EU-Mindestpreise für China-Autos: ZDK begrüßt Plan B, fordert aber Augenmaß

13.01.2026 15:49 Uhr | Lesezeit: 3 min
ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn
Der ZDK warnt vor neuen Unsicherheiten für Autohäuser: Mindestpreise für E-Autos aus China könnten Zölle ersetzen, dürfen aber den Wettbewerb nicht verzerren.
© Foto: Screenshot

Der ZDK sieht in EU-Mindestpreisen für Elektroautos aus China eine mögliche Alternative zu Strafzöllen. Viele Autohäuser könnten davon profitieren – gleichzeitig warnt der Interessensverband vor Bürokratie, Wettbewerbsverzerrungen und neuen Unsicherheiten im Markt.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bewertet die von der EU-Kommission ins Spiel gebrachten Mindestpreise für E-Autos aus China als möglichen Ersatz für die bislang geltenden Ausgleichszölle. Aus Sicht des Kfz-Gewerbes könnten transparente Mindestpreisregelungen zu mehr Planungs- und Rechtssicherheit für den europäischen Autohandel beitragen.

"Für viele Autohäuser in Deutschland und der EU sind chinesische Fahrzeugmarken längst Teil ihres Geschäftsmodells. Sie sichern Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort", erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. Eine verlässliche, regelbasierte Lösung liege daher im Interesse des Handels. Die bislang erhobenen Strafzölle trafen laut ZDK nicht nur chinesische Hersteller, sondern auch europäische Marken, die Fahrzeuge in China produzieren und nach Europa importieren. Für Händler habe dies erhebliche Unsicherheiten bei Preisgestaltung, Absatzplanung und Kundenberatung zur Folge gehabt.

Mindestpreise, sofern sie transparent festgelegt und überprüfbar seien, könnten hier für mehr Stabilität sorgen, ohne den Wettbewerb vollständig auszuschalten. Zugleich warnt der Verband jedoch vor zu starken Eingriffen in die Marktmechanismen. In einer freien Marktwirtschaft müsse grundsätzlich die freie Preisbildung gelten; staatliche Subventionen dürften diese nicht verzerren.

Forderung nach WTO-konformen Lösungen

Der ZDK betont, dass fairer Wettbewerb und die Einhaltung internationaler Handelsregeln zentrale Voraussetzungen bleiben. Positiv bewertet der Verband, dass sich die EU bei ihren Überlegungen an den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) orientiert. Handelspolitische Maßnahmen müssten objektiv, nicht diskriminierend und WTO-konform ausgestaltet sein, um einseitige Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Handel warnt vor zusätzlicher Bürokratie

Aus Sicht des Kfz-Gewerbes ist zudem entscheidend, dass neue Regelungen praktikabel bleiben. Zusätzliche bürokratische Hürden für Autohäuser seien zu vermeiden. Klare Preisstrukturen und transparente Vertriebskanäle seien notwendig, damit Händler ihre Rolle als verlässliche Ansprechpartner für Verbraucher weiterhin erfüllen können.

Der ZDK appelliert an die EU-Mitgliedstaaten, den eingeschlagenen Kurs konstruktiv zu begleiten. Eine Blockade des Verfahrens würde erneut Unsicherheit in den Markt bringen. Europa brauche eine ausgewogene Lösung, die fairen Wettbewerb ermöglicht, den Hochlauf der Elektromobilität unterstützt und Arbeitsplätze im Handel sichert.

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