Umfrage: Für Autokäufer entscheidet der Preis

10.12.2008 05:40 Uhr
Laut einer aktuellen Umfrage schauen Autokäufer zuerst auf den Preis.
© Foto: ALD

Laut einer aktuellen Umfrage ist der Preis das wichtigste Argument beim Autokauf. Die Unternehmensberater von b-k-p Consulting sehen in den Ergebnissen der Erhebung auch eine Chance für den Handel.

Laut einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens b-k-p Consulting ist für die meisten deutschen Autokunden (45 Prozent) im Zweifel der günstigste Preis beim Kauf eines Neuwagens das entscheidende Kriterium vor guter Qualität (36 Prozent) und Finanzierungsmöglichkeiten (16 Prozent). Nur knapp drei Prozent der Befragten gaben guten Service als maßgeblich für den Kauf eines neuen Autos an. Viele Käufer würden gerade in Krisenzeiten auf Schnäppchenpreise spekulieren. Thomas Kremer, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung, sieht in der hohen Bedeutung des Preises ein Indiz für die Kaufbereitschaft der Konsumenten: "Wir glauben nicht, dass es zu einem Kaufboykott kommt." Vielmehr würden die Ergebnisse darauf hindeuten, dass viele Verbraucher bereit sind, "in den für die kommenden Monate zu erwartenden Preispoker am Automarkt einzusteigen". Nach Ansicht des Experten könnte der Käufer so zum eigentlichen Gewinner der Krise werden. Für den Autohandel bedeutet diese Entwicklung aber auch Chancen. Kremer rät Händlern, die Krise zu nutzen, um ihre Produktivität radikal zu steigern. "Geschickte Preispolitik ist für Autohändler in den kommenden Monaten unerlässlich." Zur langfristigen Absicherung der Erträge müsste die gesamte Organisation kritisch durchleuchtet werden. Dazu würden auch indirekt für den Erfolg relevante Betriebsbereiche wie Administration und Lager gehören. Kremer: "Die Hersteller passen ihre Kapazitäten an, auch Händler müssen umschichten." Für die Erhebung wurden 1.020 Personen zwischen 18 und 65 Jahren online befragt. (tk)

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KOMMENTARE

Joachim Lasch

10.12.2008 - 19:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Thomas Kremer, Händler sind nicht produktiv, weil sie nichts produzieren. Ist doch eingängig?! Somit ist eine Produktivitätssteigerung schlicht unmöglich, oder? Da die Händler was die Personaldecke angeht seit vielen Jahren auf der allerletzten Rille fahren, ist auch eine Ausdünnung im Personalstand nicht mehr möglich! So what? Bleibt nur noch den Kunden über den Tisch zu ziehen, was nicht gelingen wird, denn der ist bestens informiert. Geben Sie z.B. bei Google den Suchbegriff "VW" ein, sind sie schnellstens bei einem Händler, der die Autos mit einem Abschlag von 15 % verschleudert, also bekommt die der Kunde beim lokalen Händler auch, mindestens. Um nicht falsch verstanden zu werden: nicht der Internethändler ist der Böse Bube, der die Preise geschlachtet hat, das hat der lokale Handel in den letzten 15 Jahren selber geschafft. Immer nach dem Motto wenn die Marge weg ist, bezahl ich meine Verkäufergehälter halt von den Jahresendboni. Der Handel trägt die Verantwortung für die Situation in der er jetzt steckt selber, und zwar nicht der angestellte Verkäufer oder Mechaniker sondern eindeutig die, die diese Rabattschlacht angeführt und zu verantworten haben. Auch der Handel hat sein Managerthema. Sie merken, Herr Kremer, die Luft ist raus, die Karre an der Wand, der Airbag hat versagt, da helfen auch Rufe nach "radikaler Produktivitätssteigerung" nichts, wenn der letzte Schrauber entlassen ist, macht der Kunde seinen Ölwechsel wieder selber. Der Handel braucht keine Unternehmensberatung sondern motivierte und geschulte Mitarbeiter und die gibts nicht für lau. In der Hoffnung Ihnen die Situation etwas näher gebracht zu haben, mit freundlichem Gruß J. Lasch


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