Premiere in Dresden: Virtuelle Prüfungsstation für Kfz-Gesellen

28.01.2026 10:22 Uhr | Lesezeit: 2 min
Digitalisierung Werkstatt Ausbildung GesellenTechnische Universität Dresden
Die Digitalisierung hält Einzug in die praktische Abschlussprüfung der Kfz-Mechatroniker.
© Foto: Technische Universität Dresden

Digitale Premiere im Handwerk: In Dresden kommt erstmals eine digitale Prüfungsstation bei der praktischen Abschlussprüfung der Kfz-Mechatroniker zum Einsatz – entwickelt von der TU Dresden.

Die Digitalisierung hält Einzug in die praktische Abschlussprüfung der Kfz-Mechatroniker: Vom heutigen Mittwoch bis 2. Februar 2026 wird im Haus des Kfz-Gewerbes in Dresden erstmals eine digitale Prüfungsstation offiziell in der Gesellenprüfung eingesetzt. Rund 100 Prüflinge absolvieren den praktischen Prüfungsteil der Fehlerdiagnostik dabei nicht mehr ausschließlich an realen Fahrzeugen, sondern zusätzlich mithilfe einer Computersimulation.

Die digitale Prüfungsstation wurde über mehrere Monate in anderen Prüfungsbezirken der Region erprobt und anschließend vom zuständigen Gesellenprüfungsausschuss genehmigt. Entwickelt wurde die Simulation von der Professur für Berufspädagogik der Technischen Universität Dresden im Rahmen des ESF-Projekts "InnoVET-Kfz" – in enger Zusammenarbeit mit Akteuren der beruflichen Bildung in Dresden.

"Die Computersimulation ermöglicht es uns, komplexe Fehlerszenarien realistisch und reproduzierbar darzustellen – Situationen, die an echten Fahrzeugen im Rahmen einer Prüfung nur schwer oder gar nicht umsetzbar wären“, erklärt Max Hustig, Leiter der Berufsbildung am Haus des Kfz-Gewerbes Dresden. Ziel seien praxisnahe, sichere und zeitgemäße Prüfungsbedingungen, die den Anforderungen moderner Fahrzeugtechnik gerecht werden.


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Hintergrund der Entwicklung sind Defizite in der bisherigen Ausbildung: Studien zeigen, dass viele Kfz-Auszubildende das angestrebte Kompetenzniveau am Ende der Ausbildung nicht vollständig erreichen. Zudem steht die Vergleichbarkeit praktischer Gesellenprüfungen in der Kritik, da Prüflinge bislang häufig mit unterschiedlichen Fehlerbildern konfrontiert werden.

Die digitale Prüfungsstation schafft hier Abhilfe. Alle Prüflinge bearbeiten identische Störungsbilder, wodurch die Diagnosekompetenz objektiv und vergleichbar bewertet werden kann. Gleichzeitig reduziert das System den Personal- und Materialaufwand bei der Prüfungsdurchführung. Ergänzend entsteht eine digitale Selbstlernstrecke für Auszubildende.

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Trotz aller Digitalisierung bleibt die Praxis zentraler Bestandteil der Ausbildung. "Die handwerklichen Fähigkeiten werden weiterhin an realen Fahrzeugen geprüft", betont Hustig. Eine vollständige Digitalisierung der Prüfungen sei nicht vorgesehen.

Mit dem Modellprojekt übernimmt Dresden eine Vorreiterrolle in der modernen Kfz-Ausbildung. Die entwickelte Computersimulation hat das Potenzial, künftig auch bei weiteren Abschlussprüfungen in Sachsen und bundesweit eingesetzt zu werden.

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