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HB ohne Filter vom 4. Dezember 2015

AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Heute: Schöne Bescherung im VW-Händlerverband, Hyundais Preisdifferenzen, Regionaler Auto Award, Zukunft Elektromobilität und der neue Pirelli-Kalender

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Datum:
04.12.2015

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Heute: Schöne Bescherung im VW-Händlerverband, Hyundais massive Preisdifferenzen, Regionaler Auto Award 2015, Zukunft Elektromobilität – Man muss mit der Zeit gehen! und Der neue Pirelli-Kalender

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Schöne Bescherung im VW-Händlerverband

Da meinte VW-Konzernchef Matthias Müller jüngst bei einem Vortrag vor Führungskräften: "Unsere wichtigsten Währungen sind nicht Stückzahlen oder operatives Ergebnis. Unsere wichtigsten Währungen sind Glaubwürdigkeit und Vertrauen." Genau das scheint etwas weiter unten bei VW-Deutschlandchef Thomas-Werner Zahn noch nicht zu greifen. Wie können Absatzziele 2016 aufgrund der "Fälscherwerkstattmentalität" von VW und Bosch (!) auf gleichem Niveau wie 2015 angesetzt werden? Audi setzt im Einzelkundengeschäft sogar noch zehn Prozent drauf. Warum nicht minus zehn Prozent, gekoppelt mit einer unterjährigen Anpassung? Die grundlegende Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise brachte jetzt bei einigen VW-Partnern das Fass zum Überlaufen. Sie fordern, dass der "Schmusekurs" des VW/Audi-Händlerverbandes (VAPV) endlich einzustellen sei. Die besagten Händler artikulieren, was Sache ist und stellen die Zusatzbelastungen aus dem VW-Betrug offen dar. Beispielhaft:

1. Wie werden fallende Restwerte behandelt?

2. Zu welchen möglichen Minderpreisen werden die Rückkäufe von Leasing- und Finanzierungsfahrzeugen abgewickelt? Kann der Händler auf den Rückkauf verzichten?

3. Wie werden mögliche Rücktritte von Kaufverträgen behandelt? Wer wickelt wie die Rückgaben ab?

4. Wie werden Händler im Falle von Klageerhebungen von allen Ansprüchen freigehalten?

5. Die Abwicklung von Mangelansprüchen sind mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. Wie sieht die Ersatzpflicht aus?

6. Wie sieht die Vergütung für die 2016 anlaufenden millionenfachen Fälschungen aus? Wie werden die Ersatzwagen vergütet?

7. Wer wie der Konzern seinen guten Ruf verspielt hat, sollte auf jegliche Margenrelevanz von Kundenzufriedenheitsbefragungen dringlich verzichten!

usw.

Volkswagen war mit arglistiger Täuschung unterwegs. Der "schwarze Freitag" war der 18. September 2015. Elf Wochen später ist nach außen immer noch nicht bekannt, wer die eigentlichen Drahtzieher waren und sind. Es geht bei den Forderungen des Handels nicht um Bereicherung, sondern um einen fairen Ausgleich des angerichteten Schadens. Der Realitätsverlust mancher Manager in den oberen Etagen, der sich gerade bei VW mit großer Überheblichkeit paarte, wo mit Angst als Unternehmenskultur agiert wurde, keinerlei Widerspruch, noch Kritik geduldet war und die dadurch sinkende moralische Hemmschwelle den Konzern in seine tiefste Krise führte, wollte man endlich kulturell ändern. Jetzt mussten die obersten Herren Müller und Stadler auch noch ihr Dementi revidieren, dass auch bei Audi und Porsche bei den großen Dieselmotoren geschummelt wurde. Im Klartext, es liegen immer noch nicht alle Schweinereien auf dem Tisch! Und jetzt sollen die Herren, die ursächlich an dieser "Hochkultur" mitwirkten, bei derartigem Krisenmanagement - auch gegenüber der Händlerschaft - die neue Sauberkeit schaffen? Der VAPV wie der schweigende ZDK sollten schon im Interesse von Transparenz und Fairness nicht nur im Hinterzimmer agieren, sondern die fundierten Ansprüche der betroffenen Händlerschaft anständig und mit klarer Diktion offen vortragen. Wo bleibt die Verantwortung für das Ganze?

