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Fahrbericht Toyota Aygo X: Knackiger, kurzer Hingucker

Der kleine und pfiffige Toyota Aygo X kommt im April in den Handel.
© Foto: Rocco Swantusch/Autoflotte

Das "X" beim brandneuen Kleinstwagen Toyota Aygo steht für "Cross". Der Neuling ist um 23 Zentimeter gewachsen und ein Hingucker geworden. Ab Ende April ist das kleine SUV zu haben. Autoflotte durfte ihn vorab testen.


Datum:
31.03.2022
Autor:
Rocco Swantusch/Autoflotte
Lesezeit: 
5 min
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Volltanken für 70 Euro – das geht im klassischen Benziner mittlerweile nur noch im Cityflitzer. So wie beim Toyota Aygo, dessen Tank nicht nur schmale 35 Liter fasst, sondern dessen Neuauflage nun ein "X" ziert. Das "X" steht übrigens für "Cross" und das passt ganz gut. Denn der 3,70-Meter-Neuling, der ab Ende April im Handel steht, ist "kross" geworden, also knackig kurz und dennoch ein Hingucker. Wobei sein Vorgänger satte 23 Zentimeter kürzer war und mit den damaligen PSA-Brüdern Citroen C1 und Peugeot 108 produziert wurde. Mittlerweile gehört das Werk in Tschechien den Japanern, und diese nutzen die Plattform des Yaris und Yaris Cross, um nun auch den Aygo zum kleinen SUV mutieren zu lassen. Neben dem Zuwuchs in allen Dimensionen (Breite: plus 12,5 Zentimeter, Höhe: plus 6,5 Zentimeter) ist es vor allem die um 5,5 Zentimeter erhöhte Sitzposition, die diesem Vorhaben Vorschub leistet.

Damit ist der Aygo Cross im Grunde ein neues Auto (Mini-SUV), in dem der zusätzliche Raum sowohl den beiden Frontinsassen zugeschlagen wurde (20 mm mehr Abstand zum Beifahrer, 45 mm mehr Abstand zwischen Schulterbund Karosse) als auch dem Kofferraum spürbar zugutekommt, denn der wächst um starke 60 Liter auf 231 Liter an. Da laut Toyota in 95 Prozent der Aygo-Fahrten die Rücksitzbank leer bleibt, ist diese Entscheidung nachvollziehbar, denn sowohl der Einstieg in den Fond gelingt nur mühsam und Platz ist dort hinten eben ein Luxus. So freuen sich eben die beiden in der Front über die vielen Annehmlichkeiten, die der Aygo X teilweise schon serienmäßig an Bord hat, was sich allerdings auch deutlich am Einstiegspreis ablesen lässt, aber dazu gleich mehr.   

Qualität der Sitze über Segment-Durchschnitt

Der erste Blick geht auf das bis zu 9-Zoll-Display (im Top-Niveau Explore Serie) oder er wandert durch das weit öffnende Falt-Schiebe-Dach, was im City-SUV-Segment seines gleichen sucht. Die Qualität der Sitze liegt deutlich über dem des Segment-Durchschnitts, was auch für die Funktionalität an Bord gilt. Das Gros der Steuerung passiert über das Lenkrad, was sich allerdings nur in der Höhe und nicht in der Tiefe verstellen lässt. Ebenfalls als Zeichen für die höhere Positionierung des Kleinsten mit dem Toyota-Signet dienen die LED-Scheinwerfer. Den Schwenk zu den Hochbeinern übernehmen die Reifen, die nur als 17 oder 18 Zöller erhältlich sind. Für schmal rechnende Pflegedienste, die bisher schon zum Aygo gegriffen haben, wird damit nicht nur die Anschaffung, sondern auch der Unterhalt teurer. Aber in Zeiten des Fachkräftemangels erfährt der Fahrer hier spürbar eine Wertschätzung, wenn er nun am Steuer des Cross sitzen darf. Die rechte Hand greift dann vielleicht zum Trinkbecher, der in einem der beiden Cupholder steht, während das Handy entweder per Kabel über den einzigen USB-Anschluss an Bord oder wireless in der Ladeschale ruht und lädt.

