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HB ohne Filter: MeinAuto Group +++ Tchibos Abo-Offerte +++ AvD-Petition gegen Euro 7 +++ Zum Tode von Hans Küng

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
09.04.2021
Lesezeit: 
6 min

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MeinAuto Group - der "Untergrundhandel" des Rudolf Rizzolli +++ Tchibos neueste Auto-Abo-Offerte +++ AvD-Petition gegen Abgasnorm Euro 7 +++ Zum Tode von Hans Küng

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Dienstag, 06. April 2021

MeinAuto Group - der "Untergrundhandel" des Rudolf Rizzolli

Ein britischer Finanzinvestor, HG, kauft 2018 "MeinAuto.de" und will die Nummer-eins-Plattform für Neufahrzeuge in Europa werden. Und das mit der Zielsetzung: Börsengang. Das Unternehmen soll gegenwärtig über eine Milliarde Euro wert sein. Wo denn, wie denn, mit was denn? Im Klartext: Die englische Kapitalanlage lechzt nach kapitalistischem Abgreifen! Zu wessen Lasten? Vornehmlich des markengebundenen Autohandel.

Wenn also MeinAuto Group 2020 angeblich mehr als 200 Millionen Euro Umsatz und nahezu 40 Millionen Ebitda (operativer Cashflow) erzielte, sprechen wir von 20 Prozent Rendite. Woher kommen diese? Da sind zunächst die Hersteller/Importeure zu benennen, die bei diesem "Rizzolli-Treiben" im Hintergrund aktiv mitmachen, obwohl sie in Wahrheit in der Konkurrentenrolle stecken. Es dominiert immer wieder das süße Gift der Menge um jeden Preis, das zu Rabattdimensionen führt, die alles andere als einen soliden Preiskorridor darstellen. Einige wenige machen das Geschäft ausschließlich zu ihren Gunsten und verhunzen mit ihrem aggressiven Preisgebaren den gesamten Markt.

Diese Überkapitalisten, wo immer sie auch herkommen, woher sie aus welchen Steuerparadiesen immer ihr Kapital beziehen, um derartige Investments zu betreiben, holen sich dann ausgeschlafene "Top-Manager", die z.B. wie Rudolf Rizzolli die raffinierte Sixt-Schule durchlaufen haben. Rizzolli war erster Mann bei Sixt Leasing und hat einschlägige Erfahrung bei einem Börsengqang. Obwohl Rizzolli bei Sixt seinen Hut nehmen musste, ob aus akademischer Titelsucht oder mentaler Differenzen, meint er in einem aktuellen FAZ-Interview: "Das war eine tolle Zeit." Bei Sixt! Wir halten fest: Rizzolli ist ein Rabulistiker, der den wahren (Sixt-) Sachverhalt öffentlich einfach verdreht.

Das Firmenkonglomerat

Die MeinAuto Group besteht aus drei Unternehmen:

  • MeinAuto.de
  • Athletic Sport Sponsoring (ass-team.net)
  • Mobility Concept (Flottenmanagement)

Im Interview mit der "FAZ" vom 4. April 2021 ist für Rizzolli das Auto-Abo der große Trend. Schaut man bei MeinAuto.de im Netz nach, dann kommt auf der zentralen Website des Hauses das Wort Abo überhaupt nicht vor. Wichtige Erkenntnis: Wunsch und Wirklichkeit liegen bei Rizzolli weit auseinander. Er lädt mit System Richtung Börsengang auf.

Schaut man auf den weiteren "Baustein" des Hauses, die Athletic Sport Sponsoring, dann landet man dort im Netz bei ASS und liest dort, dass man bereits 23 Jahre Erfahrung auf dem Auto-Abo-Markt hat. Wer prüft das nach? Was da also 1997 begann, als man eine geschlossene Gruppe aus gehandicapten Olympioniken - also die gehandicapte Speerwerferin - begann, die für ihr Anliegen keinen Sponsor fand, hat sich bis heute gehörig gewandelt. Man schaue mal nach, wer da im Sport heute alles heute mit Großabnehmerkonditionen betreut wird? Vor allem die Pressesprecher der jeweiligen Sportlandesverbände u.a. Nichts mit geschlossener Gruppe.

