Nissan-Handel auf Strategiesuche: Zwischen Kostenlast und Renditeschwund

21.11.2025 17:19 Uhr | Lesezeit: 4 min
Nissan Jahreshauptversammlung
Die Lage im Nissan-Netz bleibt angespannt: Sinkende Renditen, hohe Eigenzulassungsquoten und steigende Betriebskosten belasten die Händler.
© Foto: Verband der Nissan Händler Deutschland

Die Lage im Nissan-Handel bleibt angespannt. Die Rendite im Netz ist von 2,0 auf 1,4 Prozent gefallen. Auf der Jahreshauptversammlung prognostizierte der Importeur eine Trendwende, viele Partner teilen diesen Optimismus allerdings nicht. Der Verband kritisiert Margen, Prozesse und Modellstrategie.

Die Lage im Nissan-Handel bleibt angespannt. Die Rendite im Händlernetz ist von 2,0 auf 1,4 Prozent gefallen. Auf der Jahreshauptversammlung prognostizierte der Importeur eine Trendwende, viele Partner teilen diesen Optimismus allerdings nicht. Der Markt selbst gibt wenig Rückenwind. So verzeichnet Nissan zwar ein Zulassungsplus von 8,2 Prozent im bisherigen Jahresverlauf, doch der Effekt relativiert sich etwas, handelt es sich doch zu über 40 Prozent um Eigenzulassungen.

Reichweitenbonus belastet Lagerhaltung

Um die Vordisposition von Lagerwagen zu verbessern, wurde 2024 ein sogenannter Reichweitenbonus eingeführt, der vom Verband der Nissan Vertragspartner (VDNV) von Anfang an skeptisch gesehen wurde – auch wenn Verständnis für die Notwendigkeit aus Herstellersicht vorhanden war. Leider ist der Prozess recht intransparent und scheint vor allem dem Abverkauf der Fahrzeuge aus dem europäischen Zentrallager in Amsterdam zu dienen. Hierfür hat Nissan einen zusätzlichen Bonus von zwei Prozent eingeführt, vorausgesetzt, der Händler erzielt mindestens 40 Prozent seines Absatzes aus Lagerfahrzeugen bzw. dem Bestellvorlauf.

Ein Modell, das für reichlich Diskussion sorgt: Wer nicht in diesem Umfang bevorraten kann oder will, ist klar im Nachteil. Aus dem Händlerverband heißt es, die Quote müsse auf höchstens 25 Prozent sinken, um praxistauglich zu sein, was einer Reichweite von drei Monaten entspricht. Die Ware aus Amsterdam entspricht häufig nicht den Motorisierungen und Ausstattungen, die Kunden tatsächlich nachfragen, was das Absatzrisiko einseitig in die Autohäuser verlagert und die ohnehin knapper werdenden Margen zusätzlich unter Druck setzt...

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