Fahrzeugüberwachung im Umbruch: Branche berät über neue Spielregeln

23.07.2026 10:36 Uhr | Lesezeit: 2 min
Verkehrssicherheit und die technische Fahrzeugüberwachung: Kfz-Gewerbe Hessen und Überwachungsorganisationen ziehen an einem Strang (v. li.: Lothar Ahlers und Joachim Kuhn).
Verkehrssicherheit und die technische Fahrzeugüberwachung: Kfz-Gewerbe Hessen und Überwachungsorganisationen ziehen an einem Strang (v.li.: Lothar Ahlers und Joachim Kuhn).
© Foto: Kfz-Gewerbe Hessen

In Hessen tauschten sich Vertreter von Kfz-Gewerbe, Prüforganisationen und Behörden über die technische Fahrzeugüberwachung aus. Im Mittelpunkt standen Digitalisierung, Verkehrssicherheit und neue regulatorische Vorgaben.

Die technische Fahrzeugüberwachung steht vor einem umfassenden Wandel. Beim jährlichen Erfahrungsaustausch des Kfz-Landesverbands Hessen mit den in Hessen tätigen Überwachungsorganisationen standen deshalb neue Prüfverfahren, die Digitalisierung sowie die Umsetzung künftiger EU-Vorgaben im Mittelpunkt.

Zu dem Treffen in Wiesbaden kamen Vertreter von Dekra, FSP, GTÜ, KÜS, TÜH, TÜV Hessen, TÜV Rheinland, TÜV Thüringen sowie des Regierungspräsidiums Darmstadt zusammen. Begrüßt wurden die Teilnehmer von Vorstandsmitglied Lothar Ahlers. 

Ein wichtiger Diskussionspunkt war die praktische Umsetzung technischer und regulatorischer Neuerungen. Landesgeschäftsführer Joachim Kuhn zog eine erste Bilanz des neuen Meldeverfahrens für Prüfstützpunkte. Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmer über Änderungen bei der Abgasuntersuchung, den Einsatz von HU-Adaptern in Kfz-Werkstätten sowie über die fortschreitende Digitalisierung der Prüfprozesse aus. 

NOx-Messung bei der HU umstritten 

Mit Blick auf Europa rückt zudem die geplante Neufassung der Richtlinie 2014/45/EU zur periodischen technischen Fahrzeugüberwachung näher. Daraus soll in Deutschland eine neue nationale Regelung zur regelmäßigen Fahrzeugüberwachung (RTPV) entstehen. Im Zuge dessen diskutierten die Teilnehmer auch über eine mögliche freiwillige Stickoxidmessung (NOx) im Rahmen der Hauptuntersuchung

Das hessische Kfz-Gewerbe sieht diesen Vorschlag derzeit kritisch. Nach Verbandsauffassung fehlen sowohl ein praxistaugliches Prüfverfahren als auch ein klarer Zusatznutzen. Zudem würden die Stickoxid-Grenzwerte an den relevanten Messstellen inzwischen überwiegend eingehalten, während der Anteil von Dieselfahrzeugen im Bestand kontinuierlich sinke.

Weitere Themen waren die Sicherheitsprüfung von Nutzfahrzeugen, die Erfahrungen nach dem Wegfall der hessischen Bündelungsbehörde sowie die Prüfung von Hochvolt-Ladeleitungen, die mit dem steigenden Bestand an Elektroautos zunehmend an Bedeutung gewinnt.


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