Die aktuellen März-Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) belegen eine weiterhin dynamische Entwicklung bei den Neuzulassungen von Elektroautos. Gleichzeitig sieht der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) den Hochlauf der Elektromobilität – insbesondere im Privatkundensegment – weiterhin gebremst.
Grund dafür ist vor allem die anhaltende Unsicherheit rund um die konkrete Beantragung der Kaufprämie. Ohne verlässliche Förderperspektiven fällt es vielen potenziellen Käufern schwer, eine Entscheidung zu treffen – insbesondere in der Zielgruppe, für die die Prämie gedacht ist.
"Die Menschen brauchen Planungssicherheit und keine Förderpolitik auf Zuruf", erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. "Solange das Versprechen der E-Autoprämie nicht eingelöst wird, reagieren die Kunden mit Kaufzurückhaltung. Für viele Interessierte der durch die Prämie adressierten Einkommensklasse ist sie ein zentraler Bestandteil der Finanzierung, insbesondere zur direkten Begleichung von Sonderleasingraten. Ohne klare Vorgaben verpufft der gewünschte Impuls, und der erhoffte Hochlauf der Elektromobilität kommt entweder gar nicht oder deutlich verspätet in Gang."
Quartal 1/2026 fällt positiv aus
Im März wurden insgesamt 70.663 batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen – ein Anstieg von 66,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit erreichten E-Autos einen Marktanteil von 24 Prozent am Pkw-Gesamtmarkt. Insgesamt zeigte sich der Automarkt stark wachsend, mit einem Plus von 16 Prozent bei den Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr. Auch das erste Quartal 2026 fällt positiv aus: Mit einem Wachstum von 5,9 Prozent startet die Branche solide ins neue Autojahr.
Ein zusätzlicher Treiber der Nachfrage nach alternativen Antrieben sind die zuletzt deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise. Die Energiekosten pro 100 Kilometer liegen bei Elektrofahrzeugen aktuell klar unter denen von Verbrennern. Allerdings nehmen viele Verbraucher die hohen Spritpreise eher als vorübergehendes Phänomen wahr. Hinzu kommen lange Lieferzeiten sowie die Tatsache, dass ein Autokauf meist langfristig geplant wird. Kurzfristige Preisentwicklungen beeinflussen die Kaufentscheidung daher nur begrenzt.
ZdK: "Fahrzeugentscheidungen werden langfristig geplant"
"Die gestiegenen Kraftstoffpreise spielen beim E-Auto-Kauf eine Rolle, ob dies aber zu einer Trendwende für mehr Elektromobilität führt, bleibt abzuwarten", so Peckruhn. "Fahrzeugentscheidungen werden langfristig geplant, kurzfristige Preissignale an der Tankstelle schlagen nur bedingt durch – entscheidend sind klare Förderregeln und verlässliche Rahmenbedingungen."
Deshalb ist aus Sicht des ZDK-Präsidenten entscheidend, rasch Planungssicherheit hinsichtlich der Förderrichtlinie zu schaffen: "Sollten die Energiepreise auf erhöhtem Niveau verharren und zugleich die Förderkriterien sowie das Antragsverfahren für die Kaufprämie klar, transparent und verlässlich definiert werden, bestehen gute Chancen auf eine spürbare Belebung der privaten Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in den kommenden Quartalen."