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HB ohne Filter: Euro-7-Verteuerung +++ Weihnachtslichter im Autohaus +++ Pkw-Diebstahl 2022

© Foto: Prof. Hannes Brachat/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
28.10.2022
Lesezeit:
15 min

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Euro-7-Abgasgrenzwerte - Die neue Verteuerung +++ Fahrzeugzulassung bis zum Jahresende - ein Muss! +++ Weihnachtslichter im Autohaus - an, aus oder dimmen? +++ Sauerstoff per Liquidität +++ Autodiebstahl in spürbarer Reduktion! 

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Montag, 24. Oktober 2022

Euro-7 Abgasgrenzwerte - Die neue Verteuerung

Am 9. November 2022 soll die neue Abgas-Verordnung Euro-7 bekannt gegeben werden. Es soll die Konzentration der Schadstoffe weiter abgesenkt werden. Besonders der Ausstoß von Kohlewasserstoffen, Stickoxiden sowie Feinstaub. Die regulierungsbedingten Kosten werden für jeden Pkw und leichte Nutzfahrzeuge damit um voraussichtlich 304 Euro steigen, für Lkw und Busse um 2.681 Euro. Autos werden noch teurer. 

Es ist interessant zu lesen, wie der neue 41-seitige Entwurf zur Verordnung in der Presse charakterisiert wird. Die "FAZ": "EU-Kommission schwächt Pläne für Euro-7-Abgasgrenzwerte ab". Das "Erste Deutsche Fernsehen": "Neue Abgasnorm macht Autos teurer". Das "Handelsblatt": "EU bringt verschärfte Abgasnorm auf den Weg". Und die links-grünen Redakteure der "Süddeutschen Zeitung": "EU plant laxe Abgasnormen".

Gut, die Kommission entschied sich für eine milde Verschärfung aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der gestiegenen Rohstoffkosten der Automobilwirtschaft. Selbst diese schwache Verschärfung lehnt die größte Fraktion im EU-Parlament, die Christdemokraten ab. Markus Ferber (CSU, Augsburg), der wirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion: "Die verschärften Abgasnormen machen das Auslaufmodell Verbrennungsmotor in seiner Gnadenphase zur kostspieligen Investition. Das Timing könnte kaum unpassender sein: Die Welt geht in Flammen auf, die Inflation lässt die Preise in die Höhe schnellen, und die Kommission schlägt neue Abgasnormen vor, die letztlich die Preise für Autos und vor allem für Laster und Busse weiter erhöhen werden."

Die Automobilindustrie setzt – weil es die Politik so will, nicht der Kunde - aus Kostengründen in der Entwicklung auf das E-Auto und zieht sich in der Weiterentwicklung vom Verbrennungsmotor zurück. Renault-CEO Luca de Meo bezeichnet nicht nur die Euro-7-Regelung für Unsinn, sondern vertritt den Standpunkt: "2030 werden nicht mehr als 35 Prozent der verkauften Autos weltweit (!) Elektroautos sein." Warum schaut man so bewusst an den 1,5 Milliarden Verbrennungsmotoren vorbei, obwohl man diese mit E-Fuels nach und nach umweltfreundlich gestalten kann? 

Es gibt Firmen wie Aurobay, die einen Gegenentwurf zu den Strategien der globalen Automobilhersteller vorlegen. Sie sind der Auffassung, dass das Geschäft mit Verbrenner noch in den nächsten zehn bis 15 Jahren attraktiv ist, vor allem in Märkten wie Indien, Brasilien und Südostasien. Angeblich kann es sich kein Hersteller mehr leisten, E-Mobilität, Digitalisierung und gleichzeitig neue Verbrenner entwickeln. Man sollte aber nicht die Technologie verbieten, sondern dem CO2-Ausstoß. Es wird Firmen geben, die E-Fuels für weniger als zwei Euro pro Liter produzieren können und das wird die Akzeptanz der Verbrenner weltweit in ein neues Öko-Licht setzen! 

