Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) will mehr Tempo bei der Einführung der angekündigten E‑Auto‑Prämie und drängt zudem darauf, junge Elektro-Gebrauchtwagen frühzeitig in die Förderung einzubeziehen. Der Verband hat seine Forderungen in einem Schreiben an Bundesumweltminister Carsten Schneider übermittelt.
Eine aktuelle VAD‑Mitgliederumfrage zeichnet ein ernüchterndes Bild: Mehr als 80 Prozent der befragten Betriebe berichten, dass sie derzeit keine oder nur eine sehr geringe Belebung der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wahrnehmen. Das gefährdet nach Einschätzung des Verbands sowohl den Handel als auch die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung.
Unsicherheit durch Förderbedingungen
VAD‑Präsident Burkhard Weller macht vor allem die unklare Ausgestaltung der Prämie für die zögerliche Kaufbereitschaft verantwortlich: "Wir sehen weiter große Zurückhaltung bei potenziellen Käufern. Die Ankündigung der Prämie hat zu weiterer Unsicherheit auf Seiten der Kunden geführt." Laut Studien – auch des Instituts Allensbach – kann sich nahezu jeder zweite Autofahrer derzeit nicht vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Der Preis bleibe das größte Hemmnis.
Die am 19. Januar vorgestellte Förderung soll eigentlich die Einstiegshürden senken. Doch bislang zeige sie kaum Wirkung, so Weller: "Das schadet den Händlern ebenso wie Kunden, die auf Planungssicherheit warten, und bremst zugleich den Fortschritt beim Klimaschutz."
Der Verband kritisiert insbesondere, dass das Förderportal erst im Mai freigeschaltet werden soll. Für die Händler sei der Zeitplan deutlich zu spät, da Kunden derzeit kaum einschätzen könnten, ob und wann sie Anspruch auf Förderung hätten. Auch die geforderte Zwischenfinanzierung erschwere Kaufentscheidungen zusätzlich.
Einbeziehung junger Gebrauchtwagen
Der VAD sieht zudem deutlichen Nachbesserungsbedarf beim Förderumfang. Viele Elektro‑Neuwagen seien trotz Förderung weiterhin für große Teile der Bevölkerung nicht erschwinglich. Hinzu kämen schwer kalkulierbare Stromkosten.
Private Käufer entscheiden sich laut Verband überwiegend für Gebrauchtwagen. Deshalb spricht sich der VAD ausdrücklich dafür aus, junge gebrauchte Elektrofahrzeuge in die Prämie aufzunehmen: "Nur wenn auch junge Gebrauchte gefördert werden, kann Elektromobilität schnell für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich werden. Ohne diesen Schritt werden viele Privatkunden den Umstieg nicht vollziehen können", so der VAD.