VAD-Umfrage zeigt: Teurer Sprit treibt E-Auto-Nachfrage

22.04.2026 11:32 Uhr | Lesezeit: 3 min
BMW i4 (2021)
Angesichts hoher Spritpreise steigt das Interesse an E-Autos. Der Handel merkt einen deutlichen Shift.
© Foto: BMW AG

Hohe Kraftstoffpreise verändern das Kaufverhalten. Eine Umfrage des VAD zeigt: Autohändler melden deutlich mehr Nachfrage nach Elektroautos – im Neu‑ und Gebrauchtwagensegment. Auffällig ist, dass die aktuelle Nachfrage nach gebrauchten E Autos zunehmend von Privatkunden kommt.

Die anhaltend hohen Kraftstoffpreise wirken sich spürbar auf den Automarkt aus. Laut einer aktuellen Umfrage des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD) berichten alle befragten Mitgliedsbetriebe von einer steigenden Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen. Das gilt sowohl für Neuwagen als auch für Gebrauchtwagen.

Im Neuwagengeschäft verzeichnen 46 Prozent der Händler seit Beginn der Eskalation im Nahen Osten einen Absatzanstieg bei Elektroautos von bis zu zehn Prozent. Weitere 39 Prozent melden Zuwächse von bis zu 25 Prozent, 15 Prozent sogar von bis zu 50 Prozent.

Auch gebrauchte E‑Autos stärker gefragt

Parallel gewinnt das Gebrauchtwagensegment an Dynamik. 61 Prozent der Händler berichten von einem Nachfrageplus bei gebrauchten E‑Autos von bis zu zehn Prozent, weitere 38 Prozent von Steigerungen bis zu 25 Prozent. Damit zeigt sich erstmals seit längerer Zeit wieder eine breitere Nachfrage aus dem Privatkundengeschäft.

"Die Entwicklung an den Tankstellen beschleunigt den strukturellen Wandel im Automobilmarkt spürbar. Der Diesel verliert dramatisch, die Nachfrage nach Benzinern sinkt ebenfalls", sagt VAD‑Präsident Burkhard Weller. Kunden bewerteten ihre Mobilitätskosten neu und suchten verstärkt nach elektrischen Alternativen.

Verbrenner unter Druck

Nach Einschätzung vieler Händler wirkt sich der Kostendruck bei Kraftstoffen zunehmend negativ auf den Absatz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aus. Sowohl im Neu‑ als auch im Gebrauchtwagengeschäft gehe die Nachfrage zurück, insbesondere bei Dieselmodellen. Benziner verlieren ebenfalls an Attraktivität.

Gleichzeitig habe sich die Wahrnehmung gebrauchter Elektroautos verändert. "Das Geschäft mit gebrauchten Elektrofahrzeugen ist anders als in der Vergangenheit kein Risiko mehr“, so Weller. Restwerte und Standzeiten lägen inzwischen auf dem Niveau von Verbrennern.

Privatkunden treiben den Trend

Auffällig ist, dass die aktuelle Nachfrage nach gebrauchten E‑Autos zunehmend von Privatkunden kommt. In den vergangenen Jahren waren Elektrofahrzeuge vor allem als Firmenwagen im Markt. Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass E‑Mobilität nun stärker im privaten Alltag ankommt.


Was Händler jetzt beachten sollten:

1. EV‑Bestände prüfen und ausbauen
Die aktuelle Nachfrage betrifft Neu‑ und Gebrauchtwagen. Händler sollten verfügbare BEV‑Bestände aktiv prüfen und gezielt zukaufen.

2. Gebrauchte E‑Autos offensiv anbieten
Restwerte und Standzeiten haben sich stabilisiert. Das Risiko im Gebrauchtwagengeschäft ist laut VAD deutlich gesunken.

3. Beratung auf Betriebskosten fokussieren
Hohe Spritpreise treiben die Nachfrage. Gesamtkosten, Strompreise und Ladeoptionen werden im Verkaufsgespräch wichtiger als Listenpreise.

4. Privatkunden gezielt ansprechen
Der Nachfragetrend kommt zunehmend aus dem Privatkundengeschäft – nicht mehr nur aus dem Flottenbereich.

5. Verbrennerbestände realistisch kalkulieren
Vor allem Diesel geraten unter Druck. Anpassungen bei Preisstrategie und Standzeitmanagement werden wichtiger.




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