Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) bewertet die angekündigte Entlastung bei den Kraftstoffpreisen durch die Regierungskoalition positiv. Die befristete Senkung der Preise für Diesel und Benzin um jeweils 17 Cent pro Liter sei ein spürbarer Vorteil für Verbraucherinnen und Verbraucher, erklärt VAD-Präsident Burkhard Weller.
Einen Dämpfer für den E-Auto-Markt erwartet der Verband dadurch jedoch nicht: "Unsere Mitgliedsbetriebe verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Nachfrage, sowohl nach neuen als auch nach gebrauchten Elektroautos [...] Diese Entwicklung ist ohnehin nicht mehr aufzuhalten und wird trotz der nun sinkenden Kraftstoffpreise anhalten“, sagte Weller.
Auch die Beschlüsse des Koalitionsausschusses zur Unterstützung der Automobilindustrie stoßen beim VAD auf Zustimmung. Besonders die stärkere Ausrichtung auf Technologieoffenheit gegenüber der EU-Kommission bewertet der Verband positiv. Nach Auffassung des VAD sollte es Kunden überlassen bleiben, für welche Antriebsart sie sich entscheiden.
Für klimaneutrale Mobilität gebe es nicht nur einen einzigen Weg. Die Bundesregierung will sich dafür einsetzen, dass Fahrzeuge mit klimafreundlichen erneuerbaren Kraftstoffen künftig auf EU-Ebene ebenso als Null-Emissions-Fahrzeuge anerkannt werden wie Elektroautos. Zudem soll die Förderung von Plug-in-Hybriden fortgeführt werden. Auch diese Linie unterstützt der VAD.
VAD hält 4,20-Meter-Grenze für marktfern
Es sei laut VAD richtig, den Betreibern von Fahrzeugflotten nicht den ausschließlichen Einsatz von Elektrofahrzeugen vorzuschreiben. "Hier stehen wir hinter der Haltung der Bundesregierung. Eine Quote für gewerbliche Flotten hätte eine ähnliche Wirkung wie ein Verbrenner-Verbot", so VAD-Präsident Weller. Eine solche Flottenquote hatte die EU-Kommission vorgeschlagen.
Eine besondere Förderung von kleinen E-Autos lehnt der Koalitionsausschuss ab: "Die Bundesregierung hat recht, die Supercredits für kleine Elektrofahrzeuge bis 4,20 m Länge abzulehnen. Diese Längengrenze ist völlig willkürlich gewählt und geht am Markt vorbei." Auch diese Position unterstützt der VAD.
VAD: Klimadatenbank für Neuwagen
Darüber hinaus fordert der VAD eine grundlegende Neuausrichtung der Energie- und Klimainformationen für Neuwagen. Die bisherige Verbrauchskennzeichnung habe ihre Aufgabe aus Sicht des Verbands nicht erfüllt: Sie sei für viele Verbraucher schwer verständlich, spiele im Verkauf kaum eine Rolle und habe stattdessen eine kostspielige Abmahnpraxis gefördert. Der Verband plädiert deshalb für die Abschaffung des bisherigen Systems und für ein digitales, praxisnahes Informationsangebot.
Konkret schlägt der VAD eine europaweite digitale Klimadatenbank für Neuwagen vor. Diese soll Kundinnen und Kunden auf Basis ihres individuellen Fahrprofils transparent über Verbrauch, Kosten und CO₂-Ausstoß informieren. Der Verband bedauert, dass die Bundesregierung hierzu bislang keine klare Position eingenommen hat.