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Daimler Truck: Mehr Gewinn durch Preiserhöhungen

Daimler Trucks konnte im zweiten Quartal seinen Gewinn erhöhen. 
© Foto: Daimler

Der Nutzfahrzeug-Hersteller Daimler Truck überrascht mit einem ordentlichen Gewinn die Analysten. Corona, Inflation und Ukraine-Krieg machen sich bisher nicht bemerkbar. Vorstandschef Daum reagiert gelassen auf Elon Musk und seinen geplanten E-Lastwagen.


Datum:
11.08.2022
Autor:
dpa
Lesezeit:
4 min
1 Kommentare

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Der Lkw- und Bushersteller Daimler Truck hat im zweiten Quartal vor allem dank Preiserhöhungen überraschend viel Geschäft gemacht. Das trieb auch den Gewinn aus dem Tagesgeschäft in von Experten unerwartete Höhen, trotz anziehender Kosten für Frachten, Material und Energie. Vorstandschef Martin Daum will den Schwung ins zweite Halbjahr mitnehmen, wie er am Donnerstag sagte. Auf die steigenden Kosten muss der Konzern aber weiter achten, wie Finanzchef Jochen Goetz angesichts einer bestätigten Jahresprognose für Umsatz und Ergebnis anmahnte. Die Aktie des Dax-Konzerns legte vorbörslich etwas zu.

Das Papier gewann auf der Handelsplattform Tradegate ein Prozent. Der Kurs hat im bisherigen Jahresverlauf 13,5 Prozent verloren. Daimler Truck ist seit Dezember vergangenen Jahres eigenständig und vom ehemaligen Mutterkonzern Mercedes-Benz (damals noch Daimler) getrennt. Analyst Himanshu Agarwal von der US-Investmentbank Jefferies sah das operative Ergebnis deutlich höher als vom Markt erwartet. Auch ohne günstige Einmaleffekte habe der Konzern ein solides Quartal abgeliefert, urteilte Experte Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC. Einige Investoren hätten aber eine Erhöhung der Margenprognose erwartet - diese könnten nun enttäuscht sein.

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro, wie es vom Unternehmen in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart hieß. Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern steigerte Daimler Truck um 15 Prozent auf etwas mehr als eine Milliarde Euro. Der Absatz von Fahrzeugen war lediglich um vier Prozent auf knapp 121.000 Fahrzeuge gestiegen. Vor allem Preiserhöhungen sorgten für den Aufschwung beim Ergebnis, das spürbar höher ausfiel als von Analysten gedacht. Den auf die Aktionäre entfallenden Nettogewinn steigerten die Schwaben um gut die Hälfte auf 922 Millionen Euro.

Management rechnet mit Absatzsteigerung 

Im Fahrzeuggeschäft - also ohne Finanzdienstleistungen - betrug die bereinigte Umsatzrendite acht Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Damit liegt sie nach sechs Monaten bei 7,0 Prozent - dem unteren Wert der angestrebten Bandbreite von sieben bis neun Prozent. Im zweiten Halbjahr rechnet das Management mit einer besseren Verfügbarkeit von Elektronikchips und will auch den Absatz weiter erhöhen.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die weltweite Nutzfahrzeugnachfrage sollen demzufolge auch im zweiten Halbjahr günstig bleiben. Daimler Truck hatte für dieses Jahr wegen hoher Nachfrage die größten Preiserhöhungen jemals angekündigt. Im zweiten Quartal wurden diese erstmals im wichtigsten Markt Nordamerika wirksam, ab Juli kommt eine weitere Erhöhungsrunde in Europa dazu.

In den einzelnen Sparten rechnet Finanzchef Goetz nun bei den Finanzdiensten mit einer etwas höheren Eigenkapitalquote als bislang, dafür dürfte aber die Profitabilität im Asiengeschäft etwas schwächer ausfallen als geplant. Schuld ist ein geringeres Beteiligungsergebnis eines Gemeinschaftsunternehmens in China, weil die Covid-Lockdowns dort die Wirtschaft bremsten, wie der Manager in einer Telefonkonferenz mit Analysten erklärte. Außerhalb von China soll sich die Lage in Asien im Verlauf des Jahres bessern.

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KOMMENTARE


Hansjörg Blender

11.08.2022 - 19:58 Uhr

Bei den steigenden Gewinnen fragt man sich warum die Daimler Bus Produktion nach Ungarn verlagert werden soll ? Unternehmer zu sein heißt auch an die Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland zu denken und nicht nur an Sharholder Value und steigende Vorstandsprämien. Gleichzeitig schaden sich die Gewerkschaften durch Ihre Lohnforderungen nach Inflationsausgleich. Wenn wir alle Unternehmer und Mitarbeiter nicht lernen in Krisenzeiten zu sparen anstatt nur zu fordern ist der Wirtschaftsstandort Deutschland ernstlich gefährdet.


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