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IfA MarkenMonitor 2021: Autohändler unzufrieden wie nie

Prof. Stefan Reindl hat die niedrigste Händlerzufriedenheit innerhalb der über 20-jährigen Historie des MarkenMonitors ermittelt.
© Foto: Screenshot

Bereits im vergangenen Jahr deckte der IfA MarkenMonitor erhebliche Missstände in der Hersteller-Händler-Beziehung auf. Nun zeigt sich: Es geht noch schlimmer. Die Studienautoren sprechen von einem "deutlichen Alarmsignal".


Datum:
07.09.2021
Autor:
rp
Lesezeit: 
5 min
1 Kommentare

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Die Zufriedenheit der Vertragshändler mit ihrem Hersteller/Importeur bleibt auf Talfahrt. Wie der am Dienstag vorgestellte IfA MarkenMonitor 2021 zeigt, wurde in diesem Jahr der schlechteste Wert seit Erhebungsbeginn im Jahr 1998 gemessen. "Mit der Note 3,3 verzeichnet die durchschnittliche Händlerzufriedenheit einen historischen Tiefpunkt", sagte Prof. Stefan Reindl anlässlich der Studienpräsentation in München.

"Dass es um die Händlerzufriedenheit nicht sonderlich gut bestellt ist, hat uns aufgrund der aktuellen Branchensituation nicht überrascht", betonte der Autoexperte und Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) im Rahmen der IAA. "Dass das negative Niveau aus dem vergangenen Jahr jedoch nochmals unterboten wird, ist als deutliches Alarmsignal und Weckruf zu verstehen."


IfA MarkenMonitor 2021 - Die Sieger nach Fabrikatsgruppen

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Prof. Reindl ist seit 2013 für das Forschungsprojekt MarkenMonitor verantwortlich. In diesem Jahr befragte das IfA rund 1.000 markengebundene Autohändler zur Zusammenarbeit mit dem Hersteller bzw. Importeur. Die Zufriedenheitsmessung betrachtet 38 Einzelkriterien in fünf Beziehungsfeldern: Produkt und Marke, Vertriebspolitik, Netzpolitik, Gebrauchtwagengeschäft und Aftersales. Partner der viel beachteten Branchenanalyse ist auch in diesem Jahr Autoscout24. Die Studienautoren betonten, dass der Rückgang der Gesamtzufriedenheit um 0,2 Notenpunkte nicht auf einzelne Bereiche zurückzuführen sei. Am unzufriedensten hätten sich die Autohäuser jedoch im Beziehungsfeld Vertriebspolitik geäußert. Diese rangiere nunmehr bei der Schulnote 3,51. IfA-Vize Prof. Benedikt Maier begründete die Entwicklung mit einem Zusammenspiel von mehreren parallel eintretenden Faktoren: "Einerseits äußern die Händler hier ihren Unmut hinsichtlich der aktuellen Fahrzeuglieferfähigkeit der Hersteller. Andererseits zollen zunehmende Direktvertriebsaktivitäten bis hin zu breit angelegten Vertragskündigungen ihren Tribut."
© Foto: Institut für Automobilwirtschaft

Porsche mit bester Bewertung

Mit Blick auf die einzelnen Marken berichteten Reindl und Maier von zahlreiche Verschiebungen innerhalb fünf Fabrikatsgruppen. Immerhin können mit Porsche (Nischenfabrikate) und Mitsubishi (kleine Importeure) zwei Hersteller ihre Spitzenpositionen halten. Der Zuffenhausener Sportwagenbauer führt mit der Note 2,37 auch das Gesamtranking an – Mitsubishi, der Überraschungssieger 2020, erhält dafür wieder den Nachhaltigkeitspreis.

Bei den deutschen Volumenherstellern ist in diesem Jahr Volkswagen top, bei den großen Importeuren die Schwestermarke Seat. BMW zeigt den Premiumrivalen Mercedes-Benz und Audi die Rücklichter.

Der IfA MarkenMonitor 2021 im Video!

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KOMMENTARE


Konzernhändler

08.09.2021 - 10:45 Uhr

Die stark sinkende Händlerzufriedenheit im VW-Konzern ist für mich keine Überraschung. Neben der Produktqualität und der Lieferfähigkeit spielt vor allem der Umgang mit dem Handel eine entscheidende Rolle. Wenn vom Handel 110% Leistungsfähigkeit erwartet wird, selbst aber nur eine mäßige Leistung abliefert dann sorgt das für Frust im Handel. Was dabei Angst macht ist die Tatsache, dass die Führungsebene davon nichts zu ahnen scheint, die Schwierigkeiten werden von unten nach oben immer mehr beschönigt. Des weiteren verzettelt sich der Konzern immer mehr in neuen Technologien, Kostenreduktion, halbfertigen EDV-Programmen und alternativen Vertriebsmodellen und vergisst dabei die Kernkompetenz eines Herstellers: die richtigen Produkte in einer guten Qualität zur richtigen Zeit in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen und dem Handel zu helfen, diese Produkte zu vermarkten. Dabei hapert es schon an den Basics: zum Beispiel hat es Skoda in den letzten 1 1/2 Jahren nicht geschafft, den Verkäufern einen Verkäuferarbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, der ein vernünftiges Angebot vor Kunde ermöglicht incl. Paketinhalten und Serienausstattungen, die der Kunde auch versteht. Der Handel ist permanent beschäftigt, die Unzulänglichkeiten des Herstellers vor Kunde auszubügeln. Auf Dauer führt dies zu Frust bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Handel und damit auch zu Fluktuation in den Autohäusern. Außerdem führt eine schlechte Händlerzufriedenheit zu einer schlechten Kundenzufriedenheit. Der Kunde und somit auch der Händler sollte im Mittelpunkt allen Tuns stehen, dies ist leider in den letzten Jahren verloren gegangen. "We act as one" ist in meinen Augen nur eine Floskel.


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