Marktbeobachter Schwacke wagt eine vorsichtig positive Prognose für die Marktentwicklung in Deutschland. Für das laufende Gesamtjahr 2025 erwarten die Experten 2,83 Millionen Pkw-Neuzulassungen (plus 0,1 Prozent). 2026 dürfte der Markt dann auf 2,87 Millionen Einheiten wachsen; das wäre ein Plus von 1,6 Prozent, jedoch immer noch 20,3 Prozent weniger als 2019 vor der Pandemie.
Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) werden Ende 2025 voraussichtlich einen Marktanteil von 18,8 Prozent haben (ca. 532.000 Einheiten). Für das Jahr 2026 erwarten die Schwacke-Experten, dass die Zulassungen von BEV weiter steigen und einen Anteil von 23,1 Prozent (rund 664.000 Einheiten) erreichen. Bei Plug-in-Hybridfahrzeugen (PHEV) prognostiziert der Marktbeobachter 2025 einen Marktanteil von 10,9 Prozent (ca. 308.000 Einheiten), der 2026 auf 11,5 Prozent (ca. 330.000 Einheiten) anwachsen werde.
"Der Gesamtabsatz von BEV und PHEV wird 2025 voraussichtlich um 47,5 Prozent steigen, was in erster Linie auf die niedrige Ausgangsbasis im Jahr 2024 und eine größere Auswahl an verfügbaren EV-Modellen zurückzuführen ist", sagte Analyst Robert Madas gegenüber AUTOHAUS. "Die schwächere Leistung von BEV im Jahr 2024 war vor allem auf strengere EU-weite CO2-Emissionsstandards zurückzuführen, die zu einem Jahresendschub beim Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (ICE) führten, bevor die niedrigeren Ziele für 2025 in Kraft getreten sind."
Kaufprämie unterstützt Markterholung
Insgesamt habe sich der deutsche Markt – ebenso wie mehrere andere europäische Märkte – 2025 widerstandsfähiger gezeigt als erwartet, sagte Madas. Dennoch stehe Deutschland weiterhin vor wirtschaftlichen Herausforderungen, was im laufenden Jahr zu einem nur marginalen Wachstum bei den Neuzulassungen führe. "Die zweite Jahreshälfte war geprägt von steigenden Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen, die durch mehrere Faktoren begünstigt wurden: eine größere Auswahl an erschwinglicheren Elektrofahrzeugen, eine verbesserte Verfügbarkeit von Modellen aus chinesischer Produktion und nationale, politische Veränderungen zugunsten der Elektrifizierung. Dazu gehören die Einführung einer 75-prozentigen Abschreibungsmöglichkeit für BEVs und die Verlängerung der BEV-Kfz-Steuerbefreiung bis 2035."
Schwacke rechnet damit, dass die für 2026 geplante Wiedereinführung von Kaufprämien für BEV die Markterholung unterstützen werde und dabei helfen könne, Deutschlands Position als Europas führender Markt für Elektrofahrzeuge zu behaupten. "Das endgültige Ergebnis wird jedoch stark von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Landes und einer Erholung des privaten Konsums abhängen, die durch eine niedrigere Inflation angetrieben wird."