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Debatte um Dienstwagensteuer: "Unverzichtbares Arbeitsmittel"

24.08.2022 14:42 Uhr | Lesezeit: 4 min
ZDK-Präsident Jürgen Karpinski spricht sich für den Erhalt der Dienstwagensteuer aus.
© Foto: ProMotor

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski sieht keinen Handlungsbedarf bei der Besteuerung von Dienstwagen. Für den Autohändler geht die aktuelle Reform-Debatte an der Realität vorbei.

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In der hitzig geführten Diskussion um die Dienstwagensteuer sieht das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die Nutzer der Fahrzeuge zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Für die große Mehrheit dieser Menschen ist das Dienstfahrzeug ein unverzichtbares Arbeitsmittel", erklärte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Mittwoch. Das Firmenauto sei "kein subventioniertes Luxusgut für Spitzenverdiener".

Karpinski verwies darauf, dass immerhin rund zwölf Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland einen Dienstwagen fahren würden. Das seien vor allem Außendienstmitarbeiter. Als beliebteste Marke sei mit Abstand der Volumenhersteller Volkswagen vertreten. "Wer hier gezielt Missgunst schürt gegenüber einer vermeintlich privilegierten Elite, ignoriert die tatsächliche Lage und wird diesem Thema nicht gerecht", betonte der Autohändler.

Nach seiner Ansicht sollte die Bundesregierung den bereits eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und durch eine reduzierte Dienstwagensteuer für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride gezielte Anreize zu deren Anschaffung setzen. Karpinski: "Der Klimaschutz ist hierdurch bereits jetzt eine Komponente bei der Bemessung der Dienstwagensteuer und muss nicht erst neu einbezogen werden, wie manche nun fordern."

Die Erhebung der Steuer im Wege eines Pauschalbetrags ist erforderlich, um die Besteuerung des geldwerten Vorteils überhaupt ohne überbordende Bürokratie handhabbar zu machen. Für den Zentralverband ist der Betrag von einem Prozent des Brutto-Listenpreises pro Monat sachgerecht, zumal eine Pauschale von weiteren 0,03 Prozent monatlich pro Entfernungskilometer zwischen Wohnstätte und Arbeitsplatz hinzukommt.


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In der Bundesregierung gibt es derzeit Streit über die Besteuerung von Dienstwagen. Die Grünen fordern eine grundlegende Reform, auch um ein zusätzliches Entlastungspaket angesichts hoher Energiepreise zu finanzieren. Finanzminister Christian Lindner (FDP) lehnt Änderungen bislang ab.

Neben den Grünen sprechen sich auch Umweltorganisationen für eine Neugestaltung aus. Allein die Steuererleichterungen für besonders umweltschädliche Dienstwagen mit einem Ausstoß von mehr als 180 Gramm CO2 pro Kilometer kosteten den Staat 1,6 Milliarden Euro, ergab eine am Mittwoch vorgestellte Analyse von Transport & Environment (T&E) Deutschland. Jeder zehnte neue Verbrenner-Dienstwagen sei ein emissionsintensiver Luxuswagen, so der Verband. Die Bundesregierung solle die Privilegien für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bei der Dienstwagenbesteuerung unverzüglich beenden.

T&E: Dienstwagen hinken bei Elektrifizierung hinterher

Der Firmenwagenmarkt biete das größte Potenzial zur Elektrifizierung, hinke bisher aber deutlich hinterher, sagte Stef Cornelis, Direktor von T&E Deutschland. "Das liegt daran, dass die Dienstwagenbesteuerung keine Lenkungswirkung entfaltet und nicht die notwendigen Anreize für den Umstieg auf Elektro bietet. Eine Steuerreform und der Abbau der Steueranreize für Verbrenner würde ein Signal an Unternehmen und Automobilhersteller senden, schneller Richtung E-Mobilität umzuschalten."

Der Abbau des Dienstwagenprivilegs für Verbrenner und Plug-in-Hybride würde die Emissionen im Verkehr senken und der Bundesregierung gleichzeitig Mehreinnahmen bringen, so Cornelis weiter. Dadurch ließe sich das 365-Euro-Ticket finanzieren und damit auch eine sozialverträgliche Mobilitätswende.

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KOMMENTARE


MB

25.08.2022 - 08:21 Uhr

Luxuswagen - zumeist emissionsintensiv - sind definitiv ein subventioniertes Luxusgut für Spitzenverdiener und Steuerverkürzung zu Lasten der Allgemeinheit.


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