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Pkw-Markt im Februar: Corona bremst Autoverkäufe stark

Die Autoverkäufe werden weiterhin durch Corona gebremst.
© Foto: Mosolf Gruppe

Geschlossene Autohäuser wegen Corona, höhere Mehrwertsteuer, Lieferengpässe bei Halbleitern: Im Februar haben sich neue Autos erneut nicht gut verkaufen lassen. Minus 19 Prozent Einbußen gibt es im Vergleich zum letzten Jahr.


Datum:
03.03.2021
Autor:
aw / dpa
2 Kommentare

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Geschlossene Autohäuser, gestiegene Mehrwertsteuer: Autos verkaufen sich momentan nicht gut. 194.300 Pkw sind im Februar 2021 neu zugelassen worden, 19 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch in Flensburg mitteilte. Besonders private Käufer halten sich zurück – der Anteil der privaten Neuzulassungen brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,8 Prozent ein. Damit lag der Privatkundenanteil im Februar bei nur 30 Prozent. Die gewerblichen Zulassungen (Anteil: 70 Prozent) schrumpften zwar ebenfalls, mit minus 15,2 Prozent allerdings deutlich schwächer. Als Grund für die schwache Nachfrage privater Käufer nannte der Verband der Automobilindustrie (VDA) die bis Ende 2020 gültige Mehrwertsteuersenkung. Diese hätten viele Kunden noch mitgenommen und Käufe vorgezogen.

Schnelles Ende des Lockdowns

"Der deutsche Pkw-Markt läuft erneut auf ein katastrophales Jahresergebnis zu", kommentierte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) die Zahlen. Die Verluste seien im weiteren Jahresverlauf kaum aufzuholen, auch wenn der Handel alles tue, um das Geschäft aufrechtzuerhalten. Entscheidend sei jetzt, dass der Autohandel zum Beginn des Frühjahrsgeschäfts wieder öffnen könne. "Sehr große Verkaufsflächen in Relation zur täglichen Kundenzahl sowie bestehende Hygienekonzepte rechtfertigen für Autohäuser andere Lockdown-Szenarien als im übrigen Einzelhandel", befand Zirpel.

Ähnlich desolat wie der Neuwagenmarkt zeigte sich auch der Gebrauchtwagenmarkt. Insgesamt gab es im Februar 464.295 Pkw-Besitzumschreibungen. Das sind 17,8 Prozent weniger als noch im Februar 2020. Lediglich im Vergleich zum Januar zeigt sich ein Plus von 3,9 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass der Autohandel in diesem Monat durch den Lockdown brachlag, ist das aber weder überraschend noch wirklich positiv.

E-Auto-Boom geht weiter

Einen deutlichen Aufschwung gab es im Februar – getrieben von den Kaufprämien für Elektroautos – einmal mehr bei den alternativen Antrieben. Jeder fünfte im Februar neu zugelassene Pkw war entweder rein batteriebetrieben (18.278 Einheiten/ Marktanteil 9,4 Prozent) oder hatte als Plug-in-Hybrid (21.879 Einheiten/ Marktanteil 11,3 Prozent) neben dem Verbrenner eine Batterie mit Stecker an Bord. Das entspricht Zuwächsen von 124,2 bzw. 161,9 Prozent.

Großer Verlierer waren dementsprechend die klassischen Verbrenner mit minus 41,4 Prozent bei Benzinern und minus 35 Prozent bei Dieseln. Die Marktanteile lagen bei nur noch 37,7 (Benzin) und 25,4 Prozent (Diesel). Gasantriebe fristen mit insgesamt 0,3 Prozent wie bisher ein Nischendasein. Der politisch gewollte Elektro-Boom macht sich deutlich bei den CO2-Werten bemerkbar. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß ging um 15,4 Prozent auf 126,5 g/km zurück.

Viele Verlierer gibt es auch beim Blick auf die einzelnen Marken. Bei den deutschen Herstellern verzeichnete Ford mit minus 40,1 Prozent die größten Einbußen. Dahinter folgen Mercedes (minus 28,3 Prozent), Opel (minus 11,3 Prozent), Audi (minus 11 Prozent), VW (minus 9,7 Prozent) und BMW (minus 6,3 Prozent).

Nur wenige Marken legen zu

Einige Marken konnten sich dem Abwärtstrend allerdings auch entgegenstemmen – allen voran der E-Auto-Pionier Tesla, der mit einem Plus von 180 Prozent im Februar auf einen Marktanteil von einem Prozent kam. Ebenfalls zulegen konnten Smart (plus 123 Prozent), Mini (plus 18,6 Prozent), Porsche (plus 3,6 Prozent) sowie die SUV-Spezialisten Land Rover (plus 23,4 Prozent) und Ssangyong (plus 8,4 Prozent)

Die meisten anderen Importmarken mussten allerdings zum Teil herbe Zulassungseinbußen hinnehmen. Bei Honda (minus 62,8 Prozent), Mazda (minus 59,6 Prozent), Mitsubishi (minus 55,9 Prozent), Suzuki (minus 52,3 Prozent) und Dacia (minus 51,3 Prozent) lagen diese mit jeweils mehr als 50 Prozent am höchsten. Den größten Marktanteil bei den Importeuren konnte Skoda mit 6,2 Prozent für sich beanspruchen. Bei den deutschen Marken lag wie gewohnt VW (20,6 Prozent) vorne.

Die SUVs bildeten trotz der um 12,7 Prozent geringeren Neuzulassungszahlen mit 22,2 Prozent das stärkste Segment, gefolgt von der Kompaktklasse (18,6 Prozent/minus27,4 Prozent) und den Kleinwagen (14,3 Prozent/ minus 21,9 Prozent). Steigerungen zeigten sich bei Neuzulassungen der oberen Mittelklasse (4,2 Prozent/plus 6,4 Prozent), den Minis (5,9 Prozent/plus 5,2 Prozent) und der Oberklasse (1,0 Prozent/plus 4,1 Prozent). Bei den Mini-Vans brachen die Neuzulassungen um 65,4 Prozent ein, so dass dieses Segment mit 0,6 Prozent im Februar den geringsten Neuzulassungsanteil erreichte

In den deutschen Autowerken liefen im Februar zudem 17 Prozent weniger Autos vom Band als im Vorjahresmonat. Gehemmt wird die Produktion weiter unter anderem durch Lieferengpässe bei Halbleitern, wie der VDA mitteilte. Viele Produzenten hatten in den vergangenen Monaten wegen der geringen Nachfrage der Autobranche auf andere Abnehmer umgeschwenkt.

 

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KOMMENTARE


MWF

04.03.2021 - 09:11 Uhr

Nicht das Coronavirus, sondern die (absurden) Maßnahmen!


Fred

04.03.2021 - 18:39 Uhr

Bogen ist überspannt am Beispiel Honda kann man sehen wie naiv die Vorgehensweise ist. Weder Kunden, Händler oder Mitarbeiter lassen sich diese Umgangsformen auf Dauer bieten. Das Honda Märchen vom Kunden als nächster im Prozess und seiner Zufriedenheit ist zu den Akten gelegt.


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