AUTOHAUS SteuerLuchs: Werbungskostenabzug bei Nutzung des Privatautos auf Dienstreise – trotz Dienstwagens

24.06.2026 09:05 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Die AUTOHAUS-Steuerexperten Barbara Muggenthaler und Maximilian Appelt (beide RAW-Partner)
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Dienstlich unterwegs mit dem eigenen Auto – obwohl ein Firmenwagen verfügbar ist: Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs sind solche Kosten nicht ohne Weiteres absetzbar.

Die Nutzung des Privatwagens für Dienstreisen kann grundsätzlich von dem Arbeitnehmer gem. § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4a S. 2 EStG als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Dabei kann der Arbeitnehmer auf zwei Wegen die entstandenen Kosten geltend machen: Er kann pauschal Kosten in Höhe von 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer geltend machen oder er kann die tatsächlich entstandenen Kosten darlegen (davon zu unterscheiden ist die Pendlerpauschale, diese beträgt seit dem 1. Januar 2026 0,38 Euro, davor waren es 0,30 Euro für die ersten 20 Kilometer und danach 0,38 Euro). 

Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte im Januar 2026 über einen Fall zu entscheiden, in dem ein Arbeitnehmer Dienstreisen, die er mit seinem Privatwagen durchgeführt hat, als Werbungskosten geltend machen wollte. Der Arbeitnehmer hat in entsprechendem Fall von seinem Arbeitgeber einen Dienstwagen gestellt bekommen. Für Dienstreisen mit dem Dienstwagen hat der Arbeitgeber die entstandenen Tankkosten erstattet. Bei genehmigter Nutzung des Privatfahrzeugs für Dienstreisen hat der Arbeitgeber eine Kilometerpauschale von 0,30 Euro erstattet.

Der Arbeitnehmer hatte mehrere Dienstreisen mit seinem Privatfahrzeug durchgeführt. Die dabei anfallenden Fahrtkosten machte er in voller Höhe als Werbungskosten geltend. Das zuständige Finanzamt ließ diesen Abzug der Aufwendungen nicht zu.

Bundesfinanzhof: Fahrtkosten unangemessen

Der BFH ist zu dem Entschluss gekommen, dass die Fahrtkosten nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Grund dafür war, dass der BFH die Fahrtkosten des Arbeitnehmers als unangemessen angesehen hat. Der Arbeitnehmer hätte für die Dienstreisen den Firmenwagen nehmen können, wobei diesem keine eigenen Kosten entstanden wären. Der konkrete Grund für die Nutzung des Privatwagens war, dass die Frau des Arbeitnehmers den Firmenwagen in der Zeit für private Zwecke genutzt hat.

Der BFH hat für solche Konstellationen den Begriff der "Über-Kreuz-Nutzung" erschaffen. Da dabei die berufliche Fahrt mit dem Privatfahrzeug durchgeführt wird, obwohl ein Firmenwagen zur dienstlichen Nutzung überlassen wurde, werden die Fahrtkosten, die als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden sollen, somit erst künstlich erschaffen. Dies solle nach Ansicht des BFH nicht zu einem steuerlichen Abzug der Kosten führen können.

Der BFH hat sodann entschieden, dass in vorstehendem Fall die Kosten nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden können.


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