Vom Himmel hoch ... Hyundais massive Preisdifferenzen

Automobile Darmas in Recklinghausen & Co wurde 2015 offiziell als bester Hyundai- Händler Europas ausgezeichnet.Was auch immer die Kriterien dafür waren, aktuell wird von der Gruppe beispielsweise eine Hyundai i10 1.2 Trend Sportsline Leder Klima für 11.990 Euro im Netz angeboten. Fahrzeugkategorie Neu! Der Hyundai-Händler in Deutschland kauft diesen Wagen nach Abzug aller Aktionsvarianten in Offenbach in der deutschen Zentrale für 13.700 Euro ein. Wir sprechen von einer Preisdifferenz von nahezu 2.000 Euro. Man darf unterstellen, dass Darmas ja noch ein paar Cent daran verdient. Kommt da ein Kunde mit der Darmas-Offerte nun zu einem normalen Händler, ist dieser mit seinem Latein am Ende.

Hyundai Deutschland beteuert das Prinzip Gleichbehandlung. Wo kommt dann diese Preisdifferenz her? Hyundai produziert Neufahrzeuge in Tschechien und der Slowakei. Es ist ein offenes Geheimnis, dass an die 20 Prozent der 100.000 Neuwagenzulassungen von Hyundai in Deutschland EU-Importe sind. Das wird offensichtlich von Hyundai Europe - sie sitzen im gleichen Haus in Offenbach - gebilligt. Die Hyundai-Händler sollten sich also solidarisieren und erst die Fahrzeuge bei ihren international tätigen Kollegen besorgen, ehe sie bei ihrem Importeur in Offenbach ordern. Da müsste man sich nur für drei Monate solidarisieren, dann würden das die Herren in der Europa-Zentrale verstehen.

Mitten in diese Preisszenerie platzte der doch überraschende und sehr plötzliche Abgang des bisherigen Hyundai-Verkaufschefs Udo Brandenburger. Wer kann heute noch auf 25 Jahre Unternehmenstreue zurückblicken und davon 15 Jahre (!) als Vertriebschef? Udo Brandenburger war bei den Händlern das Hyundai-Gesicht. Er war es, der mit unermüdlichem Engagement und Hingabe für "seine Marke", "seine Händlerschaft" wirbelte. Er verkörperte und lebte die Importeurswerte aus dem Hause der Frey-Gruppe. Wer so wie er nun abtaucht, taucht an anderem Ort auch wieder so auf. Das ist die Hoffnung, dass er als großartiger Profi  der Branche erhalten bleibt. Dank auch für sein Engagement, das er der Hochschule für Automobilwirtschaft in Geislingen stets zukommen ließ. Seinem Nachfolger, Daniel Avramovic, eine gute und erfolgreiche Fortsetzung!

Hyundai-Werbung von Automobile Darmas

Regionaler Auto Award 2015

"extra", das Wochenendjournal der "Ludwigsburger Kreiszeitung", wartete unlängst mit einer originellen Idee auf. Über eine Verlagsbeilage im Oktober 2015 begab man sich auf die Suche nach dem "Heiligsten Blechle", und zwar im Einzugsbereich des eigenen Leserkreises. In der 24-seitigen Beilage wurden die einzelnen Modelle aus neun Kategorien aufgeführt, also vom Kleinwagen über das SUV bis zur Premiumklasse. Und siehe da, 2.500 Leser beteiligten sich an der Wahl. Der Verlag lud dann zur offiziellen Preisverleihung ins Verlagshaus in Ludwigsburg ein. Objektleiter Ayhan Günes meinte im Gespräch mit AUTOHAUS: "Wir haben hier mit unseren Partnern, den Autohäusern im Landkreis, eine Plattform geschaffen, die sowohl der Angebots- als auch der Nachfrageseite gerecht wird."

Die Händler wie die glücklichen Gewinner aus den 2.500 Einsendungen nahmen an diesem Abend ihre Preise entgegen. Der erste Preis, gestiftet vom Hyundai-Autohaus Brunold, ist ein i20, mit dem der Top-Gewinner für ein Jahr lang kostenfrei fahren darf. Der zweite Preis waren zwei Flugtickets nach Istanbul. Die großen Award-Gewinner des Abends in Anwesenheit der Boxweltmeisterin Özlem Sahin waren die deutschen Hersteller. Ein Konzept, das in der Branche Nachahmer verdient!

Ein Blick auf das Titelblatt der Sonderausgabe für den "Ludwig“ 2015

Zukunft Elektromobilität – Man muss mit der Zeit gehen!

