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ZDK-Präsidentschaft: Karpinski strebt zweite Amtszeit an

Jürgen Karpinski will ZDK-Präsident bleiben.
© Foto: Ralph Olma Presse + PR Pfauntsch

Elektromobilität, Dieselkrise, Digitalisierung – das Kfz-Gewerbe steuert in unruhiges Fahrwasser. Sein "Kapitän" Jürgen Karpinski will deshalb die Brücke noch nicht verlassen.


Datum:
16.02.2017
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Jürgen Karpinski will es noch einmal wissen: Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) Mitte Juni 2017 in Montabaur wird der Autohändler erneut für das Amt des Verbandspräsidenten kandidieren. Das kündigte Karpinski am Donnerstag in Berlin an. "Nicht zuletzt bei der Bewältigung der zahlreichen Umbrüche, die der Automobilbranche und damit auch dem Kfz-Gewerbe bevorstünden, ist Kontinuität an der Verbandsspitze ein wichtiger Faktor", sagte er.

Die deutschen Autohäuser und Werkstätten kämpfen derzeit an mehreren Fronten: Nicht nur müssen sie die Elektroauto-Zukunft mitgestalten, sondern auch ihr Geschäft ins digitale Zeitalter transferieren. Die wachsende Nutzung und Auswertung von Daten verändert zusehends die Marktstrukturen und Ertragsströme im Autohandel – und im Online-Markt machen sich immer mehr branchenfremde Player breit. Außerdem sägt der Abgas-Skandal derzeit an der Glaubwürdigkeit der gesamten Branche.

Mit Blick auf die Elektromobilität sagte Karpinski, 2017 sei ein weiteres Jahr des Übergangs. Er begründete dies mit dem nach wie vor übersichtlichen Angebot an Fahrzeugen, "die durch ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis sowie praxisgerechte Reichweite beim Endverbraucher punkten können". Er rechne daher für dieses Jahr mit einem Absatz von rund 15.000 rein batteriebetriebenen Fahrzeugen sowie mit etwa 55.000 Hybridfahrzeugen (ca. 22.000 Plug-in-Hybride).

Sicherheit für Dieselfahrer gefordert

Karpinski betonte, dass die Diskussion um blaue oder weiße Plaketten und mögliche Fahrverbote in Innenstädten für Dieselautos die Verbraucher zunehmend verunsichere. "Bis vor kurzem war der Diesel noch die Top-Empfehlung der Umweltschützer, weil er für gute Werte beim CO2-Ausstoß prädestiniert ist. Ohne den Diesel ist das von der EU festgesetzte Klimaschutzziel eines Flottenverbrauchswerts von 95 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer ab dem Jahr 2020 wohl kaum zu erreichen."

Der ZDK-Präsident pochte auf eine Versachlichung der Diskussion. Er verwies auf Erkenntnisse des Umweltbundesamts, wonach bei der Feinstaubbelastung die Industrieprozesse den Löwenanteil von rund 39 Prozent hätten, gefolgt von der Landwirtschaft mit etwa 22,5 Prozent. Dann erst folgten Haushalte und Kleinverbraucher sowie der Straßenverkehr mit jeweils knapp über 14 Prozent. Karpinski: "Insofern tut Aufklärung Not, denn in die Köpfe der Menschen hat man einzig das Auto als Umweltsünder implantiert."

Von der Politik wünsche er sich deshalb "klare Aussagen, die den Autofahrern Rechtssicherheit für das Benutzen ihrer Fahrzeuge geben", sagte er. Die Politik müsse neben berechtigten Umweltanliegen auch die Mobilitätsbedürfnisse der Steuerzahler berücksichtigen und dafür Sorge tragen, dass die Investition in ein Automobil sich nich nach kurzer Zeit als Verlustgeschäft erweise.

Kritik an Steuerplänen für Autogas

In diesem Zusammenhang übte Karpinski auch Kritik an den Plänen des Bundesfinanzministers, die Steuerbegünstigung für Autogas zu kippen, obwohl sie laut Koalitionsvertrag fest vereinbart war. Abgesehen von einer weiteren Verunsicherung und vom Verlust an Glaubwürdigkeit bei rund 475.000 Fahrern würden sich diese Pläne nachteilig auf das Nachrüstgeschäft der Kfz-Betriebe auswirken.

Als Nachfolger von Robert Rademacher war Karpinski 2014 an die ZDK-Spitze gewählt worden. Er ist seit 1986 Geschäftsführer von Auto Schmitt mit Audi- und VW-Betrieben in Frankfurt am Main und Idstein. Seit 1988 ist er auch ehrenamtlich aktiv, unter anderem als Präsident und Landesinnungsmeister des hessischen Kfz-Gewerbes. Dem Vorstand des Dachverbands ZDK gehört der Kfz-Meister seit 2005 an. (rp)

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