TÜV SÜD im Autohaus Dresden: Prozesse aus einem Guss

Autohaus Dresden
Autohaus Dresden Geschäftsführer Christian Schleicher (r.) , und Tom Wollweber von TÜV SÜD setzen auf einheitliche Standards und effiziente Abläufe entlang des gesamten Fahrzeugmanagements.
© Foto: Stefan Walter

Das Autohaus Dresden arbeitet fortwährend an seinem Fahrzeug-Management – vom Remarketing der Leasingrückläufer über Gebrauchtwagen-Hereinnahmen bis zur Abwicklung des Schadengeschäftes. Dazu setzt Geschäftsführer Christian Schleicher auf die Zusammenarbeit mit TÜV SÜD. Die Ergebnisse zeigen: Es lohnt sich.

Veränderungen im Markt annehmen, die Strategie regelmäßig anpassen und dabei wachsen – diesem Ziel hat sich Christian Schleicher verschrieben, seit er Anfang 2014 die Führung des Autohaus Dresden übernommen hat. Mit Erfolg: Der Absatz stieg von rund 350 Neu- und 550 Gebrauchtwagen auf fast 1.000 Neu- und über 1.000 Gebrauchtwagen pro Jahr. Parallel dazu wuchs das Unternehmen von drei auf vier Standorte und von 70 auf mehr als 100 Mitarbeiter, darunter zwölf Auszubildende. Neben Zusammenschlüssen und Übernahmen trug dazu auch die Erweiterung des Markenportfolios bei. Heute vertritt die Gruppe Opel, Hyundai und Leapmotor. Ob Leasingrückläufer, Inzahlungnahmen oder Schadengutachten: Mit dem Wachstum stiegen auch die Anforderungen an ein effizientes Fahrzeugmanagement. Um die damit verbundenen Prozesse standortübergreifend zu steuern, setzt das Autohaus Dresden auf standardisierte Abläufe und die Zusammenarbeit mit TÜV SÜD.

Leasing als Erfolgsfaktor

Ein weiterer Booster ist die Vermarktungsstrategie für Neuwagen, die auf Leasing ausgerichtet ist. Bei insgesamt steigenden Stückzahlen im Neuwagensegment liegt die Penetration seit zehn Jahren im gewerblichen Bereich bei über 90 Prozent und bei Privatkunden inzwischen bei über 70 Prozent. „Im GW-Bereich schaffen wir mittlerweile eine Penetration von 20 Prozent“, sagt Christian Schleicher. Er erläutert, warum er sich als Verfechter von Leasing versteht: „Es ist für uns das beste Kundenbindungsinstrument mit maximaler Chance auf Anschlussgeschäft. Der Kunde kann dafür drei Jahre ein neues Modell zu kalkulierbaren Kosten fahren.“

Dieser Fahrplan erfordert wiederum straffe und effiziente Prozesse mit einheitlichen Qualitätsstandards bei Rücknahme der Leasingfahrzeuge, um sie schnell ins Remarketing zu bringen. Schließlich hat das Autohaus Dresden permanent einen Bestand von durchschnittlich 250 Gebrauchtwagen, von denen etwa 120 Leasingrückläufer sind. E-Modelle liegen derzeit bei lediglich zehn Prozent, da sie überwiegend noch von den Herstellern wiedervermarktet werden. Deren Anteil ist allerdings stark steigend.

TÜV SÜD Schleicher
© Foto: Stefan Walter

„Leasing ist für uns das beste Kundenbindungsinstrument – mit maximaler Chance auf Anschlussgeschäft.“


Christian Schleicher, Geschäftsführer Autohaus Dresden

Digital gestützte Kfz-Rücknahme

Organisation und Ablauf aller Leasingrücknahmen sind daher standortübergreifend strukturiert. „Hier kommt TÜV SÜD als Dienstleister ins Spiel, der über alle vier Autohäuser die Kfz-Bewertungen durchführt“, so Schleicher. Er begründet: „Für mich war es wichtig, zur Erstellung der Minderwertgutachten die Prüforganisation als neutrale Instanz in die Abwicklung zwischen uns und den Kunden einzubinden.“ Sobald eine Rücknahme ansteht und der Kunde für die Kfz-Bewertung einen Termin braucht, loggt sich der Verkäufer in die Software CarManager ONE von TÜV SÜD ein, wo er den Terminkalender der für das Autohaus Dresden abgestellten Spezialisten sieht und bucht ein offenes Zeitfenster für die Bewertung. „In der Anwendung zur Steuerung des Gebrauchtwagen-Prozessmanagements sind auch alle Daten vorab inklusive Historie gepflegt, welche die Bewerter direkt abrufen können. Das beschleunigt das Verfahren“, sagt Tom Wollweber, Gebietsverantwortlicher und Leiter des TÜV SÜD Service Center in Dresden.

TÜV SÜD Wollweber
© Foto: Stefan Walter

„Alle relevanten Fahrzeugdaten und die Historie sind bereits im System hinterlegt – das beschleunigt die Bewertung erheblich.“

Tom Wollweber, Leiter des TÜV SÜD Service Center in Dresden

Batteriegesundheit im Blick

Bei den Elektromodellen lässt das Autohaus Dresden zusätzlich den State-of-Health der Batterien bewerten. Zur Bestimmung des Batteriezustandes kommt die TÜV SÜD Fahrzeugdiagnose zum Einsatz. Diese Checks liefern
schnell Ergebnisse, die bei Leasingrückläufern im Autohaus Dresden nach drei Jahren Laufzeit durchweg positiv ausfallen. „Bisher erreichen die Leasingrückläufer stets einen Wert von 95 Prozent und mehr“, sagt Christian Schleicher. Unabhängig von den Checks werden seit vergange-
nem Jahr auch die verpflichtenden regelmäßigen Ladekabelprüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchgeführt.

