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Befragung: Mehrheit der Autohändler lehnt Agenturmodell weiter ab

27.04.2023 16:34 Uhr | Lesezeit: 3 min
Befragung: Mehrheit der Autohändler lehnt Agenturmodell weiter ab
Das von vielen Autoherstellern favorisierte Agenturmodell hat im Handel nach wie vor nur wenige Befürworter.
© Foto: vege / stock.adobe.com

Die Diskussionen über die Einführung eines Agenturmodells im Handel sind im vollen Gange, unsere Befragung zeigt: Die Überzeugungsarbeit der Hersteller und Importeure hatte bisher wenig Erfolg. Die Knackpunkte liegen vor allem in den vermuteten Motiven – und am Geld.

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Die meisten Autohäuser sind noch nicht von der Notwendigkeit überzeugt, das im Prinzip bewährte Vertragshändlersystem in Richtung des Agenturvertrieb abzuschaffen. Im aktuellen AUTOHAUS Panel sprechen sich 64 Prozent dagegen aus, während 27 Prozent der Befragten der Aussage zustimmen. Vor allem größere Betrieben und die Vertreter von Premiummarken sind stärker pro Agentur, auch wenn man dort ebenfalls keine Mehrheit dafür findet.

Klar ist für die meisten Unternehmen, dass es keine Wahlmöglichkeiten gibt, wenn die Agentur vom Hersteller eingeführt wird. Als Grund nennt der Handel (aus Sicht seines Herstellers) in erster Linie den Kostenaspekt. Das heißt dann allerdings, dass die Autohersteller und Importeure bisher zu wenig getan haben, um ihre Vertragspartner vom neuen System zu überzeugen. Für jeden zweiten Händler spielen derartige Argumente auch keine Rolle, wenn nur der Ertrag stimmt. Das ist auf alle Fälle eine pragmatische Einstellung zum Agentursystem.

AUTOHAUS pulsSchlag 4/2023 - Agenturgeschäft

Nur 25 Prozent stimmen der Aussage zu, dass der Online-Vertrieb in der Agentur eher beim Hersteller und Händler bleibt und nicht Disruptoren in die Hände fällt. Wenn Agentur, dann sind die befragten Branchenprofis für die Einführung der echten Agentur, nur wenige plädieren für das unechte Agenturmodell. Auch von der Idee des Multichannel-Vertriebs, also mehrerer gleichberichtigt aufeinander abgestimmter Kanäle, zeigen sich die Vertragshändler nicht überzeugt. Das sehen nur 26 Prozent positiv.

Zu den Vorteilen der Agentur befragt, nennen die Händler die Möglichkeit, Rabattschlachten zu verhindern. Hier scheint sich also die Meinung zu Gunsten der Agentur zu ändern. Allerdings sehen sich derzeit über die Hälfte der Händler nicht dazu in der Lage.

© Foto: AUTOHAUS

Der AUTOHAUS pulsSchlag ist Teil der Wissensplattform AUTOHAUS next. Mehr zum Top-Thema des Monats und zum aktuellen Neuwagen-, Gebrauchtwagen- und Aftersalesgeschäft der Branche finden Sie in der Ausgabe 6/2022. Das Stimmungsbarometer des deutschen Autohandels erscheint monatlich in Kooperation mit puls Marktforschung, CarGarantie sowie Santander. Mehr zu den Bezugsmöglichkeiten erfahren Sie unter www.autohaus.de/pulsschlag

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KOMMENTARE


Frank Geuecke

27.04.2023 - 21:10 Uhr

Das Ende der Rabattschlacht? Der Online Käufer wird, bevor er seinen Haken bei dem Ausliefer-Händler setzt, erst mit 5 in Frage kommenden Autohäusern Kontakt aufnehmen und abklären, welcher Händler von der geringen Marge einen Winterradsatz in den Ring wirft. Es wäre doch zu schön zu glauben, dass dieses Vertriebsmodell dem Automobilhandel einen stabilen Ertrag beschert.


Josef Schwab

22.12.2023 - 14:18 Uhr

Das Agenturmodell bietet sowohl für den Kunden, als auch für den Händler keine Vorteile. Als Kunde spreche und verhandle ich lieber mit meinem Händler vor Ort. In der Regel verkaufe ich meinen Gebrauchtwagen auch über den Händler. Das Agenturmodell stärkt nur die Marktmacht der großen Autokonzerne. Der Kunde und auch der vertraute Händler vor Ort haben nichts mehr zu sagen. Alles führt nur zu einem Monopol der großen Hersteller, aber keinesfalls zur Förderung einer Marktwirtschaft. Leider ist diese Monopolisierung in allen Bereichen zu erkennen. Der Kunde und auch der Händler wird hier einfach infolge der Markmacht der großen Konzerne entmündigt.


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