Das Koppeln des Handys klappt sehr leicht und Apple Car Play oder Android Auto laufen entweder per Kabel (beim 7- und 8-Zoll-Display im "Play"- respektive im "Pulse"-Niveau) oder eben kabellos im "Explore"-Aygo X. Hier ist das Navi ab Werk dabei und dieses bezieht seine Verkehrsdaten aus einer Cloud. Das Ergebnis ist nicht nur ein schnelles und aktuelles Lotsen, sondern man spart sich auch ein Daten-Update per USB-Stick, sofern dies jemand in der Vergangenheit gemacht hat.


Toyota Aygo X (2022)

Bildergalerie

Die nur knappe Mehrzahl der avisierten Käufer, nämlich zu 60 Prozent, sieht Toyota im Privatmarkt. Das Gros der preissensiblen Gewerbekunden greift dann wohl eher zu den Basisvarianten Aygo X und "Play" und startet die Reise mit dem Cross ab 12.933 Euro (netto). Was im Vergleich zum Ur-Aygo happig klingt, aber der Aygo X ist eben in vielerlei Hinsicht erwachsen geworden – auch beim Preis.

Ab dem "Pulse"-Niveau, das der Importeur für 60 Prozent der Gesamtverkäufe für relevant hält, wird der Stadtheld bunt. Die Zweilack-Kombis heißen vielsagend: Cardamom Green, Ginger Beige, Chilli Red oder Juniper Blue. Als Kontrastfarbe fürs Dach und das Heck dient Schwarz (genauer: Night Sky Black Mica). Die Leichtmetallfelgen bringen wahlweise passende Farbtupfer mit. Schade, dass man sich während der Fahrt so nicht selbst sehen kann, werden einige jüngere Fahrer denken, für die Toyota eigens einen günstigen Vollkaskoschutz aufgelegt hat. Als Trost rücken aber im Aygo Air mit dem Faltdach (ab 18.060 Euro netto) die Naturfarben ins Innere des kleinen Japaners.

Motor aus dem Vorgänger bekannt 

Der Nippon-Dauerläufer, der seit 2005 vordergründig durch die Städte düst, wirkt einerseits mit seiner beeindruckenden Armada an Helferlein (unter anderem ACC, Lane Assist, Verkehrszeichenerkennung) – die bis auf die Einparkhilfen und die Rückfahrkamera immer Serie sind – fast schon überfrachtet fürs A-Segment. Auf der anderen Seite bleibt der Motor der gleiche wie beim Vorgänger. Dessen 72-Otto-PS sind für das Habitat Stadt okay. Sie stoßen allerdings im gemischten Einsatz, wie auf der Testfahrt, schnell an diverse Grenzen. Der Dreizylinder harmoniert recht gut mit der Handschaltung, die allerdings nur fünf Schaltgassen kennt.

Wer dennoch lieber schalten lässt, holt sich für 14.782 Euro netto (Play) das CVT-Getriebe, was das bisherige automatisierte Schaltgetriebe ablöst. Hiermit reizt man nicht nur den WLTP-Normbereich von 4,7 bis 5,4 Litern komplett aus, sondern mutet auch seinem Hörnerv einiges zu. Denn ohne Not klingt die Automatik ständig überreizt, so dass die prognostizierten 25 Prozent an Automatikkäufern eher hoch gegriffen sind. Die Empfehlung gilt der manuellen Option. Den damit etwas höheren Topspeed (158 statt 151 km/h beim CVT) wird man nicht wirklich spüren, allein an Ermangelung an Gegebenheiten diese auszufahren. Umso mehr freut man sich über den kleinen Wendekreis von gut zehn Metern, der dem Wuseln durch die City entgegenkommt. Und irgendwann freut man sich auch über die Tatsache, dass Volltanken für 70 Euro doch noch funktioniert.

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