Schnelle Vermarktung im Fokus

All diese Prozesse kommen auch bei Inzahlungnahmen zum Tragen. Nur bei sehr alten Fahrzeugen wird auf ein Minderwertgutachten verzichtet. Ansonsten gelten keine Einschränkungen hinsichtlich Laufleistung oder Zustand. „Wir nehmen alle Fahrzeuge in Zahlung. Sobald die Beschaffenheit klar ist, entscheiden wir über die weitere Verwertung“, so der Geschäftsführer. Für die Vermarktung von Gebrauchtwagen verfolgt das Autohaus Dresden das Ziel, Fahrzeuge spätestens nach zehn Tagen im Verkauf zu haben. „Bei rund 250 Kfz im Bestand handelt es sich um rund drei Millionen Euro gebundenes Kapital, das schnellstmöglich wieder frei werden muss“, erklärt Christian Schleicher. Unterstützung bietet dabei die TÜV SÜD-App PhotoFairy 360. Die Mitarbeiter im Bereich Fahrzeugerfassung erstellen damit standardisierte Fotos für die Onlinevermarktung. Die Fahrzeuge werden dabei in gleichbleibender Qualität aufgenommen. „Das hat den Vorgang massiv verkürzt.“

Flexible Prüfer vor Ort

Die Kfz-Bewertungen sind jedoch nur ein Teil der Leistungen, die TÜV SÜD für das Autohaus Dresden erbringt. Begonnen hat die Zusammenarbeit bereits vor mehr als zehn Jahren mit der Übernahme der HU-Prüfungen. „Mit unserem Wachstum und den Erfahrungen haben wir uns dann für die Prüforganisation als exklusiven Partner entschieden“, erläutert Schleicher. Dadurch wurde vor rund sieben Jahren auch die Zusammenarbeit im Schadengeschäft intensiviert.

TÜV SÜD Prüfingenieur Köckeritz
Prüfingenieur und Schadengutachter Lars Köckeritz übernimmt am Standort Dresden-Klotzsche sämtliche Aufgaben aus einer Hand: von der HU über Kfz-Bewertungen bis hin zu Schadengutachten.
© Foto: Stefan Walter

Das Pensum managt TÜV SÜD heute mit einer Fachkraft im Hauptbetrieb in der Bremer Straße sowie seit 2023 einer weiteren in der Filiale Dresden-Klotzsche. Dort übernimmt Lars Köckeritz, Prüfingenieur und Schadengutachter, sämtliche Aufgaben aus einer Hand: von der HU über Kfz-Bewertungen bis hin zu Schadengutachten. Die beiden fest eingesetzten Spezialisten unterstützen zudem die weiteren Standorte und werden von drei weiteren Experten bei Bedarf ergänzt. So entstehen einheitliche Standards entlang der gesamten Prozesskette.

Zentralisierte Schadenprozesse

Im Schadengeschäft wickelt das Autohaus Dresden über ein großes Karosserie- und Lackzentrum in Dresden Kaitz und ein kleineres im Stadtteil Klotzsche 250 und 300 Haftpflichtfälle jährlich ab. Hinzu kommen ca. 300 Kasko- und Teilkasko-Schäden sowie hin und wieder Schäden, die Kunden selbst zahlen. Sobald die Reparatur eines Kfz-Schadens in einer der Filialen ansteht, werden alle an der Regulierung Beteiligten digital eingebunden. Dafür bedient sich das Autohaus Dresden des Schadenmanagement-Tools autoclaim. Auch die Sachverständigen von TÜV SÜD stellen hier ihre Schadengutachten ein. „Sollte sich bei der Demontage herausstellen, dass eine Abweichung hinzukommt, nehmen wir die Ergänzung vor und binden sie ebenfalls gleich digital ein“, sagt Fahrzeugtechnik-Ingenieur Tom Wollweber.

Potenzielle künftige Veränderungen

Für Christian Schleicher läuft das Fahrzeugmanagement daher rund. Dennoch ist er der Meinung, dass es immer wieder Optimierungsbedarf gibt. Organisation und Aufbau hält er für einen lebenden Prozess. Insbesondere die zunehmende Zahl an E-Fahrzeugen, die aus dem Leasing zufließen, sieht der Geschäftsführer als Faktor, der in den nächsten Jahren das Handeln stärker beeinflusst. Elementare Frage hierbei: Wie ist der Batteriezustand bei Hereinnahmen nach sechs oder gar neun Jahren? „Die Bewertung des Batteriezustandes wird folglich an Bedeutung zunehmen. Das entsprechende Zertifikat ist dabei nicht nur ein wichtiges Verkaufsargument, sondern auch für den Erhalt der Garantie von Bedeutung“, so der Geschäftsführer. Darüber hinaus kann er sich vorstellen, dass komplette Bereiche wie das Unfallschadengeschäft justiert oder neu ausgerichtet werden. Christian Schleicher merkt an: „Wohin der Wandel auch führt, kompetente und langjährige Mitarbeiter sowie verlässliche Partner wie TÜV SÜD bleiben Säulen, um im Markt sinnvoll, effizient und zielorientiert Geschäfte betreiben zu können.“




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