Antriebstechnik: Audi-Chef sieht keine Zukunft für Brennstoffzellenautos

Audi-Chef Markus Duesmann sieht für Wasserstoff-Autos keine Zukunft.
© Foto: BMW

Nach Einschätzung von Markus Duesmann kann der für den Antrieb nötige Wasserstoff in den nächsten Jahren nicht in ausreichender Menge CO2-neutral produziert werden. Für den Pkw sei deshalb die Batterie die Lösung.

Audi-Vorstandschef Markus Duesmann sieht für Wasserstoff und Brennstoffzelle als Antrieb für Autos keine Zukunft. "Wir können den für den Antrieb nötigen Wasserstoff in den nächsten Jahrzehnten nicht in ausreichender Menge CO2-neutral produzieren. An Wasserstoff für den Einsatz im Auto glaube ich daher nicht", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die Lösung für den Pkw ist die Batterie."

Der Audi-Chef fügte aber hinzu: "Die Welt ist groß, und Elektrifizierung ist nicht für jedes Land der Welt das richtige Mittel." Autofahrer "stellen sich viele Fragen: Wie weit komme ich? Wo kriege ich den Strom her? Wie lange hält die Batterie? Was mache ich, wenn ich in Urlaub fahre?"

Beim automatisierten Fahren dürfte es bei Audi 2024 einen großen Schritt geben. Der US-Konkurrent Tesla tue sich leichter, die damit verbundenen Risiken einzugehen. "Die Technologie haben auch wir, aber wir schalten sie noch nicht frei", sagte Duesmann. "Wenn ein Audi-Modell gravierende Fehler machen würde, weil der Autopilot nicht verlässlich funktioniert, würden wir damit das ganze Unternehmen mit fast 90.000 Mitarbeitern gefährden. Deswegen sind wir so zurückhaltend." (dpa)

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KOMMENTARE


J.F.

25.11.2020 - 17:29 Uhr

aber die Batterien werden sehr Co2 neutral und umweltfreundlich produziert, ist schon klar!! Diese ganzen Lügen und Verarscherei kotzen mich an :-((( Es geht schon lange nicht mehr um Umwelt und Menschen. Siehe z.b. dazu Bericht in TV arte vom 24.11.2020 20.15 Uhr - Umweltsünder E-Auto?


emkregio

25.11.2020 - 17:50 Uhr

Na, die Aussage ist doch kein Wunder, wessen Kind ist denn Herr Duesmann und dieser sieht nur "Strom", komme was wolle.


Walter Kreuchi

25.11.2020 - 17:58 Uhr

Das ist ja klar, sie setzten auf Diesel und Elektro. Beim Wasserstoff sind sie, im Gegensatz zu anderen Herstellern, absolute greenhorns.


Carl Berg

25.11.2020 - 18:12 Uhr

Es stellt sich beim Wasserstoff (vorerst) nicht die Frage, ob er CO2-neutral produziert werden kann, sondern viel mehr, wie viel Ressourse ist vorhanden? Bei LI-Akkus ist das bedenklich wenig. Beim Wasserstoff ist das unendlich viel. Also jetzt mit Wasserstoff loslegen. Alles andere ist ein Entwicklungsprozess. Bei LI-Akkus ist diese Entwicklung aber schon längst vorbei. Nur die, die darauf gesetzt haben, haben es noch nicht gemerkt!


Alex

25.11.2020 - 20:47 Uhr

Und da ist sie wieder diese Arroganz. Haben das ähnliche Herren noch auch schon vor 20 Jahren über den Hybrid Antrieb erzählt?Oder wird erneut ein verschlafener Trend klein geredet?


