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Gebrauchtwagenmarkt: Wege aus der Krise

2trde-Gründer Johannes Stoffel (r.) mit Dominik Sickendieck, Leiter Vertrieb Gebrauchte Automobile bei Walkenhorst.
© Foto: 2trde

Das Start-up 2trde bietet ein Software-Paket, das die Vermarktung von Gebrauchtwagen per digitaler Auktion an den Großhandel erleichtern und strukturieren soll. AUTOHAUS sprach mit Gründer Johannes Stoffel.


Datum:
31.03.2020
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RM-AutorenboxVon AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel

Der Gebrauchtwagenhandel ist im Zuge der Corona-Pandemie praktisch zum Erliegen gekommen. Das gilt nicht nur für den Fahrzeugvertrieb an Endkunden, sondern auch für den B2B-Bereich. Das Start-up 2trde aus München bietet ein Software-Paket, das nach eigener Aussage die Vermarktung von Gebrauchtwagen, vor allem von Rückläufern, per digitaler Auktion an den Großhandel erleichtern und strukturieren soll. Mit der Software kann der Händler seine Vertriebskanäle individuell konfigurieren. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen europaweit mit fünf Auktionspartnern zusammen. Dazu ein Gespräch mit Gründer und CEO Johannes Stoffel.

AUTOHAUS: Herr Stoffel, wie sehen Sie aktuell die Lage im deutschen Gebrauchtwagenhandel?

Johannes Stoffel: Die Situation im Handel ist dramatisch. Die Handelsbetriebe sind bis auf die Werkstattarbeit geschlossen, dasselbe gilt für Zulassungsstellen. Das führt zu einem Totalausfall im Umsatz und Absatz. Dazu sehen wir aktuell zahlreiche Stornierungen bereits geschlossener Kauf- und Leasingverträge, was einzelne Händler in enorme Bedrängnis bringt – für die zusätzlichen Fahrzeuge fehlt diesen Betrieben ja erst recht eine geeignete Absatzmöglichkeit.

AH: Jedes Jahr werden europaweit mehrere Millionen Gebrauchtwagen gehandelt. Derzeit sind die Vertriebskanäle ziemlich ausgetrocknet. Was kann der Fachhandel tun?

J. Stoffel: Viele Handelspartner haben sich im B2B-Bereich oft auf nur einen Vermarkter verlassen. Wenn diese Vertriebsmöglichkeit ausfällt, geht nichts mehr. Verschärft wird dieses Problem durch einen viel zu hohen Anteil an manuellen Abläufen – umständliche Datenerfassung, physische Auktionen, langwierige und damit kostentreibende "Handarbeit" eben. Es fehlt leider zu oft die Transparenz und Compliance. In dieser Situation können wir eine Alternative anbieten.

AH: Wie sieht die aus?

J. Stoffel: Wesentliche Merkmale unserer Software sind die minutenschnelle Fahrzeugerfassung und Wertermittlung sowie die automatisierte Ausspielung des Angebots in alle relevanten Auktionsplattformen. Sie können mit unserer App direkt am Fahrzeug die Vermarktung starten. Wir bespielen eine Vielzahl von Verkaufskanälen, ohne dass dem Händler hierfür ein Mehraufwand entsteht. Das belegen auch Erfahrungen großer Handelsgruppen. So setzt die Walkenhorst Gruppe in Osnabrück beispielsweise unsere Software-Lösung in der jetzigen Situation erfolgreich ein.

AH: Was hat der Handel in der aktuellen Situation davon?

J. Stoffel: Letztendlich sparen unsere Kunden erhebliche Kosten ein, weil wir die Abläufe im hohen Maße automatisieren. Vor allem aber ist der Vermarktungsprozess bei 2trde ausschließlich digital. Im Gegensatz zu den traditionellen B2B-Vermarktungskanälen entstehen bei uns keine Aufnahmekosten, keine Transportkosten und nur minimale Verkaufskosten. Und der Händler kann sofort in den Verkaufsprozess starten, statt zur Tatenlosigkeit verurteilt zu sein.

AH: Was kann man aus der Krise lernen?

J. Stoffel: Wir sehen jetzt die Schwachstellen im Verkaufs- und Digitalisierungsprozess. Es ist überlebenswichtig, auf mehrere Absatzkanäle zu setzen, um die maximale Reichweite zu erzielen und Erträge abzusichern. Die Prozesse müssen schnell, effizient und transparent sein, eben digital. Die Zeit isolierter Aufkäufer, eigener Plattformen oder gar die Vermarktung über einen einzigen Vermarkter sind vorbei. Wir müssen nicht warten, bis die Corona-Krise ausgestanden ist.

AH: Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

J. Stoffel: Wir arbeiten inzwischen mit rund 50 Händlern und zehn weiteren Vertragspartnern in Deutschland zusammen. Der Handel bezahlt für die Einstellung in die Software pro Fahrzeug zehn Euro. Wenn das Auto verkauft wird, berechnen wir zusätzlich 30 Euro.

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