Operative Ebene

Vertieft man bei ASS die Spur in der Google-Suche, stößt man dort – siehe Abbildung – auf die Website www.bsw.de. Der BSW ist nicht einmal in der Lage seinen "Verbandsnamen" auszuschreiben. In Wahrheit offeriert er Vorteile für den Öffentlichen Dienst. Schaut man noch tiefer im Impressum nach, dann ist BSW das Verbraucher-Service-Beamten-Selbsthilfewerk, GmbH, Bayreuth. Schon die Rechtsform GmbH deutet auf Gewinnerzielungsabsicht hin und der Name suggeriert mehr als einen karikativen Zweck. Der arme öffentliche Dienst, die armen Beamten, sie müssen sich selber mit Gewinnerzielungsabsicht helfen. Sakrament! Das ist mehr als grenzwertig. Einfach unsolide! Den "öffentlichen Dienern" werden dort also Autos bis zu 40 Prozent günstiger angeboten. Ergo: Rizzolli dient sich grenzwertig den "öffentlichen Dienern" an.

Da läuft noch vieles unter der Decke, was quasi geheim gehalten wird. Die "Rizzollis" gehen wie man hört an den Ärzteverband, den Hartmannbund und bieten nicht nur den Ärzten, sondern der ganzen Arztpraxis ihre Dienste an. Den Frieseurinnungen, Bauinnungen, den Bauern u.a. Es gibt in dem Rizzolli-Konglomerat noch weitere Verschachtelungen. Sei es "MeinAuto local". oder ProNeuwagen. Ein Externer blickt da nicht durch. Im Klartext: Transparenz ist nicht Rizzollis Stärke! Im Gegenteil: Maulwurfsphilosophie, im Dunkeln arbeiten.

Gezielte Verzerrungen

Dann muss man hören wie Rizzolli, die eigene Schwachstelle, dass MeinAuto.de im eigenen System keine Probefahrten offerieren kann, geschweige denn den Händler offen benennt, der das jeweilige Fahrzeug über die Plattform verkauft und liefert: "Beim Händler ist die Wahrscheinlichkeit (bei einer Probefahrt – persönliche Anmerkung) übrigens auch verschwindend gering, dass genau das Auto, wie sie es gerne hätten, in exakt der Farbe und der Ausstattung vor Ort steht und sie damit eine Probefahrt machen können." Und Rizzolli will mit derartigen Aussagen Partner der Autohändler sein?

Dann behauptet Rizzolli, dass die durchschnittliche Monatsrate im Auto-Abo unter 200 Euro liege. Im Klartext: Rizzolli ist ein Tatsachenverdreher. Hier die Wahrheit: Die Durchschnittsrate beim Auto-Abo liegt bei ca. 400 Euro pro Monat.

Flottenaktivitäten

Dem dritten Baustein, Flottenmanagement, betreibt Rizzolli so, dass hier ganz gezielt affine Unternehmen angegangen werden. Beispiel: EnBW (Energie Baden-Württemberg). Rizolli ergreift hier eine kraftvolle E-Mobilitätsinitiative inkl. umfassender Leasing-Services. Das Ganze wird auf Mitarbeiter von EnBW übertragen. Alles einfach, um ein E-Fahrzeug zu nutzen. Klartext: Rizzolli greift rigoros die Schwächen im Flottenmanagement der Autohändler, seine Partner (!) an.

Fazit: Der "Untergrundhandel" nutzt clever die "Dummheit" der Autohändler schamlos aus. Und die Händler wirken da aktiv am Sägen des berühmten Astes mit, auf dem sie sitzen. Und die Hersteller/Importeure gehören gleichermaßen zu den Förderern all dieser halbseidenen Vertriebskanäle und öffnen mehr und mehr deren Tore.

