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Autohandel unter Druck: Branchenexperte erwartet hohe Rabatte

"Rabatte werden notwendig sein", erklärt Prof. Bratzel zur Situation im Autohandel.
© Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Prof. Stefan Bratzel prognostiziert, dass der Verkaufsdruck bei Neu- und Gebrauchtwagen zu kräftigen Nachlässen im Handel führen wird. Die Corona-Krise werde auch die Nachfrage nach Auto-Abos steigern.


Datum:
16.04.2020
9 Kommentare

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Für Autokäufer erwartet Prof. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, goldene Zeiten. Beim Autohandel hätten sich hohe Lagerbestände aufgetürmt, der Verkaufsdruck bei Neu- und Gebrauchtwagen sei hoch. "Rabatte werden notwendig sein", sagte der Branchenexperte am Donnerstag. Darüber hinaus stünden staatliche Kaufprämien in Aussicht.

Für die Autobranche sei jetzt die Nachfrage die kritischste Seite. Die Verkaufszahlen in Deutschland dürften von Januar bis Ende April ein Drittel unter dem Vorjahr liegen. Auch wenn die Autohäuser jetzt wieder öffneten, kämen wegen Kurzarbeit, steigender Arbeitslosigkeit und Rezession weniger Kunden zu ihnen. Aber ihre Lager seien voll, jedes Auto koste pro Standtag 28 Euro, "die Insolvenzrate steigt", sagte Bratzel. Und zugleich wachse der Druck der Autohersteller mit dem Neustart der Produktion.

Allerdings werde auch das Hochfahren der Fertigung samt der internationalen Lieferketten nicht einfach: "Die Zahl der Zulieferer kurz vor der Insolvenz steigt deutlich." Außerdem seien die Taktzeiten in den Werken wegen Corona-Vorsichtsmaßnahmen langsamer, die Produktion sei geringer und teurer. Bratzel rechnet mit einem Rückgang der Autoproduktion im laufenden Jahr weltweit um 17 Prozent, in Europa sogar um 21 Prozent.

Dabei seien Kaufprämien bereits vorausgesetzt, sonst dürfte der Einbruch noch tiefer werden. Der Wirtschaftsforscher schlug 10.000 Euro Zuschuss für neue Elektroautos und 6.000 Euro für Hybridautos vor. Die Kosten sollten sich die Steuerzahler und die Autohersteller teilen. 

Mit Auto-Abo neue Kunden ansprechen

Der Branchenexperte zeigte sich davon überzeugt, dass sich neue Formen der Fahrzeugnutzung durchsetzen werden: "Das Auto-Abo spricht die Autokunden mit einer derzeit wichtigen Flexibilität und einem einfachen, digitalen Buchungsprozess an. Die durch die Corona-Krise verunsicherten Verbraucher und Unternehmen werden langfristige Vertragsbindungen derzeit eher meiden." Die Menschen würden Subscription-Modelle bereits aus anderen Lebensbereichen, wie zum Beispiel durch das Streamen von Filmen und Musik oder auch durch Angebote im Fitness-Bereich kennen. "Dieser Trend ist nicht aufzuhalten", so Prof. Bratzel.

Für den Autohandel sieht der Fachmann darin eine wertvolle Chance: "Der hohe Fahrzeugbestand im Handel ist ein Problem, denn das drückt am Ende die Preise. Die Händler sind klug beraten, das Auto-Abo für sich zu entdecken und neue Kunden anzusprechen." (dpa/ah)

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KOMMENTARE


n decker

17.04.2020 - 10:14 Uhr

Ich hoffe, Herr Professor Bratzel hat keine 12 Semester studiert, nur um solche Aussagen zu tätigen! Wer immer sich jetzt hinstellt und das Unausweichliche als sensationelle These in den Raum stellt, verursacht noch weiteren Schaden im ohnehin desaströs geschädigten Markt. Herr Prof. Dudenhöfer, der in seiner Karriere als AntiAutoPapst schon mehr Schaden angerichtet hat als so mancher Hagelsturm, wagte sich übrigens bereits vor einigen Wochen an diese "gewagte" These.