Die ZDK-Stellungnahme zur Ablehnung jeglicher Prämienzahlung für Elektrofahrzeuge hat ein sehr differentes Echo aufgezeigt. Die Verbandsthese wird unterstützt mit dem Hinweis: "Die Industrie möchte sich doch nur einmal mehr die Entwicklung von außen bezahlen lassen. Die haben doch bereits genug Förderung erhalten. Und was kam dabei rum?" Weitere Fragen: Warum sind Elektroautos so teuer? Ein E-Golf kostet 12.000 Euro mehr als eine normale Ausführung. Vergleicht man die Elektro-Offerten der französischen und japanischen Anbieter, so fallen diese preislich erheblich günstiger aus. Das heißt im Klartext: Wer in Deutschland ökologisch Auto fahren möchte, muss richtig Kohle auf den Tisch legen.

BMW verkaufte 2014 ganze 16.052 i3. Das macht nicht einmal ein Prozent der Gesamtproduktion aus. Man setzt in der Automobilindustrie bevorzugt auf die traditionellen Antriebe. Dennoch machte BMW-Chef Harald Krüger (50) deutlich: "Es wird der Punkt kommen, da wird es schlicht unwirtschaftlich sein, den Dieselantrieb immer weiter an die Anforderungen einer zunehmend ambitionierten Gesetzgebung anzupassen. Dann wird die Elektromobilität die entscheidende Rolle spielen. BMW reagiert auf Ankündigungen von Städten wie London, E-Mobilität zu favorisieren."

Die Ladeinfrastruktur besteht in Deutschland derzeit aus 2.400 Tankstellen. 17.000 wären erforderlich. Wie soll die deutsche Automobilindustrie eine weltweite Führungsrolle übernehmen, wenn der Heimatmarkt nicht auch ein echter Leitmarkt für Elektromobilität ist? Man staune, Tesla gibt  - auch für Daimler - die Entwicklung vor. Tesla investiert mit Panasonic in ein Batteriewerk für sechs Milliarden Euro. Dort werden die Akku-Akzente gesetzt. Evonik, die letzte deutsche Versuchsbastion wird zum 31. Dezember 2015 geschlossen. Die deutsche Automobilindustrie hat ursprünglich der Politik eine ganz andere Welt in Sachen Elektroautos versprochen! So kamen 2014 in Deutschland sage und schreibe 8.400 E-Fahrzeuge neu auf die deutschen Straßen. Und davon waren die Hälfte Eigenzulassungen! Die E-Bilanz der deutschen Automobilindustrie gleicht aktuell einer Katastrophe!

Der neue Pirelli-Kalender - via Gefrierpunkt

Genau das ist es, was die "Herren" in der PR-Zentrale von Pirelli wollen: Dass über das Pirelli-Kultobjekt für wenig Geld geklotzt wird. Seit 1964 ist der erscheinende Kalender Kultobjekt zelebrierter weiblicher Schönheit. Und wir Männer müssten blind sein, würden wir diese Art spezifischer Schönheit naturgegeben nicht lieben. Damit meine ich nicht jenes Schönheitsideal, das in einem bei 1,78 Meter Körpergröße und 47 kg "Schwergewichtigkeit" mehr das Bild von "holländischen Stupfbohnen" als ideale Maße der Gattung 90-60-90 hochkommen lassen. Im Pirelli Kalender 2016 - die neue Ausgabe können sie bei AUTOHAUS Online besichtigen - will man uns nun verkaufen, dass das neue Sexy die Leistungen starker Frauen sei. Also mir steht die Musik von Beatle John Lennon näher als seine 82-jährige Yoko Ono, selbst wenn Geschmack und Toleranz zusammengehören. Bei aller Könnerschaft einer Profifotografin: Aufgabe bleibt es, Schönheit darzustellen! Das wirkt auf Bildern viel tiefer, feinsinniger, erotischer als nackter Hüftspeck kombiniert mit geprägt-gezeichneten femininen Gesichtern. "Man kann den Hintern schminken wie man will, es wird kein schönes Gesicht daraus." So sagt es Kurt Tucholsky. Macht halt beides. Es soll für Frauen ja auch schöne, junge Männer geben! Das wäre doch ein guter Kompromiss!

Spruch der Woche

"Über Geschmack lässt sich nur streiten.“ (Thomas Lehr)

Mit einer strahlenden zweiten Kerze – zur hoffenden Zeit!

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de

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