MeinAuto.de
© Foto: MeinAuto.de
www.bsw.de/ASS
© Foto: Prof. Hannes Brachat

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Mittwoch, 07. April 2021

    Tchibos neueste Auto-Abo-Offerte

    Der Branchenaufschrei bei den Autohändlern inklusive deren Markenverbände um die neueste Tchibo-Aktion ist angebracht. Warum? Es geht um eine massive Verletzung des selektiven Vertriebssystems. Es können sich diverse Akteure wie im Fall von Tchibo, besser über Like2drive alias Gert Schaub, außerhalb des Systems Neufahrzeuge bar jeglichem Margengefüge besorgen. Und das alles ohne jegliche Standards. Mit Tchibo wurde jetzt der Fiat 500e Icon sowie das Tesla Model 3 aufgelegt. Bei Tesla sollen es 20 Exemplare gewesen sein, die sehr rasch vergriffen waren. Die Tchibo-Aktion also, ein PR-Gag.

    Es zeigt sich bei diesen Aktionen, wie weichgespült der Begriff Auto-Abo ist. Ich wollte mir einen Fiat bestellen und werde dann aufgefordert, Führerschein, Personalausweis sowie zwei Gehaltsnachweise hochzuladen. Komisch, bei anderen Abo-Anbietern genügt die Angabe der Kreditkarte. Dann sieht man in der Abbildung, dass die Laufzeit mit 13 Monaten fix vorgegeben ist. Andere Abo-Anbieter bieten die Möglichkeit nach drei Monaten Laufzeit flexible Kündigungsmöglichkeiten sowie flexible Laufleistung an. Ergo: Es handelt sich bei Tchibo im eigentlichen Sinne um ein Full-Service-Leasingangebot, nicht um ein klassisches Auto-Abo. Der Einkauf läuft also über eine Leasinggesellschaft. Und gerade die 30 großen Leasinggesellschaften spielen die Hersteller/Importeure über spezielle Rahmenabkommen gegeneinander aus.

    Verantwortlich für diese Geschäfte ist beim jeweiligen Hersteller/Importeur der Flottenmanager oder Vertriebsdirektor. Eine spezielle Regelung sieht dann beispielsweise so aus: Der Hersteller sucht sich einen großen Händler aus, der nimmt die 300 Einheiten mit 42 Prozent Nachlass ab, behält zwei Prozent und reicht die Fahrzeuge an die jeweilige "Leasinggesellschaft" durch.

    Es kommt ein weiteres Phänomen hinzu. Die Tchibo-Käufer können weder eine Probefahrt machen noch können sie das Produkt live sehen. Man geht zum Händler, informiert sich eingehend und verabschiedet sich mit dem bekannten Satz: "Ich muss es mir nochmals überlegen." Wenn dann einer bei Tchibo zugreift, kann er sich seinen Neuen direkt nach Hause liefern lassen. Das heißt, der Händler hat an diesem Kunden keinerlei geschäftlichen Nutzen. Wenn sich der Auto-Abo-Kanal als vierte Vertriebsvariante etablieren sollte, dann muss das Geschäftsmodell so gestaltet sein, dass der Handel involviert ist. Und den Verantwortlichen beim Hersteller/Importeur sei ins Stammbuch geschrieben, dass Tchibo-Geschäfte mit über 40 Prozent Nachlass alles andere sind als ein intelligentes Geschäftsmodell. Die 200 Fiat-Einheiten bei Tchibo - so hört man - nehmen die Fiat-Händler bei über 40 Prozent Marge sofort zusätzlich ab und schaffen so mit Sicherheit ein besseres Markenerlebnis, als …

    Tchibo-Konfigurator
    © Foto: Prof. Hannes Brachat

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    Donnerstag, 08. April 2021

      AvD-Petition gegen Abgasnorm Euro 7

      Die EU-Kommission plant gegenwärtig für 2025 die neue Schadstoffnorm Euro 7 verbindlich in Kraft treten zu lassen. Damit wäre eine einseitige Bevorzugung des Elektroantriebs gegenüber anderen alternativen Antriebskonzepten gegeben sowie das Aus für den Verbrenner angesagt. Der Verbrennungsmotor kann aber beispielsweise bei Verwendung alternativer Kraftstoffe, zu denen auch E-Fuels und Wasserstoff zählen, einen elementaren Beitrag leisten.