Gewiss, weitere Klimaanstrengungen sind erforderlich. Audi-Chef und Ex-BMW-Manager Markus Duesmann setzt sich aktuell für autofreie Tage an. Und Sprit – so meint er - lässt sich über ein Tempolimit einsparen. Das ließe sich doch zeitlich über den Winter eingrenzen.

Man sollte aber den radikalen Ökofantasten einmal deutlich machen: Selbst wenn wir den deutschen CO-2-Weltanteil von zwei Prozent auf Null stellen, haben wir immer noch keinen blauen Himmel! Die "grünen Damen und Herren" zeigen sich dann verwundert, dass eineinhalbstündige massive Verkehrsbehinderung mit Unfallgefährdung durch geplantes provozierendes Abseilen auf der Autobahn zwei bis vier Jahre Haft einbringen. Der Amnestieantrag dagegen ist wegen Unverhältnismäßigkeit bereits gestellt. Man würde sich viel mehr internationale Umweltaktivitäten wünschen. Chinas CO2-Beitrag liegt bei 28 Prozent, USA 15 Prozent Indien sieben Prozent, Russland fünf Prozent. Von der Umweltsünde Ukrainekrieg spricht niemand! Allerdings über den Wiederaufbau der Ukraine in Höhe von 750 Milliarden Euro, den der Westen bezahlen soll, obwohl Putin und seine Kreml-Hardliner das Verbrechen bewirkt haben. Welch verkehrte Welt!

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Dienstag, 25. Oktober 2022

Fahrzeugzulassung bis zum Jahresende - ein Muss!

Wie lange braucht diese Staatsbürokratie noch, bis man Neu- und Gebrauchtwagen in Deutschland rund um die Uhr per Internet zulassen kann? Die Verkehrsminister der Bundesländer wollen das bis im Mai 2023 realisiert haben. Man misstraut diesen ewigen Ankündigungen.

Glücksfall: Silvester fällt dieses Jahr auf einen Samstag, also können die Zulassungsstellen bis Freitag 30. Dezember geöffnet haben. Oder gar an Silvester bis 12 Uhr! Halbtags. Das ist wichtig, um den Kunden den Umweltbonus von bis zu 4.500 Euro für sein Hybridfahrzeug zu sichern.

Wie zu hören ist, will man die Zulassungsstellen aber zwischen Weihnachten und Neujahr schließen. Energie sparen! Ein "sauberer" Vorwand. Dann soll eben zwischen den Jahren die halbe Mannschaft mit dicken Pullovern kommen. Entscheiden tun dies die Landräte bzw. Oberbürgermeister. Die jeweilige Auto-Innung ist daher angehalten, das vor Ort rechtzeitig politisch zu klären. Ein Anschreiben in Ehren! Ein echter Obermeister ist mit seinem Landrat oder Oberbürgermeister per Du und klärt das in einem persönlichen Gespräch vor Ort. Andere Zeiten, andere Sitten!

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Mittwoch, 26. Oktober 2022

Weihnachtslichter im Autohaus - an, aus oder dimmen?

Es hat seinen tiefen symbolischen Grund, dass das Weihnachtsfest in der dunkelsten Zeit im Jahreskreis stattfindet. Wer Freude schenken will, sollte zur Weihnachtszeit Licht verschenken. Die Energiekrise stellt nun dazu die Frage einer notwendigen Veränderung. AUTOHAUS befragt die Branche dazu aktuell über seinen LinkedIn-Kanal. Bislang haben wir dazu über 500 Stimmen erhalten:

© Foto: AUTOHAUS

Wohl dem, der seinen Strom auf dem Betriebsdach selber produziert und speichert. Er tut sich in der Entscheidung für weihnachtliches Leuchten leichter. Auch unter dem Aspekt des jeweiligen Standortes kann man eine Entscheidung finden. Was machen beispielsweise dort im Gewerbegebiet die benachbarten Unternehmen? Die Frage stellt sich dann an urbanem Standort wieder anders. Treffen Sie eine gute Gegenwartsentscheidung. Wie ich einschlägige Schwaben kennen, werden sie an Weihnachten mindestens Teelichter vom Aldi Süd platzieren.

