträge juristisch prüfen zu lassen.

Der Wolfsburger Autobauer wollte nicht zu dem Thema Stellung nehmen. Ein Unternehmenssprecher verwies gegenüber AUTOHAUS auf die laufenden Gespräche mit dem Partnerverband.

"Positionen noch weit auseinander"

Der VAPV verhandelt derzeit mit dem VW-Konzern über neue Verträge, die das Verhältnis der Marken und seiner Händler sowie Service-Partner nach dem Jahr 2020 regeln sollen. Die Gespräche verliefen sehr schleppend, sagte Weddigen von Knapp. "Nach mittlerweile vier Gesprächsrunden sind die Positionen noch weit auseinander." So liege man beim Thema Service noch "kilometerweit" entfernt und im Vertrieb sehe man bisher keine Ansätze für eine Verständigung. Da in keiner einzigen Frage eine Einigung unter Zustimmung des Konzerns mit entsprechend geänderten Vertragspassagen erzielt worden sei, könnten sich die Verhandlungen bis ins zweite Halbjahr 2018 hinziehen, so der VAPV-Präsident.

Mit großer Skepsis sieht Weddigen von Knapp vor allem die von Audi vorgelegten Vertragsentwürfe. Wie berichtet, sollen die Händler zum Beispiel zukünftig nicht mehr per se berechtigt sein, alle Modelle zu vertreiben. Im Entwurf heißt es dazu: "Fahrzeugmodelle mit neuen Antriebsarten und neue Modellreihen werden nicht automatisch Vertragsprodukte. Die Audi AG kann den Vertrieb dieser Fahrzeugmodelle nach ihrem Ermessen gewähren". (AH)

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