      In Gesprächen mit VW-Händlern trifft man immer wieder auf den Vorbehalt, dass Konzernchef Herbert Diess so einseitig auf das Elektroauto setzt, zumal sich das E-Auto gerade in Städten mit Miethochhäusern der notwendigen Ladesäulen wegen gar nicht realisieren lässt. In Frankfurt hat beispielsweise der AvD vor seiner Verbandszentrale eine Schnellladesäule installiert. Nun darf – so die Behörde – im Umkreis von zwei Kilometern keine weitere E-Ladesäule installiert werden.

      VDA-Präsidentin Hildegard Müller formulierte den politischen Anspruch in kluger Bildersprache so: "Bevor sich das Elektroauto in Deutschland nicht etabliert hat, sollte man für die Abschaffung der Verbrennermotoren kein konkretes Datum setzen."

      Wer das politische Anliegen unterstützt, sollte innerhalb der nächsten fünf Wochen die Petition hier unterschreiben und gegen die EU-Pläne aktiv werden!

      AvD-Petition
      © Foto: Screenshot www.openpetition.eu/petition/online/euro-7-norm-stoppen-benziner-und-diesel-retten

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      Freitag, 09. April 2021

        Zum Tode von Hans Küng

        Am Dienstag dieser Woche verstarb in Tübingen die phänomenale geistige Koryphäe, der katholische Priester Prof. Dr. Hans Küng (93). Er erhielt in der Universitätsstadt 2002 die Ehrenbürgerwürde. OB Boris Palmer: "Er wird auf dem Stadtfriedhof seine Ruhestätte finden. Dort, wo die großen Toten unserer Stadt begraben sind." Baden Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann: "Mit seinem beeindruckenden theologischen Wirken war Hans Küng für viele Menschen - mich eingeschlossen - ein wichtiger und wegbereitender Lehrer in Fragen des Glaubens, des ethischen Handelns und der Deutung des Weltgeschehens." Dem möchte ich mich gerne anschließen.

        Ich habe viele seiner Bücher förmlich verschlungen. In seinem Buch "Existiert Gott?" zeigt das geistige Genie auf über 800 Seiten, dass Gottesglaube und Moderne vereinbar sind, trotz zunehmender Individualisierung, Rationalisierung und Pluralisierung und trotz des Bedeutungsrückgangs von Religion. Er reflektiert dazu historisch und systematisch breit über die Gottesfrage der Moderne.

        Oder in seinem Buch "Anständig wirtschaften" zeigt er auf 340 Seiten auf, warum Ökonomie Moral braucht. Mit seinem Projekt "Weltethos" wurde er zum Revolutionär für den Weltfrieden. Sein Credo: Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen. Kein Dialog zwischen den Religionen ohne globale ethische Maßstäbe. Kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos, ein Weltethos. Er wird mir immer hochgeschätzter Wegbegleiter bleiben. Nachdem ihm die Kirche wegen seiner kritischen Darstellung zur Unfehlbarkeit des Papstes die Lehrbefugnis entzog, sorgte u.a. der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) für Küngs weiteres Wirken in Tübingen.

        "Existiert Gott? von Hans Küng
        © Foto: Herder

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        Spruch der Woche

        "Es kommt darauf an, wie man schweigt." (Hans Ulrich Bänziger)

        Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

        Ihr

        Prof. Hannes Brachat
        Herausgeber AUTOHAUS
        www.brachat.de


        Der nächste HB ohne Filter erscheint am 16. April 2021!


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