DM

25.11.2020 - 21:04 Uhr

Unsachlicher und ignoranter habe ich noch keinen Kommentar eines Vorstands zu einem Zukunfts- Thema gelesen.Wer gesten arte und das Thema E Mobilität gesehen hat, ist schockiert.Mein Beileid, arme Audi Händler, ein Vorstand der keinen Helikopter Blick hat.Vorsprung durch Technik war immer differenziert und offen. Mit Tunnelblick geht keine Wende. Liebe Branche wehrt euch. Herzliche Grüße


OhneWorte

26.11.2020 - 01:43 Uhr

Ich bin entsetzt. Hier ist mal wieder zu sehen dass ein Chef eines deutschen Herstellers keine Ahnung hat. 1. Woher kommen denn die Rohstoffe für Batterien und Elektrotechnik, ist der Abbau, die Herstellung und Erzeugung (auch Strom) Co2 neutral? NEIN! 2. Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Antriebe sind ebenfalls Elektro-Antriebe, nur durch den Verbrauch von Wasserstoff wird (Chemische Reaktion) Elektrizität erzeugt und ein Akku gespeist, welcher wiederum verbraucht wird.


Manfred

26.11.2020 - 09:15 Uhr

Ich verstehe nicht warum diese Herrschaften nicht in die Politik gehen, denn dort waeren sie bestens aufgehoben. Die produzieren doch nur geistige Blaehungen (zum Glueck geruchsneutral) und sind Tagtraeumer ohne nur das geringste von der Thematik zu verstehen. H. Duesmann hat wohl noch nie etwas von harmonic production (ZERO emission) oder die Verwendung von 7 novel elements die ebenfalls reinstes Hydrogen liefern, wiederum ZERO emmission. Es gibt noch weitere Methoden die nahezu emissionfrei arbeiten. (...) Außer dass die vielgepriesen E-Autos viel zu teuer in der Anschaffung sind haben die außerdem auch noch den Nachteil, dass sie bei der Herstellung und dem Recycling enorme Energie benoetigen. (...) Bleibt dann auch noch die Frage wo kommt der Strom her um die Autos aufzuladen - sorry hatte vergessen der kommt ja aus der Steckdose :)


Fahrvergnüger

26.11.2020 - 11:04 Uhr

Die meisten meiner Vorkommentatoren scheinen die Aussagen von Herrn Duesman bzgl. CO2-Ausstoß falsch zu interpretieren: Der Mann spricht NICHT vom CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Batterien oder Brennstoffzellen sondern von der Herstellung/Produktion des "Treibstoffs" der jeweiligen Fahrzeugtechnologie - also Strom vs. Wasserstoff. Und da ist die Lage derzeit schon relativ eindeutig: CO2-neutralen Strom zum Betrieb von Batteriefahrzeugen kann unsere Infrastruktur liefern, für Wasserstoff reicht die Menge (derzeit) noch nicht aus. Gründe finden sich u.a. in den Transport-/Lagerungsverluste und dem wesentlich schlechteren Wirkungsgrad durch die Notwendigkeit der intensiven Stromnutzung für Herstellung/Transport/Lagerung von Wasserstoff, nur um diesen dann später wieder in einem Fahrzeug in Energie umzuwandeln. Um es einfacher zu sagen: Ich brauche im Vergleich zu einem Batteriefahrzeug (wo der Strom "direkt" verwendet wird) für eine Fahrtstrecke von 100km bei einem Brennstoffzellenfahrzeug ein vielfaches an Co2-neutralem Strom - und den hat unsere Volkswirtschaft leider nicht.


OhneWorte

26.11.2020 - 13:44 Uhr

@Fahrvergnüger:Nur mal zur Verdeutlichung, ein Hyundai Nexo Wasserstoff/Brennstoffzellenfahrzeug hat eine Batteriekapazität von 1,56kwh. Ein Audi E-Tron hat eine Batteriekapazität von 95kwh. Entsprechend der verbauten Anteile Lithium/Kupfer/Kobalt usw. sollte klar sein, dass ein Wasserstoff Fahrzeug effektiver und Umweltschonender ist als ein reines E-Fahrzeug. Wie @Manfred beschreibt, gibt es viele Möglichkeiten Wasserstoff herzustellen. Ein weiteres Argument ist das Gewicht - bei diesen beiden Fahrzeugen fast 600/700kg. Dies nur durch die große "umweltfreundliche" Batterie.... Wenn die Stromproduktion hier zusätzlich beachtet wird, gibt es keine Alternative zur Brennstoffzelle. Aber es Ist ja klar, Der Strom kommt aus der Dose...


Dein Name

26.11.2020 - 15:29 Uhr

1 zu 8 für die Vernunft. Danke dafür ich hatte fast aufgegeben ;-)


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