Absatzkrise in China: Porsche verkauft weniger Fahrzeuge

16.01.2026 09:21 Uhr | Lesezeit: 2 min
Porsche
Die Lage des Sportwagenbauers Porsche in China hat sich im vergangenen Jahr verschärft.
© Foto: dpp-Auto-Reporter

Die Verkaufszahlen bei Porsche sehen mau aus. Insbesondere in China geht es deutlich abwärts. Aber auch in anderen Märkten kommen die luxuriösen Sport- und Geländewagen nicht mehr so gut an.

Die Lage des Sportwagenbauers Porsche in China hat sich im vergangenen Jahr verschärft. 2025 verkauften die Schwaben gut 41.900 Fahrzeuge dort. Das waren rund 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Es handelt sich um den vierten Rückgang in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte die VW-Tochter noch fast 95.700 Sport- und Geländewagen in der Volksrepublik abgesetzt.

Als wesentliche Gründe für den erneuten Rückgang in China nannte Porsche die herausfordernden Marktbedingungen und einen harten Wettbewerb, vor allem bei E-Modellen. Der frühere Porsche-Chef Oliver Blume hatte im vergangenen Jahr mehrfach betont, dass der Markt für Luxusprodukte in der Volksrepublik förmlich zusammengebrochen sei. 

Mit Wachstum rechnete Blume kurz vor seinem Abtritt nicht. Einer der Gründe dafür ist die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Seit Anfang Januar ist Michael Leiters neuer Porsche-Chef, Blume konzentriert sich auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen

Minus in fast allen Weltregionen

Aber auch in den anderen Weltregionen läuft es für Porsche nicht rund: Nach China am deutlichsten verloren hat der Konzern im Heimatmarkt Deutschland (minus 16 Prozent) und im Rest Europas (minus 13 Prozent). In den Übersee- und Wachstumsmärkten - dazu gehören zum Beispiel Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Südkorea - verbuchen die Schwaben ebenfalls ein leichtes Minus. Immerhin: In der größten Vertriebsregion Nordamerika liegen die Zahlen mit gut 86.200 Auslieferungen auf Vorjahresniveau. 

Unter dem Strich heißt das aber: Porsche hat im vergangenen Jahr gut 279.400 Sport- und Geländewagen verkauft - und damit ein Zehntel weniger als 2024. Fast die Hälfte des Rückgangs geht auf die Schwäche in China zurück. Bereits 2024 war der Gesamtabsatz um drei Prozent auf rund 310.700 gesunken. 

Vertriebsvorstand Matthias Becker teilte mit: "Nach mehreren Rekordjahren liegen wir mit den Auslieferungen in 2025 unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung entspricht unseren Erwartungen". Dieser Trend sei neben der schwächeren Nachfrage nach exklusiven Produkten in China unter anderem auch auf Angebotslücken bei bestimmten Modellen zurückzuführen.

Macan ist Spitzenreiter 

Der Kompakt-SUV Macan war im vergangenen Jahr das bestverkaufte Modell. Die VW-Tochter lieferte davon gut 84.300 Stück aus - ein Plus von zwei Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel auf die vollelektrische Variante. Der Sportwagenklassiker 911 legte leicht auf fast 51.600 Fahrzeuge zu. Das sei ein Auslieferungsrekord, hieß es.

Bei allen anderen Modellen ging es 2025 bergab - unter anderem beim Modell 718, beim Panamera und dem vollelektrischen Taycan. Einen Verkaufsknick von 21 Prozent gab es beim bislang auslieferungsstärksten Modell, dem SUV Cayenne. 22,2 Prozent der verkauften Porsche-Fahrzeuge waren reine Stromer. Die Zuffenhausener hatten 2024 mehrere Modellreihen erneuert. 

Becker: Planen Volumen "realistisch"

Mit Blick auf das laufende Jahr gab sich Becker zurückhaltend: Angesichts des Produktionsauslaufs von 718 und Verbrenner-Macan plane man das Volumen "realistisch". Die Modelle laufen unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln aus. Direkte Nachfolger gibt es nicht. Ein E-Modell von Cayman und Boxster ist in der Entwicklung, verzögert sich aber. Auf ein neues Verbrenner-Modell im Macan-Segment dürften Porsche-Fans noch länger warten müssen. Porsche hatte 2025 sukzessive angekündigt, entgegen ursprünglicher Pläne wieder stärker auf Verbrenner zu setzen und E-Modelle zu verschieben.


Porsche 911 GT3 90 F. A. Porsche

Porsche 911 90 FA Bildergalerie


AUTOHAUS Panel: Dabei sein lohnt sich jetzt doppelt

Noch ein Grund mehr bei den monatlichen AUTOHAUS Pulsschlag-Befragungen mitzumachen: Im neuen Dashboard können Sie Ihre eigenen Zahlen mit denen des Marken- und Gesamt-Wettbewerbs vergleichen. Gleich mitmachen und einen 30-Euro-Willkommensgutschein von Amazon sichern.

Mehr erfahren

HASHTAG


#Porsche

Mehr zum Thema


#Porsche

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.