Arbeitssicherheit im Autohaus: Externe Betreuung setzt sich durch
59 % der Kfz-Betriebe setzen heute auf externe ASiG-Betreuung. Der TÜV SÜD Trend Check zeigt in Folge 9, wie Autohäuser Arbeitssicherheit organisieren, welche Leistungen externer Fachkräfte für Arbeitssicherheit gefragt sind – und dass der Wunsch nach einem Komplettpaket dominiert.
Arbeitssicherheit im Autohaus – so haben wir befragt: Der TÜV SÜD Trend Check spiegelt die Meinung der Handelsbranche wider. Rund 275 Kfz-Betriebe aus dem Panel des Fachmagazins AUTOHAUS beantworteten im März 2026 Fragen zur Organisation der Arbeitssicherheit im Kfz-Betrieb. Die Ergebnisse zeigen nicht nur, wie die Branche heute aufgestellt ist, sondern auch, wo der Schuh drückt.
ASiG und DGUV Vorschrift 2: Warum externe Fachkräfte gefragt sind.
Wie sind die Händler derzeit bei der Arbeitssicherheit aufgestellt? Laut Umfrage hat jeder dritte befragte Betrieb (37 %) das Thema bereits vollständig in externe Hände gegeben (siehe unten stehende Grafik). Weitere 22 % nutzen eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit ergänzend zu eigenen Maßnahmen – zusammengenommen setzen also 59 % aufs Outsourcing. Damit ist externe Betreuung heute der meistgenutzte Ansatz im deutschen Automobilhandel. Nur 14 % haben alle Verantwortlichkeiten intern fest geregelt. Und 3 % der Betriebe geben an, über keinerlei klare Organisation zu verfügen – ein Risiko, das bei Betriebsprüfungen der Berufsgenossenschaft unmittelbar sichtbar würde. Die Pflichten nach ASiG (Arbeitssicherheitsgesetz) und DGUV Vorschrift 2 (Unfallverhütungsvorschrift Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit) gelten unabhängig von Betriebsgröße oder Organisationsform.
Arbeitssicherheit im Kfz-Gewerbe: Hohe Anforderungen an Autohäuser und Werkstätten
Autohäuser und Werkstätten gehören zu den Betriebstypen mit besonders umfangreichem Pflichtenprogramm: Gefährdungsbeurteilung Werkstatt, regelmäßige Mitarbeiterunterweisungen mit lückenloser Dokumentation, Betriebsbegehungen mit schriftlichen Berichten, arbeitsmedizinische Vorsorge durch einen Betriebsarzt im Kfz-Betrieb. Hinzu kommen branchentypische Risiken wie Gefahrstoffe (Öle, Lacke, Reinigungsmittel), Hebebühnen und Gruben sowie, mit wachsendem BEV-Anteil im Werkstattbetrieb, Hochvoltanlagen. Letztere erfordern speziell geschultes Personal, angepasste Schutzausrüstung und aktualisierte Gefährdungsbeurteilungen. Dieses Bündel an Anforderungen parallel zum Tagesgeschäft intern zu bewältigen, übersteigt die Kapazitäten vieler Betriebe.
Externe Fachkraft für Arbeitssicherheit: Das Komplettpaket ist gefragt.
Auf die Frage, welche Leistungen eines externen ASiG-Dienstleisters für sie am wertvollsten wären, antworten 33 % der Händler: das Komplettpaket, alles aus einer Hand (siehe Balkendiagramm). Dieser Wunsch liegt klar vor digitaler Dokumentenablage (13 %), Betriebsbegehungen (11 %) und der Organisation von Mitarbeiterunterweisungen (10 %). Einzelleistungen wie das Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen (7 %) oder die Übernahme der Betriebsarzt-Funktion (6 %) rangieren deutlich dahinter.
Detailblick nach Teilgruppen: Für wen haben Komplettpakete den meisten Mehrwert?
Autohausbetriebe wollen tendenziell Arbeitssicherheit nicht in Teilen managen, sondern vollständig abgeben. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei Händlern großer Import-Fabrikate: Nahezu jeder Zweite (49 %) nennt das Komplettpaket als wichtigste Dienstleistung. Bei deutschen Volumen-Herstellern liegt der Wert bei 41 %. Nach Betriebsgröße aufgeschlüsselt bewerten vor allem mittelgroße und große Händler (101–250 bzw. 251–500 Neuwagen) mit je über 40 % Zustimmung eine All-in-one-Lösung als wertvollsten Service eines externen Arbeitssicherheits-Dienstleisters.
Arbeitsschutz im Autohaus: Wie Betriebsgröße den Ansatz bestimmt.
Der hohe Stellenwert eines vollständigen Outsourcings der Arbeitssicherheit deckt sich auch mit den praktisch bereits umgesetzten Maßnahmen. 37 % lagern das Thema, wie eingangs erwähnt, schon ganz aus. Werfen wir auch hier noch einen Blick auf die Detailgruppen nach Händlergrößen und Fabrikat/Hersteller: So haben Händler deutscher Volumen-Hersteller die Arbeitssicherheit mit 56 % deutlich häufiger komplett ausgelagert als solche, die deutsche Premium-Marken führen (23 %). Die Händler großer und kleiner Import-Fabrikate liegen hier mit 39 % bzw. 27 % näher am Mittelwert.
Bei der Betriebsgröße zeigen sich ebenfalls Unterschiede: Nur bei 21 % der kleinen Betriebe (bis 100 Neuwagen) übernimmt ein externer Dienstleister die Beratung vollumfänglich. Bei großen Händlern (251 bis 500 Neuwagen) sind es ganze 63 %, bei sehr großen Häusern (über 500 Neuwagen) 51 %. Der leichte Rückgang an der Spitze erklärt sich durch vorhandene interne Ressourcen: Große Autohausgruppen beschäftigen häufig eigene Sicherheitsfachkräfte.
Für kleine und mittelständische Betriebe fehlt diese Infrastruktur – und ist oft auch nicht wirtschaftlich aufzubauen. Genau hier liegt der Kern des Angebots einer externen Fachkraft für Arbeitssicherheit im Autohaus: Sie übernimmt das gesamte Pflichtenprogramm und gibt dem Betrieb Planbarkeit, saubere Dokumentation und Haftungssicherheit in einem Paket. Mit steigendem BEV-Anteil und den damit verbundenen Anforderungen an Hochvoltschulung wächst dieser Bedarf weiter.
Fazit: Arbeitssicherheit im Autohaus als Daueraufgabe.
Die Ergebnisse des TÜV SÜD Trend Check sind eindeutig. Externe Betreuung der Arbeitssicherheit ist im deutschen Automobilhandel gelebte Praxis – und der Bedarf wächst. Wer die Pflichten nach ASiG und DGUV Vorschrift 2 ernst nimmt, schützt nicht nur seine Mitarbeiter, sondern auch den Betrieb vor kostspieligen Nachweisproblemen. Wer heute noch ohne belastbares System arbeitet, findet in einer erfahrenen externen Fachkraft für Arbeitssicherheit den direkten Weg zur Compliance.
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