Wie ähnlich sind sich Autofahrer in Europa – und wo verlaufen die entscheidenden Unterschiede? Eine internationale Ergänzung zum DAT Report 2026 liefert darauf erstmals belastbare Antworten. Dafür hat die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) zentrale Themen parallel in den Ländern Frankreich, Italien, Spanien, Norwegen, Österreich und Polen ausgewertet.
Untersucht wurden die Beziehung der Halter zu ihrem Fahrzeug, die Haltung zur Elektromobilität sowie die Wahrnehmung chinesischer Marken. "Wir haben bei einer internen Analyse mehrerer europäischer Märkte zahlreiche interessante Erkenntnisse gesammelt. Daher haben wir uns entschieden, diese repräsentativ und zeitgleich in diesen Ländern abzufragen", erklärten Uta Heller und Martin Endlein, Autoren des DAT Reports.
Ein zentrales Ergebnis: Das Auto bleibt in allen untersuchten Märkten ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Unabhängig von Land und Infrastruktur ist die Abhängigkeit vom eigenen Wagen hoch. Gleichzeitig messen die Halter der Pflege und dem Zustand ihres Fahrzeugs große Bedeutung bei – wenn auch mit Unterschieden bei der Konsequenz, mit der Wartungsarbeiten umgesetzt werden.
Deutlich differenzierter fällt das Bild bei der Elektromobilität aus. Norwegen bestätigt seine Vorreiterrolle, während in anderen Märkten die Rahmenbedingungen entscheidend bleiben. Vor allem die Verfügbarkeit einer privaten Lademöglichkeit gilt vielerorts als Voraussetzung für einen Umstieg. Dieser wird jedoch meist nicht kurzfristig geplant: In vielen Ländern liegt der Zeithorizont eher bei drei bis fünf Jahren oder darüber hinaus.
China-Marken: Marktakzeptanz noch begrenzt
Ein weitgehend einheitliches Stimmungsbild zeigt sich bei chinesischen Automarken. Ihre Präsenz wird zwar in allen untersuchten Märkten ähnlich wahrgenommen, gleichzeitig äußert rund die Hälfte der Pkw-Halter Zweifel an Qualität und Zuverlässigkeit. Die Marktakzeptanz bleibt damit begrenzt – trotz wachsender Sichtbarkeit.
Der Ländervergleich macht zugleich deutlich, wie stark strukturelle Faktoren die Ergebnisse prägen. Unterschiede in Fahrzeugbestand, Einkommen oder Siedlungsstruktur wirken sich direkt auf Nutzung und Einstellungen aus. So reicht der Pkw-Bestand von 2,8 Millionen Fahrzeugen in Norwegen bis zu rund 40 Millionen in Frankreich und Italien.
Auch Wohn- und Einkommensstrukturen beeinflussen die Nutzung: Während in Spanien viele Halter in Großstädten leben, überwiegen in Österreich und Frankreich kleinere Städte. Unterschiede zeigen sich zudem beim Fahrzeugalter – mit vergleichsweise jungen Beständen in Österreich und deutlich älteren Fahrzeugen in Spanien und Polen.
Die internationale Ergänzung erscheint einmalig zum DAT Report 2026. Die Datengrundlage wurde nach offiziellen nationalen Angaben gewichtet und ist damit repräsentativ.