Branchenverbände rücken zusammen: VMH geht im VAD auf

20.05.2026 14:51 Uhr | Lesezeit: 2 min
Größere Schlagkraft: Die Händlerverbände VAD und VMH machen gemeinsame Sache.
Größere Schlagkraft: Die Händlerverbände VAD und VMH machen gemeinsame Sache.
© Foto: VAD/VMH/AHO-Montage

Der Autohandel ordnet sich neu: Ein Lobbyverband verschwindet, ein anderer wächst – mit dem Ziel, mehr Einfluss in Berlin und Brüssel zu gewinnen.

Der Automobilhandel in Deutschland organisiert seine Interessenvertretung neu. Der Verband der Marken-Vertragshändler (VMH) hat beschlossen, sich aufzulösen, und seinen Mitgliedern den Beitritt zum Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) nahegelegt. Dadurch soll die Position der Branche gegenüber Politik und Öffentlichkeit weiter gestärkt werden. 

Mit dem Schritt rücken zwei Organisationen zusammen, die bislang ähnliche Zielsetzungen verfolgten. Während der VMH 2019 gegründet worden war, um insbesondere die Belange von Markenhändlern zu vertreten, versteht sich der 2025 ins Leben gerufene VAD als breiter aufgestellter Branchenverband. Neben Vertragshändlern bezieht er auch den überregionalen Gebrauchtwagenhandel ein.

Bündelung der Interessenvertretung

Die Entscheidung zielt auf mehr Schlagkraft in einem zunehmend regulierten und wettbewerbsintensiven Umfeld. "Wir heißen die VMH-Mitglieder herzlich im Kreis des VAD willkommen. Gemeinsam werden wir in Berlin und Brüssel dafür sorgen, dass die Stimme des Handels bei wichtigen verkehrs- und wirtschaftspolitischen Themen gehört wird", erklärte VAD-Präsident Burkhard Weller am Mittwoch in Berlin. Der Kfz-Unternehmer ist auch Vorstandsmitglied im VMH.

Mit der Integration wächst der VAD weiter und stärkt seine Rolle als Ansprechpartner für politische Institutionen. Der Verband ist nach eigenen Angaben im Lobbyregister eingetragen und wird bereits regelmäßig von der Bundesregierung zu Gesetzesvorhaben konsultiert.

Politische Agenda des Handels 

Inhaltlich setzt sich der Verband für eine Reihe von Maßnahmen ein, die den Autohandel unmittelbar betreffen. Dazu zählen etwa die Einführung einer Kaufprämie für junge gebrauchte Elektrofahrzeuge, ein verpflichtendes Lade-Roaming im öffentlichen Netz sowie die Ablösung der bisherigen Verbrauchskennzeichnung durch eine digitale Klimadatenbank. 

Darüber hinaus fordert der Verband einen verkehrspolitischen Ausgleich zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern und eine deutliche Reduzierung bürokratischer Anforderungen für Händlerbetriebe. 

Strukturwandel im Verbandssystem 

Der Zusammenschluss ist auch Ausdruck eines strukturellen Wandels in der Branche. Angesichts wachsender regulatorischer Eingriffe, technologischer Umbrüche und steigenden Wettbewerbsdrucks gewinnt eine gebündelte Interessenvertretung an Bedeutung. 

Der VAD vertritt nach eigenen Angaben derzeit rund 6.000 Autohändler in Deutschland. Die Branche beschäftigt mehr als 300.000 Menschen und setzt jährlich rund 128 Milliarden Euro um. Neben dem Neuwagengeschäft mit knapp drei Millionen Einheiten pro Jahr spielt der Gebrauchtwagenmarkt mit rund 6,5 Millionen Verkäufen eine zentrale Rolle.

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