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Toyota Mirai II: Der nächste Versuch

Toyota Mirai II
Der nächste Versuch
Die neue Generation verzichtet auf ein futuristisches Design und wird massentauglicher.
© Foto: Toyota

Mit dem Mirai hat Toyota als einer der ersten Hersteller ein Wasserstoffauto in Serie gebracht – mit ziemlich futuristischer Optik. Die zweite Generation kommt Ende des Jahres, und tritt deutlich zurückhaltender auf.

Man mag über den extrovertiert gestalteten Mirai denken, was man will, doch eins muss man Toyota lassen: Neben Hyundai und Honda sind die Japner der einzige Hersteller, der ein Serien-Wasserstofffahrzeug mit Brennstoffzelle im Portfolio hat und für jedermann zum Kauf anbietet. Mercedes beispielsweise gibt den GLC F-Cell nur wohldosiert in Flottenkunden-Hand und der BMW X5 i-Hydrogen Next kommt erst 2022 auf den Markt. Und der Mirai soll keine Eintagsfliege sein. Obwohl die Wasserstofftechnik noch nicht richtig in Schwung kommt und sich viele Hersteller derzeit, nicht zuletzt durch gesetzliche Vorgaben motiviert, auf batterieelektrische Autos konzentrieren, legt Toyota nun eine zweite Generation auf. Die soll die Brennstoffzellen-Technik endlich in eine erfolgreiche Zukunft führen – und verzichtet dafür auf das futuristische Design.

Während Generation eins um jeden Preis auffallen wollte, will Nummer zwei vor allem eins: gefallen. Die Fünf-Meter-Limousine punktet mit stimmigeren Proportionen, der Mirai ist ein paar Zentimeter länger und breiter geworden, gleichzeitig aber ein gutes Stück flacher. Die elegante Linien-Führung, die lange Haube und der mächtige Kühlergrilll erinnern ein wenig an Hyundais Nobel-Tochter Genesis, die durchgängige Rückleuchte am Heck entspricht dem aktuellen Zeitgeist ebenso wie das coupártige Dach. Das weckt, unabhängig von der Antriebstechnik, deutlich mehr Begehrlichkeiten als bisher.

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Toyota Mirai II

Freilich, ein bisschen Abenteuerlust gehört auch im Jahr 2020 noch immer dazu, wenn man sich auf das Thema Wasserstoff einlässt. Nach wie vor gibt es in Deutschland gerade mal rund 70 H2-Zapfsäulen, in Norwegen sind nach dem Brand einer Wasserstofftankstelle im Sommer 2019 noch immer einige Stationen geschlossen und in südlichen Ländern ist ohnehin keine Infrastruktur vorhanden. Wer beispielsweise über den Brenner fährt, hat in Bozen die letzte Gelegenheit, in Italien Wasserstoff zu tanken. Immerhin: Bei der Suche nach einer Zapfsäule hat man jetzt etwas mehr Spielraum. Der neue Mirai setzt auf drei Tanks, die T-förmig im Unterboden verbaut sind, und mit 5,6 Kilogramm Wasserstoff rund ein Kilogramm mehr Treibstoff speichern können als bisher. Damit steigt die Reichweite auf bis zu 650 Kilometer. Das Tanken selbst soll wie gehabt rund fünf bis sechs Minuten dauern.

Außerdem kann mit dem Mirai II ein Passagier mehr auf emissionsfreie Fahrt gehen, die Neuauflage ist als Fünfsitzer ausgelegt. Dank einer steiferen Karossiere, einem um 14 Zentimeter gewachsenen Radstand und dem Umstieg auf Heckantrieb verspricht Toyota zudem deutlich mehr Fahrfreude als bisher. Ein nicht zu verachtender Punkt, schließlich wollen auch Öko-Auto-Kunden häufig zwar sparsam, nicht aber unbedingt spaßarm unterwegs sein.

Weiterhin über 70.000 Euro teuer

Keine Überraschungen hält Toyota übrigens beim mit kupferfarbenen Akzenten aufgehübschten Innenraum bereit. Das Interieur wirkt japanisch-konventionell, mit großen Bildschirmen, nach wie vor reichlich Tasten und Schaltern und gemütlichen Sesseln. Und auch beim Preis wird vorerst wohl alles beim Alten bleiben. Heißt: Wenn der Mirai II Ende 2020 auf den deutschen Markt kommt, werden weiterhin weit über 70.000 Euro fällig sein. Erst mit der dritten Generation, so ließ es Toyotas Marketing-Chef für Europa, Matt Harrison, vor einiger Zeit verlauten, könne man den Preis wahrscheinlich auf den eines Hybrid-Fahrzeugs drücken. Ob es einen Mirai III geben wird, wird aber natürlich auch vom Erfolg der jetzt neu aufgelegten Generation abhängen. Zwar plädiert Toyota mit Nachdruck dafür, technologieoffen an alternativen Antrieben zu arbeiten und setzt auch bei den Akku-Autos nicht nur auf reine Batteriefahrzeuge, sondern vor allem auf Hybride und Plug-ins. Doch wenn das E-Auto dem Wasserstoff keine Chance lässt, wenn der Ladesäulen-Ausbau den Aufbau einer H2-Infrastruktur verhindert, dürften auch die Japaner irgendwann die Segel streichen. 

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