DAT-Barometer zeigt hohes E-Auto-Interesse: Noch Zurückhaltung beim Kauf

28.04.2026 16:36 Uhr | Lesezeit: 3 min
E-Mobilität
Die hohen Spritpreise führen allgemein zu einem großen Interesse an E-Autos, auch gebrauchte Stromer sind vermehrt gefragt.
© Foto: Bosch

Die neue staatliche E-Auto-Prämie hat bislang kaum zu mehr Kaufabschlüssen geführt. Viele Autokaufplaner warten ab. Gleichzeitig zeigen hohe Kraftstoffpreise und steigende Besitzumschreibungen, dass Elektromobilität weiter an Bedeutung gewinnt.

Die im Januar 2026 angekündigte staatliche Förderprämie für batterieelektrische Fahrzeuge hat bislang kaum zusätzliche Autokäufe ausgelöst. Laut DAT-Barometer warten viele Kunden noch mit dem Kauf. Die Prämie soll ab Mai 2026 erst beantragt werden können. Nur rund jeder fünfte Kaufinteressent hat sein Fahrzeug bereits bestellt oder gekauft, um die Förderung später rückwirkend zu beantragen.

Hohes Interesse an E-Mobilität

Unabhängig von der Prämie wächst die Beschäftigung mit Elektromobilität spürbar. Rund 43 Prozent der Neuwagenkaufplaner können sich einen Umstieg auf ein BEV vorstellen. Weitere 40 Prozent zeigen sich grundsätzlich offen, sehen den Zeitpunkt aktuell jedoch noch nicht als passend an. Zurückhaltender ist die Haltung bei Gebrauchtwagenkäufern: Hier lehnen noch 31 Prozent die Elektromobilität grundsätzlich ab.

Für viele Verbraucher sind die aktuell hohen Kraftstoffpreise ein stärkerer Treiber als die Förderprämie. Knapp 60 Prozent der Neuwagen- und über 40 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner geben laut DAT an, sich deshalb intensiver mit Elektromobilität zu beschäftigen. Die angekündigte Prämie hatte zwar ebenfalls einen Einfluss, fiel jedoch geringer aus.

Die Förderprämie wird ambivalent bewertet: 80 Prozent der Befragten nennen mindestens einen positiven Aspekt, vor allem die soziale Staffelung und die finanzielle Entlastung beim BEV-Kauf. Gleichzeitig äußern drei von vier Autokaufplanern Kritik. Am häufigsten genannt werden die fehlende Förderung von Gebrauchtwagen sowie der hohe Mitteleinsatz für eine vergleichsweise kleine Käufergruppe. Auch die erwartete Komplexität der Antragstellung stößt auf Skepsis.

Gebrauchte BEV werden interessanter

Trotz fehlender Förderung verzeichnen batterieelektrische Gebrauchtwagen eine steigende Nachfrage. Allein von Januar bis März 2026 wurden laut KBA rund 77.000 BEV-Besitzumschreibungen registriert – mehr als private BEV-Neuzulassungen. Auch im März übertraf die Zahl der Besitzumschreibungen die der privaten Neuzulassungen deutlich. Elektromobilität etabliert sich damit zunehmend auch im Gebrauchtwagenmarkt.

Einordnung für den Handel

Das DAT-Barometer zeigt: Die Förderprämie führt kurzfristig nicht zu einem Nachfrageboom, verändert aber die Informationsphase vieler Kaufinteressenten. Für den Handel gewinnt die Beratung rund um Ladeinfrastruktur, Betriebskosten und gebrauchte BEV weiter an Bedeutung. Gleichzeitig bleiben Preisniveau und Kraftstoffkosten zentrale Argumente im Verkaufsgespräch.


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