M.H.

17.04.2020 - 11:36 Uhr

Warum soll ich jetzt noch mehr Nachlass geben? Die wenigen Fahrzeuge, die im Bestand sind, reichen wohl, selbst bei geringer Nachfrage, gerade bis August. Mit den ersten Neufahrzeugen ist wohl aber erst wieder im Oktober zu rechnen. Also, warum was verschleudern, was ich irgendwann nicht mehr habe, siehe Atemschutzmasken?! Bleibt GESUND!


Dieter M. Hölzel

18.04.2020 - 09:35 Uhr

Der Herr Professor verkauft halt Rabatte, denn vom Autoverkauf hat er dann wohl eher keine Ahnung !


ThomF

18.04.2020 - 21:02 Uhr

Und wieder ein Dr. Prof. Schlaumeier.


DBü

19.04.2020 - 14:48 Uhr

M.H. trifft den Nagel auf den Kopf: Warum sollten die sowieso schon extrem hohen Rabatte jetzt noch weiter steigen?? Die Zahl der kurzfristig verfügbaren Neuwagen ist überschaubar und wird aufgrund der Produktionspausen in absehbarer Zeit auch nicht steigen: Also warum etwas verschleudern, was verhältnismäßig knapp ist?? Die Logik von Angebot und Nachfrage sollte doch auch im Autohandel gelten - obwohl es im Autohandel zugegebenermaßen mit Logik leider oft nicht weit her ist ... :-) Bleiben Sie ALLE gesund!!


F.C.

20.04.2020 - 10:05 Uhr

Noch mehr Nachlässe??? War auch vor der Krise schon fast nix zu verdienen! Mit noch mehr Nachlässen brauche ich meinen Verkauf nicht öffnen, dann lieber lassen wie es bis gestern war. Wir brauchen jetzt Erträge und 1-2% mehr verdienen würde schon viel helfen und kein Kunde wird daran zerbrechen. Jetzt gilt Kasse und Rücklagen wieder auffüllen und das so schnell wie nur möglich. Hohe Rabatte vorauszusehen ist schädigend und hilft uns jetzt überhaut nicht Herr Prof. Stefan Bratzel. An dieser Stelle müssen andere Signale und Anreize gesetzt werden ...


Timo Schultz

20.04.2020 - 11:52 Uhr

... ach schon wieder der Dudden ... warte wer? Von Prof. Dr. Bratzel habe ich solche Rabattitis-Katalysatoren nicht erwartet. Aktuell verkaufe ich Autos, weil wir liefern können. Ich brauche hierfür eigentlich keine Extra-Nachlässe. Und für solche Ergüsse muss ich auch nicht studiert haben nebenbei ...


Wettklow

08.06.2020 - 16:04 Uhr

Also schlecht kann es dem Autohandel nicht gehen. Ich habe in den letzten Tagen zwei namentliche Autohändler bzgl. eines Neuwagen mit Tageszulassung angerufen und um Rückruf des zuständigen Mitarbeiters gebeten. Weder auf meinen Anruf noch auf eine E-Mail wurde reagiert. Natürlich haben sich diese Händler jetzt erledigt.


S.G.

08.06.2020 - 19:52 Uhr

Also ... zunächst ... Aus Konsumentensicht muss und kann ja die Vermutung nach einer Rabattschlacht, so falsch nicht sein - > Wem muss man hier noch auf die Sprünge helfen? Die Entwicklung ist seit Jahren bekannt, wird zukünftig weiter befeuert durch neue Vertriebsmodelle und die allgemeine Konzentration des Markenhandels auf große Kettenbetriebe. Auch das der ein oder andere Kunde eher nachrechnen wird , liegt wohl eher auf der Hand, denn das es zu solch Erkenntnis einen akademischen Titel braucht. Allen die Geschäfte mit Qualität generieren, sei gratuliert. Auch hier sei meinen Vorrednern gesagt: Sie arbeiten alle gegen den Trend (scheinbar) - die Statistik sagt etwas anderes. Und was, lieber Wettklow, sind "namentliche" Händler? Gute Geschäfte


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