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Auto-Abo gestoppt: So geht es jetzt bei Cluno weiter

Cluno wird sich künftig auf den Gebrauchtwagenverkauf zusammen mit Cazoo konzentrieren.
© Foto: Cluno

Der Sparkurs der britischen Mutterfirma Cazoo hat Auswirkungen auf das Geschäftsmodell des Auto-Abo-Anbieters - und auf die Mitarbeiter.


Datum:
15.06.2022
Autor:
Timo Bürger/AUTOHAUS
Lesezeit: 
3 min
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Böse Überraschung für den Auto-Abo-Anbieter Cluno in Deutschland: Die Tochter des britischen Online-Autohändlers Cazoo kann bereits ab Ende Juni 2022 keine neuen Kunden mehr annehmen. Hintergrund sind radikale Sparmaßnahmen bei der Muttergesllschaft.

Das Unternehmen will 200 Millionen Pfund bis Ende 2023 einsparen. Dazu sollen 15 Prozent des Personalbestandes (rund 750 Mitarbeiter) abgebaut werden, bei Neueinstellungen will man vorsichtiger agieren. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind dafür verantwortlich – ein "perfekter Sturm", wie es Cazoo-Gründer und -CEO Alex Chesterman formulierte: "Die Kombination aus steigender Inflation, Zinsen und - aufgrund der Pandemie und des Krieges gegen die Ukraine – gestörter Lieferketten habe die Kosten ansteigen lassen und das Vertrauen der Verbraucher beschädigt."

Cazoo-Rekordbilanz 2021

Noch Anfang April hatte Cazoo eine Rekordbilanz verkündet: Im stärksten Geschäftsjahr seiner Geschichte hatte der Online-Gebrauchtwagenhändler 2021 die Erlöse um 312 Prozent auf 668 Millionen Pfund (799 Millionen Euro) gesteigert. Umsatztreiber war dabei das starke Retail-Geschäft auf dem Heimatmarkt.

Der neue Sparkurs jetzt hat hierzulande sowohl finanzielle wie auch personelle Konsequenzen: "Wir haben bereits angekündigt, dass wir unsere Wachstumsambitionen für Cazoo in Deutschland in diesem Jahr aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Klimas etwas bremsen werden", teilte das Unternehmen auf Anfrage von AUTOHAUS mit. "Im Zuge des unternehmensweiten Abbaus haben wir auch eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl in Deutschland angekündigt."

Für Cluno-Abo-Kunden bleibe alles beim alten: Bestandskunden würden weiterhin betreut, neue Abo-Kunden allerdings nicht mehr aufgenommen. "Sowohl für die Kunden von Cazoo als auch für Abo-Kunden von Cluno hat dies keine Auswirkungen und es läuft alles weiter wie gehabt. Wir werden in Zukunft keine neuen Abo-Kunden mehr aufnehmen."

Gebrauchwagenverkauf über Cazoo-Plattform

Cluno will nun den Online-Gebrauchtwagenverkauf an Privatkunden voranbringen. "Wir hatten immer schon geplant, die Marken Cazoo und Cluno zu vereinen und auf eine einheitliche Plattform umzustellen", erklärte eine Sprecherin. "Wir werden uns künftig auf den Online-Gebrauchtwagenverkauf über die Cazoo-Plattform konzentrieren, mit der wir in Deutschland eine große Auswahl, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und Bequemlichkeit bieten."

Der Internet-Unternehmer Alex Chestermann hatte Cazoo 2018 gegründet – mit ehrgeizigen Ambitionen: Cazoo will eine Vorreiterrolle bei der Verlagerung des Autokaufs ins Internet spielen: "Wir haben auch unseren Autoankauf-Kanal erfolgreich gestartet und beziehen jetzt einen erheblichen Teil unserer Fahrzeuge direkt von Verbrauchern", erklärte Chestermann im April. "Wir sind sehr gut positioniert, um unsere ehrgeizigen Wachstumspläne umzusetzen.“ In Großbritannien gilt Cazoo als "Amazon des Gebrauchtwagenmarktes".

Cluno seit 2018 am Start

Cazoo hatte Cluno Anfang 2021 übernommen. Aus der Europazentrale in München sollte der ebenfalls 2018 gegründete Auto-Abo-Anbieter eine zentrale Rolle auf dem Kontinent spielen. Seit Januar verantwortet Andreas Schuierer als neuer Country Manager in Deutschland das Geschäft auf dem hiesigen Markt.

"Unser Münchner Office fungiert dabei als Headquarter der europäischen Expansion", hatte Cluno-Mitgründer Nico Polleti im Gespräch mit AUTOHAUS noch im Februar 2021 erklärt. "Der erste Schritt ist die Lancierung von Cazoos komplettem Angebot in Deutschland. Danach nehmen wir weitere europäische Kernmärkte ins Visier."


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