Donnerstag, 27 Oktober 2022

Sauerstoff per Liquidität

Es gibt in der Betriebswirtschaft gewisse Grundregeln, die man als Unternehmer immer im Blickpunkt haben sollte. Eine davon lautet: Liquidität vor Rentabilität! Lange Wartezeiten und Lieferengpässe im Fahrzeuggeschäft erschweren derzeit die Balance. Geistesgegenwart ist gefordert. Bei der Einkaufs- wie bei der Absatzfinanzierung.

Bankier Andreas Finkenberg, eine Brancheninstitution, hat 2015 Yareto, ein Vergleichsportal für den Autohandel gegründet. Der Händler findet dort beispielsweise zehn Banken, deren Konditionen er bei der Absatzfinanzierung vergleichen kann. Günstigster Kreditzins liegt bei 3,29 Prozent. Die Offerten am Markt gehen bei der Absatzfinanzierung hoch bis zu acht (!) Prozent. Yareto arbeitet mit 14.848 Händlern zusammen. Die Händler - das ist gerade interessant für Autohäuser, die künftig ihren Vertriebsvertrag verlieren - haben über den Yareto-Verbund mit ELN die Möglichkeit, verfügbare Fahrzeugmodelle direkt zu beschaffen. Hinschauen, vergleichen!

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Freitag, 28. Oktober 2022

Autodiebstahl in spürbarer Reduktion!

Für 2021 melden die Versicherer weniger als 10.000 Autodiebstähle. Die lagen mal bei jährlich 130.000 Einheiten! Die Sicherheitstechnik sowie strengere und effektivere Strafverfolgung zeigen Wirkung! SUV der gehobenen Klasse haben immer noch besonderen Klau-Magnetismus. Diese Woche erzählte mir ein Händler von zwei Premium-Fahrzeugen, die aktuell auf seinem Hof entwendet wurden. Schaden 160.000 Euro. Offensichtlich haben sich die Täter über eine Probefahrt die Fahrgestellnummer besorgt und neue Schlüssel nachgeordert. Ersatzschlüssel kosten bei gehobener Technik beispielsweise bei Audi zwischen 230 und 375 Euro, bei BMW zwischen dem Notschlüssel 26 und 660 Euro, VW rechnet zwischen 128 und 294 Euro ab. 

Einige Hersteller bieten inzwischen auch das Handy als digitaler Autoschlüssel (Digital Key) an. Mit einer App kann man das Fahrzeug entriegeln. Bei einer anderen Machart kann man das Auto auch starten. Es werden in überschaubarer Zeit digitale Kennzeichen dazu beitragen, Diebstahl zu verhindern. Da leuchtet dann auf dem digitalen Nummernschild groß auf: "Stolen" - und das in wirr blickender Manier! Diese internationalen Klaubrüder werden nicht einmal gründlich bestraft. Dazu berauben sie einem noch das kostbarste Gut: viel Zeit! Welch ein Aufwand ist in einem Autohaus mit einem derartigen Diebstahl via Polizei, Versicherung, Hersteller verbunden?! 

In besagtem Diebstahl wurden die beiden Fahrzeuge zur Fahndung ausgeschrieben. Der eingebaute Tracker machte die Fahndung über den GPS-Ortungssender möglich:

© Foto: Screenshot

Der Tracker zeigte schließlich die Ortung des gestohlenen Fahrzeuges am Samstagmorgen um 8 Uhr an. Finde in einer fremden Stadt am Samstagmorgen eine Polizeistation, die sich auf eine Attacke an schwierigem Einzugsgebiet freut! Neben der Polizei ist umgehend die Versicherung zu informieren, um größere Rechtsfolgen zu vermeiden.

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Spruch der Woche

"Äußere Ordnung trägt zu innerer Ruhe bei." (G. Rubin)

Mit farbigen Herbstgrüßen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 4. November 2022!

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