Spritpreise treiben Nachfrage: Preise für gebrauchte E-Autos ziehen an

31.03.2026 13:54 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ein Spielzeugauto und Geld und in einem Showroom
Autokunden zeigen aktuell ein stark steigendes Interesse an gebrauchten E-Autos.
© Foto: abu - stock.adobe.com

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise wirken sich spürbar auf das Kaufinteresse im deutschen Gebrauchtwagenmarkt aus. Laut Umfragen der beiden größten deutschen Auto-Plattformen verschiebt sich die Nachfrage im März 2026 deutlich zugunsten alternativer Antriebe.

Teurer Kraftstoff infolge des Iran-Konflikts verändert den Gebrauchtwagenmarkt: Eine aktuelle Analyse von Autoscout24 zeigt deutlich steigendes Interesse an gebrauchten Elektroautos, während Diesel und Benziner an Nachfrage verlieren. Eine begleitende Umfrage belegt zudem ein wachsendes Umdenken bei Autofahrern. Und auch Mobile.de sieht einen hohen Wechselwillen bei den Verbrauchern so wie "Katalysator für die E-Mobilität".

Nachfrage nach E-Autos steigt deutlich

Im Vergleich zum Vormonat wächst die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos im März um 39 Prozent. Gleichzeitig sinkt das Interesse an klassischen Antrieben: Die Nachfrage nach gebrauchten Dieselfahrzeugen geht um 16 Prozent zurück, bei Benzinern um 10 Prozent. Parallel dazu ziehen die Preise für gebrauchte Elektroautos leicht an: Im März lag der durchschnittliche Angebotspreis bei rund 33.800 Euro und damit rund 2 Prozent über dem Niveau des Vormonats.

Wie stark steigende Kraftstoffpreise die Einstellungen zur Mobilität verändern können, zeigt die aktuelle Umfrage von Autoscout24 ebenfalls. Demnach rechnen 72 Prozent der Befragten in den kommenden zehn Jahren mit dauerhaft steigenden Kraftstoffkosten, 22 Prozent würden bei deutlich höheren Preisen einen Umstieg auf ein Elektroauto in Betracht ziehen. Viele Befragte würden zunächst ihr Verhalten anpassen und die Fahrten besser planen (33 Prozent) oder bündeln (28 Prozent), bzw. Fahrten auf das Notwendigste beschränken und auf längere oder vermeidbare Fahrten (z.B. in den Urlaub) gar verzichten.

Auch Mobile.de berichtet, nach eigener Erhebung würde aktuell knapp die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) sich bei der Antriebswahl beim Autokauf von der derzeitigen weltpolitischen Lage beeinflussen lassen. Besonders deutlich wurde dieser Trend wohl auf mobile.de selbst: Nach Ausbruch des Iran-Krieges verdreifachte sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, so die Plattform. Stünde morgen ein Autokauf an, würde knapp jeder Dritte (31 Prozent) einen Verbrenner wählen. 24 Prozent würden sich für ein Hybridfahrzeug entscheiden, knapp jeder Fünfte (23 Prozent) für ein reines Elektroauto, so Mobile.de weiter.

Jeder Fünfte macht einfach "so weiter" wie bisher

Knapp 19 Prozent der Befragten geben an, ihr Mobilitätsverhalten trotz steigender Kosten nicht verändern zu wollen. Stefan Schneck, Deutschland Vertriebschef von Autoscout24, sagt: "Knapp jeder Vierte erwägt aufgrund steigender Spritpreise den Umstieg auf die E-Mobilität. Das ist ein beträchtlicher Anteil, der mit anhaltend hohen Preisen weiter steigen dürfte. Der Preis an der Zapfsäule ist für viele längst mehr als ein Ärgernis – er wird zunehmend zum konkreten Anlass, die eigene Mobilität neu zu bewerten. Dass gleichzeitig ein relevanter Anteil sein Verhalten nicht ändern würde, zeigt aber auch: Für viele Menschen ist das Auto keine flexible Entscheidung, sondern schlicht notwendig, um den Alltag zu organisieren."

Kostenersparnis schlägt Umweltaspekte


Bei den Vorteilen des E-Autos dominiert laut mobile.de ein Argument: Für diejenigen, die den Stromer als echte Alternative zu Diesel- oder Ottomotoren sehen, ist die langfristige Kostenersparnis das stärkste Kaufargument (36 Prozent). Daneben überzeugen weitere Gründe: Für rund jeden Fünften sind der Umweltaspekt (22 Prozent) sowie die größere Unabhängigkeit durch eigene Stromerzeugung (21 Prozent) – etwa via Solaranlage – entscheidend.


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